Cosa voglio di più (2010)

Cosa voglio di più (2010)

Oder: Rückeroberung der Leidenschaft.

Cosa voglio di più

Nackte Tatsachen.

Ein Baby? Anna (Alba Rohrwacher) und Alessio (Giuseppe Battiston) stellen sich nach der Geburt von Annas Nichte diese Frage. Und beantworten sie mit einem Ja. Die Pille ist abgesetzt, die Weichen in der langjährigen Beziehung scheinen gestellt. Doch als Anna den Kellner Domenico (Pierfrancesco Favino) kennenlernt, fällt ihr der einzige und doch so gravierende Mangel in ihrem Leben auf. Nicht das Kind fehlt, sondern die Leidenschaft.

Cosa voglio di più

Sieht nach Kussszene aus.

Anna und Domenico starten eine Affäre. Jeden Mittwoch schwänzt er sein Tauchtraining, damit sie sich in einem Hotelzimmer treffen können. Fortan tendeln beide zwischen gedankenverlorener Begierde und systematischer Vertuschung. Als Domenicos Frau mal ihn zum Schwimmbad begleiten will, und darum das wöchentliche Treffen nicht stattfinden kann, rastet Anna aus. Die Liasion biegt in ein Wechselbad der Gefühle ein, welches die Verheimlichung immer schwerer macht.


Kinofilm-Rating

Was wollen wir wirklich? Der schweizerisch-italienische Regisseur Silvio Soldini (Pane e tulipani) beschäftigt sich in seinem neusten Film mit dieser Frage, die zu universell ist, um beantwortet werden zu können. Eher geht es um die Auseinandersetzung darüber und und darum, warum Glück keine Rationalität kennt. Vor allem Anna scheint nämlich nichts zu fehlen: Der Job ist gut, Alessio ein Sugardaddy, und umgeben ist sie von einem soliden Freundeskreis.

Und doch ist es nachvollziehbar, dass sich die Frau nach Begierde sehnt, seit ihr Freund höchst zufrieden sein Leben lebt, welches mehrheitlich aus Filmabenden und Heimwerkertum besteht. In Domenico trifft sie das perfekte Gegenstück: Einen Mann, den die Hypothek von Familie und Geldverdienen in ein Schema der Routine drückt, aus dem er ausbrechen will. Und wenn auch nur für zwei Stunden an einem Mittwochabend.

Es ist unschwer zu erkennen: Soldinis Film wandelt in ausgetrampelten Pfaden, und dies dazu noch mit Überlänge. Überraschungen werden nicht geboten, dafür gute Schauspielerleistungen und die eine oder andere interessante Idee. So können Anna und Domenico ihre Begierde vorerst nicht ausleben - in der Wohnung kommt jemand vorbei, im fremden Treppenhaus hat's ständig Leute. Endlich im Hotelzimmer, sehen sich die beiden kurz an wie schüchterne Teenager vor dem ersten Mal. Fast schon könnte man denken, sie lassen es doch noch sein. Fast...

3.5 Sterne
3.5 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
17.02.2010 / uas