Dear John (2010)

Das Leuchten der Stille

Dear John (2010) Das Leuchten der Stille

Oder: Liebe ist... langweilig.

Dear John

"Siehst du den Mond auch immer doppelt, wenn du besoffen bist?"

John (Channing Tatum), ein Soldat der US Special Forces, hat zwei Wochen Ferien vom Krieg. Beim Surfen am Strand rettet er die Handtasche der schönen Savannah (Amanda Seyfried) vor den Fluten. Sie lädt ihn zum Dank an eine Grillparty ein. Für sie lässt John sogar die Sonntagslasagne seines Vaters (Richard Jenkins), eines leicht autistischen Münzensammlers, stehen.

Savannah ist ein ganz liebes Mädchen, sie raucht nicht, trinkt nicht und flucht nur still in ihrem Kopf. John dagegen war früher ein schlimmer Junge, ist in der Armee dann aber anständig geworden. Die beiden verlieben sich. Sie gewinnt das Herz seines wortkargen Vaters, er bringt ihr das Surfen bei.

Dear John

"Ja, ich epiliere. Was dagegen?!"

Nach zwei Wochen muss Savannah zurück in die Schule. Und John zurück in den Krieg. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, ihr zu schreiben. Also schreibt er, schreibt, was er im Krieg erlebt und wie sehr er sie und Amerika vermisst. Sie erzählt ihm dafür vom Studium und ihren Plänen, ein Sommercamp für autistische Kinder zu eröffnen. So vergeht die Zeit bis zum Wiedersehen wie im Fluge...


Kinofilm-Rating

Dear John ist die neuste Hollywoodschnulze basierend auf einem Bestseller von Nicholas Sparks. Das heisst, eigentlich nur die zweitneuste: Gerade ist in unseren Kinos auch The Last Song mit Miley Cyrus angelaufen, ebenfalls eine Nicholas-Sparks-Verfilmung.

Nach 20 Minuten hatte ich das Verlangen, diesem Film eins auf die Nase zu hauen. Die Story von Dear John basiert - natürlich - auf der Frage, ob die beiden vom Krieg Getrennten zusammenbleiben oder nicht. Das Dumme ist: Es ist mir als Zuschauer scheissegal, ob die beiden zusammenbleiben. Zwei Wochen Händchenhalten am Strand reichen nicht aus, um einem Paar aufs Sehnlichste zu wünschen, sie mögen für immer gemeinsam glücklich sein. John ist unsympathisch. Zwar wird es im Film nicht angesprochen, doch zweifellos war er am College der Kapitän der Footballmannschaft. Channing Tatum, der ihn spielt, wahrscheinlich ebenso. Und seine Gespielin Savannah ist zu zuckersüss, um wahr zu sein (wobei das Lächeln von Amanda Seyfried und ihre Augen zweifellos das Einnehmendste an diesem Film sind). Die schwierige Beziehung zwischen John und seinem autistischen Vater geht näher als die schwache Lovestory, ist aber viel zu offensichtlich eine Dränendrüsendrückerei, um wirklich zu berühren.

Abgerundet wird die schale Mixtur mit einer guten Prise Verherrlichung der amerikanischen Armee. Dabei wird der Krieg in Afghanistan als Notwendigkeit dargestellt, die US-Soldaten erscheinen allesamt als Helden, und der Zuschauer sieht, wie John einheimische Kinder mit Süssigkeiten beschenkt, um gleich darauf hinterrücks von bösen, bärtigen Männern beschossen zu werden - plumpe Propaganda.

Zugute halten könnte man Dear John, dass die Geschichte nicht dem gewohnten Schema einer Hollywood-Romanze folgt. Es gibt - Achtung Spoiler! - weder ein kitschiges Happy-End für John und Savannah noch grosses Drama, sondern einen realistischen Ausgang. Das aber reicht bei weitem nicht, um die Sache interessant zu machen.

Fazit: Laaaangwilig! Diese Romanze ist keine Romanze zwischen zwei Menschen, sondern zwischen zwei amerikanischen Liebesfilmfiguren. Geeignet nur für Hardcore-Liebesfilmfans.

3.5 Sterne
3.5 Sterne (31 Bewertungen) | 6 Kommentare

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05.05.2010 / vil