The Crazies (2010)

The Crazies (2010)

Oder: Ja, bist du deppert!

The Crazies

Wer räumt hier auf?

In Ogden Marsh ist die Hölle los: Häuser brennen, die Strassen sind verdreckt, und sogar der Banner mit dem Namen der Ortschaft wird heruntergerissen. Ja, hat denn da der Weltuntergang stattgefunden? Und das herauszufinden, blenden wir zwei Tage zurück.

Sheriff Dutton (Timothy Olyphant) und sein Assistant Clank (Joe Anderson) stehen hinter der Absperrung und schauen sich das lokale Baseballspiel an. Da läuft einer der Einwohner mit Schrotflinte bewaffnet aufs Spielfeld, guckt komisch, hebt die Waffe und muss vom Sheriff erschossen werden. In der darauf folgenden Nacht bringt ein Farmer seine Familie um. Keiner kann sich diese Vorfälle erklären, die Täter waren jeweils gutbürgerliche und einfache Leute.

The Crazies

Das Ende der Grillparty

Bei einem Fischerausflug wird im Sumpf ein abgestürztes Flugzeug samt totem Soldaten gefunden. Sheriff Dutton wird bald klar, was hier passiert sein könnte, weshalb er seine Frau (Radha Mitchell) ausser Reichweite des Geschehens haben will. Dazu kommt er aber nicht mehr, denn das Militär fällt über Ogden Marsh her und setzt mit aller Gewalt die Quarantäne durch. Das ausgebrochene Virus hält für willkürliche Tötungen und Verschleppungen her. Und unser Sheriff muss sich mit den wenigen (bislang) Überlebenden zusammentun, denn seine Frau ist unter den Verschleppten.


DVD-Rating

Da Horrormeister George A. Romero in letzter Zeit keine guten Filme mehr macht (Diary of the Dead, Survival of the Dead), geht man in Hollywood lieber auf Nummer sicher und produziert fleissig Horror-Remakes von Filmen aus seiner erfolgreichen Zeit. Dies war schon bei Dawn of the Dead so und ist nun, nach ein paar untergegangenen Remakes, auch bei The Crazies der Fall. Breck Eisner, der vorher nur mit dem Abenteuerfilm Sahara auf sich aufmerksam gemacht hat, legt mit seinem Werk einer der besten Horrorfilme des Jahres vor.

Eisner ist genug intelligent, um zu wissen, dass es schwierig ist, eine solch dünne Story auf eine lange Spielzeit zu strecken. Dabei macht er das einzig Richtige: Er reduziert seinen Film auf das Mindeste und verteilt die Spannungen auf drei verschiedene Seiten. Der Zuschauer erhält die Geschehnisse nur aus der Perspektive der armen Bevölkerung zu sehen und weiss deshalb selbst nicht, was gespielt wird. Deshalb muss Eisner zu Beginn keine Zeit aufbringen, um alles zu erklären, sondern kann sofort die Hölle loslassen. Sind dann einmal nach der Hälfte die ersten Antworten gefunden, droht die Spannung abzuflauen. Doch dann bringt Eisner neben seinen bereits geschaffenen Spannungsfeldern Militär und Crazies auch noch die Gefahr von innen ein, da eine Person der kleinen Gruppe infiziert sein könnte. So schafft er es, die Spannung die ganze Zeit hoch zu halten und beendet seinen Film dann mit einem Knall.

Zu den Stärken gehört auch die tolle Atmosphäre. Diese wird mit einem leicht verdunkelten Bild ideal eingefangen und durch Schockeffekte und gelungenes Make-up unterstützt. Die Schauspieler sind alle solide, wobei Timothy Olyphant und Radha Mitchell ein überzeugendes Paar abgeben.

Fazit: Wer genug hat von Quälfilmen der Sorte Saw und einfach wieder einmal ein richtig gutes Horrormovie sehen möchte, macht bei The Crazies nicht viel falsch. Atmosphärisch dicht, über die ganze Spielzeit spannend und auch deshalb nie langweilig. So müssen Horrorfilme sein!

Die DVD: Beim Bonusmaterial hat man sich sichtlich Mühe gegeben. Viele kleine Features lassen sich finden, bei denen zwei alleine den Make-up-Arbeiten gewidmet sind. In "Die Vorlage von George A. Romero" wird im ersten Teil eher auf die Zombiefilme des Meisters eingegangen und erst in den letzten fünf Minuten auf das Original von The Crazies - informativ ist es aber trotzdem. In einem weiteren Feature werden die Visual Effects Schritt für Schritt aufgezeigt: von dem leeren See bis schlussendlich ein ganzes CGI-Flugzeug drin liegt. Kommentiert wird dies leider nicht. Die Storyboards sind interessant zum Durchklicken, und die Probeaufnahmen für die Kämpfe sind witzig zum Angucken, da die Schauspieler noch im Trainer auf Matten herumturnen. Der Trailer in zwei Sprachen sowie ein Audiokommentar von Breck Eisner machen den Abschluss beim Bonusmaterial. Das Bild des Filmes gefällt durchgehend, sowie bei Tag-, und auch bei Nachtszenen. Weniger überzeugend ist der englische Originalton, der zu Beginn etwas dumpf klingt. Nach ein paar Minuten wird es aber besser. Trotz dieses kleinen Fehlers eine gute DVD.

3.9 Sterne 4.2 Sterne
3.9 Sterne (61 Bewertungen) | 0 Kommentare

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31.10.2010 / muri (Inhalt), crs (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.10.2010

  • Bildformat: 1:2.40 (16:9)
  • Sprachen: Englisch Deutsch (DD 5.1); Deutsch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar mit Regisseur Breck Eisner; Making-of: Paranormal Pandemics; Make-up Effects: Rob Hall In Action; Visual Effects; Featurette; Probeaufnahmen für Kampfszenen; Die Vorlage von George A. Romero; Storyboard-Galerie; Trailer