The Chronicles of Narnia: The Voyage of the Dawn Treader (2010)
Die Chroniken von Narnia - Die Reise auf der Morgenröte
The Chronicles of Narnia: The Voyage of the Dawn Treader (2010) Die Chroniken von Narnia - Die Reise auf der Morgenröte
Oder: Wann immer Lucy den Aslan erblickt, steigt ihr sofort die Morgenröte ins Gesicht
Viele versteckte Pfade führen nach Narnia. War es im ersten Teil der alte Bauernschrank im Haus des Professors Kirke, im zweiten ein Tor, das sich plötzlich in einer Subway-Station in London öffnete, so ist es nun ein geheimnisvolles Gemälde, in welches die Geschwister Lucy (Georgie Henley) und Edmund Pevensie (Skandar Keynes) zusammen mit ihrem überaus nervigen Cousin Eustachius Scrubb (Will Poulter) hineingezogen werden.
Sie finden sich schwimmend wieder, mitten im Meer vor der Küste Narnias, und ein mächtiges Segelschiff hält in in voller Fahrt auf sie zu. Das Schiff stellt sich als die imposante "Dawn Treader" heraus, und an Bord werden sie bereits erwartet. Gemeinsam mit ihren alten Freunden König Kaspian (Ben Barnes), der coolen Kampfmaus Reepicheep sowie einer bunt aus Fabelwesen und Menschen zusammengewürfelten Besatzung, brechen sie zu einer aufregenden Seereise auf, die nicht weniger zum Ziel hat, als Narnia vor der Übernahme durch das absolut Böse zu bewahren. Dabei müssen unsere Abenteurer etlichen Gefahren trotzen: bösen Sklaventreibern, unheimlichen mystischen Wesen, wunderschönen Meerjungfrauen, gefährlichen Drachen und monströsen Tiefseeungeheuern...
Kinofilm-Rating
Der Produktion des dritten Teils der Chroniken von Narnia gingen einige Turbulenzen voraus. Nachdem The Lion, the Witch & the Wardrobe ein grosser Erfolg war, brachen die Einspielergebnisse bei Prince Caspian regelrecht ein. Für den Anspruch der Serie konnte man ihn als veritablen Flop bezeichnen. Die Realisierung des dritten Teils hing nun einige Zeit in der Luft. Aufgrund des nicht mehr sicher zu erwartenden Geldregens war das co-produzierende Disney-Studio nur noch bereit, ein Budget von 100 Millionen Dollar aufzubringen. Walden Media bestand jedoch auf 140 Millionen, worauf Disney absprang. Das tatsächliche Budget wird nun deutlich darunter gelegen haben. Trotzdem entschied man sich, den Film in 3D herauszubringen. Das Geld hätte man sich allerdings sparen können. Im Vergleich mit gelungenen 3D-Produktionen verliert er klar. Einen Wechsel gab es zudem beim Regisseur. Von Andrew Adamson (Shrek) ging der Posten an Michael Apted, einen erfahrenen Regieveteranen (Gorillas in the Mist).
Das geringere Budget ist dem Film nicht anzusehen. Er bietet visuelle Effekte, die "state of the art" sind und die sich vor ähnlichen Produktionen nicht zu verstecken brauchen. Hier gibt es atemberaubende Landschaften, Wälder, Meere, imposante Festungen und Schlösser sowie perfekt animierte Fabelwesen und Ungeheuer. Sprich, alles was bei den kleineren Kinobesuchern für grosses Staunen sorgen wird. Dabei bleibt es denn auch, denn The Voyage of the Dawn Treader ist ein Kinderfilm. Ältere Zuschauer haben sich an den Effekten schnell sattgesehen, und da die Story nicht viel hergibt, bleiben sie auf der Strecke. Die Geschichte ist in sich nicht stimmig. Sie reiht lediglich knapp zusammenhängende Abenteuerepisoden aneinander. Ein Spannungsaufbau existiert nicht, dafür ist die Story einfach zu wenig geradlinig und zu belanglos. Die völlig überflüssigen Cameos aus den ersten Filmen und der unvermeidliche, durch Mark und Bein gehende, ja fast biblische Auftritt von Löwenkönig Aslan helfen da auch nicht weiter.
Auf ähnlichem Niveau wie die Story bewegt sich die Besetzung des Films. Georgie Henleys mittelmässiges Talent zeigt sich in vier mimischen Merkmalen: fröhliches Lachen, Staunen, böse mit den Zähnen knirschen und traurig sein. Da hat ihr Filmbruder Skandar Keynes doch noch ein wenig mehr Ausdruck zu bieten. Ben Barnes (Dorian Gray) ist schön und schwingt elegant das Schwert, ansonsten steht er vor allem in der Gegend herum und ist schön. Will Poulter (The Son of Rambow) als Cousin ist tatsächlich so unerträglich, dass man sich nach fünf Minuten wünscht, das Bild möge ihn auf der Stelle wieder zurück nach England saugen.
Fazit: The Voyage of the Dawn Treader ist ein Kinderfilm auf hohem visuellen Niveau und bietet den Jüngsten, was das Abenteurer-Herz begehrt. Für den etwas älteren Fantasy-Freund, der sich an LOTR, Harry Potter oder jüngst Where the Wild Things Are orientiert, wird der Kinobesuch zur Durchhalteübung. Die 3D-Version kann man sich getrost sparen.
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