Despicable Me (2010)

Ich - Einfach Unverbesserlich

Despicable Me (2010) Ich - Einfach Unverbesserlich

Oder: Gelb ist die neue Saisonfarbe

Despicable Me

In Bedrängnis?

Er ist ja schon ein übler Genosse, dieser Gru (Stimme von Steve Carell). Eine Warteschlange im Kaffeeshop wird via Eispistole abgekürzt, sein gigantisches Fahrzeug fährt die Strasse kurz und klein, und unter seinem kleinen Häuschen (in seinem Labor) tüftelt er schon an der nächsten bösen Tat. Dumm nur, dass ein neuer Superbösewicht, Vector (Stimme von Jason Segel) ihm je länger je mehr den Rang streitig macht. Und da Gru in letzter Zeit nicht grad erfolgreich war, will ihm die Bank für sein neuestes Projekt keinen Kredit mehr gewähren.

Despicable Me

Gelbsucht ist ansteckend

Gru will mit einer Schrumpfpistole den Mond verkleinern und sich somit zurück an die Spitze der Superbösewichte katapultieren. Da ausgerechnet Vector dieses Gerät nun hat und nur drei kleinen Mädchen, die Kekse verkaufen, die Tore zu seinem Palast öffnet, hat Gru die ultimative Idee: Er adoptiert die kleinen Waisenmädchen, lässt sie bei sich wohnen und will so an die Waffe von Vector kommen. Dass die kleinen Nervensägen sich allerdings mit seinen Gehilfen, den "Minions" (Erdnussflips-artige, gelbe, Dinger mit Hang zur Dramatik), anfreunden und auch sein eigenes Herz erwärmen, damit hätte der Griessgram nie gerechnet...


Kinofilm-Rating

Die Universal Studios mischeln nun auch noch mit bei den aktuellen, grossen und guten Animationsfilmen und legen mit Despicable Me einen waschechten Sommerhit hin. In den USA spielte die herrliche Geschichte mit Herz und bitterbösem Slapstick über 200 Millionen ein und machte vor allem die kleinen gelben Minions zu bekannten Figuren, die nun auch für bekannte Restaurantketten Werbung machen dürfen. Die Lage am Animationshimmel wird langsam eng und ungemütlich für die Studios. Denn Despicable Me ist nicht nur sauglatt animiert und erzählt, sondern bietet durchgehende Unterhaltung vom witzigen Anfang bis hin zum spektakulären Finale (und dem gröligen Abspann).

Gesprochen von Steve Carell (der Witzbold aus Get Smart sprach schon in Horton hears a Who und Over the Hedge lustige Figuren) ist "Gru" natürlich die Hauptfigur der Geschichte, auch wenn ihm mit zunehmender Filmdauer entweder die "Minions" oder die drei herzigen Waisenmädchen die Show streitig machen. Die Duelle mit dem Superbösewicht-Rivalen sind hingegen Slapstick pur und lassen die Leinwand beben, zumal die Waffen von Vector ziemlich abgefahren sind.

Unterstützt wird Carell, der für seine Rolle einen russischen Akzent auspackt (immerhin in der Originalfassung des Films), von bekannten Namen wie Julie Andrews (Mary Poppins) oder Russel Brand, der den kurrligen Erfinder im Keller spricht, der auch mal tanzende Roboterguetzli in den Kampf schickt.

Die Animationen sind flüssig, werden vielfach durch fetzige Musik unterstützt, und an die etwas eckige Hauptfigur gewöhnt man sich bald. Bei den "Minions" hingegen hat man auf die klassische Art gesetzt, wobei gelber Körper und grosse Augen schon die halbe Miete sind. Dazu ein bisschen Dramatik und kindliche Aktionen: Fertig sind die Publikumslieblinge.

Fazit: Despicable Me ist ein Riesenspass, der zwischendurch auf eine herzliche und unaufdringliche Art auch aufs Herz zielt. Das ergibt einen Film mit Lachgarantie, skurrilen (Neben-)Figuren und jeder Menge Witz. Wenn sich die Animationsstudios mit solchen Filmen gegenseitig unter Druck setzen, dann dürfen wir uns auf die kommenden Monate und Jahre freuen.

4.7 Sterne
4.7 Sterne (120 Bewertungen) | 12 Kommentare

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23.08.2010 / muri