Cam - Fürchte die Dunkelheit (2010)
Cam - Fürchte die Dunkelheit (2010)
Oder: Da ist das Monster! Wo? Ich seh' nur eine Bildstörung...
Die drei Freunde Sven (Sven Hundertmark), Jan (Jan Meier) und Andy (Andreas Arimont) haben schon einiges miteinander unternommen und auch so manchen Blödsinn angestellt. Deshalb sind auch alle gerne dabei, als der abenteuerlustige Jan von einem alten Gebäude erzählt, das bislang frei zugänglich war, aber jetzt plötzlich abgesperrt und durch Sicherheitspersonal gesichert ist. Das Haus stammt aus den 80er Jahren und ausser einem Selbstmord vor einiger Zeit wurde bisher nichts Spezielles über das alte Gemäuer berichtet. Warum also wurde das Gebäude plötzlich gesperrt und der ganze Komplex aufwändig abgeriegelt?
Die Freunde ziehen mit zwei Kameras bewaffnet los, decken sich noch bei einem nahen Supermarkt ein und das Abenteuer kann beginnen. Doch den zu Beginn sehr enthusiastischen Teenagern wird schnell bewusst, dass sie sich keinen Fehler erlauben können, denn falls sie geschnappt werden, wird es möglicherweise eine Anzeige geben und wer weiss, was in dem alten Gebäude noch alles auf sie lauert. Dies schreckt sie jedoch letztlich nicht ab und so marschieren sie in die schlimmste Nacht ihres Lebens...
DVD-Rating
Independent-Produktionen haben immer einen gewissen Reiz. Unbekümmert, innovativ und unkonventionell können sie sein, und teilweise entdeckt man sogar unerwartete Perlen, welche die grossen Studios mangels Kreativität einfach nicht mehr zustande bringen. Cam wird offiziell als Amateurfilm bezeichnet, der das Glück hatte, einen Verleiher zu finden und jetzt als DVD zu kaufen ist. Gemacht wurde der Film von drei filmbegeisterten Freunden, die nach einem sehr komplexen Projekt etwas Einfaches probieren wollten. Laut dem Audiokommentar fanden die ersten Proben Ende 2008 statt, auf der Basis dieser Improvisationen wurde dann das Drehbuch geschrieben, und bald darauf begannen mitten im Winter die Dreharbeiten. Zuerst planten die Darsteller, alles in einer Nacht durchzudrehen, doch dann wurde es so kalt, dass es schliesslich vier Nächte dauerte, um den Film bis auf ein paar Szenen abzudrehen.
Der Film kommt offensichtlich im Blair Witch Project oder Cloverfield-Stil daher, bei denen auch "geborgenes Filmmaterial" aufbereitet und ins Kino gebracht wurde. Ein Konzept, das in letzter Zeit immer beliebter geworden ist und neben [REC] auch als Ultra-Low-Budget Film in Paranormal Activity sehr erfolgreich ist. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb Cam überhaupt einen Verleih erhielt, denn Konzept und Idee in Ehren, was hier geliefert wurde, ist schlichtweg eine Zumutung. Klar, eine solche Produktion muss nicht mit ultrascharfen High-Definition-Bildern daherkommen, doch schon bei den Proben sollte klar geworden sein, dass mit diesen Kameras kein Film gemacht werden kann. Ohne Nachtsicht-Modus oder Restlichtverstärker erkennt man bei der enorm schlechten Bildqualität höchstens das, was mit dem Taschenlampenkegel angeleuchtet wird, und selbst das gibt leider nicht viel preis.
Somit hat man einen Film, bei dem einige Schablonenteenies den Handlungsplot von Blair Witch Project ablaufen und der den Zuschauer vorallem damit beschäftigt, in der katastrophalen Bildqualität das zu entziffern, was jetzt möglicherweise gerade geschieht. Dies, kombiniert mit mässigen Dialogen und einer in die Länge gezogenen, klischeelastigen Handlung, bei der jede Übersicht verloren geht, macht Cam zu einem netten (Fehl-) Versuch, einen Horrorfilm zu drehen.
Fazit: Cam mag von Filmfans gemacht worden sein, und wer sich etwas auskennt, wird einige sympathische Anspielungen auf andere Genrefilme erkennen, doch damit wird das Resultat nicht besser. Mit den Schablonenteenies und dem bekannten Handlungsverlauf hätte man noch leben können, doch da man zu 70 Prozent des Filmes eine Bildstörung anssieht, bei der nicht viel zu erkennen ist, ist das Ganze klar als unbrauchbar zu betiteln. Daran kann auch ein Sympathiebonus nichts ändern.
Die DVD präsentiert den Film in einer - wie schon erwähnt - katastrophalen Qualität und ist auch in Sachen Ton nicht berauschend. Das Bonusmaterial setzt sich aus einem aufschlussreichen und auch ehrlichen Audiokommentar, ein paar amüsanten Outtakes sowie einigen Bildern und dem Filmtrailer zusammen.
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0.6 Sterne (4 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 26.02.2010
- Bildformat: Widescreen 1.78:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 2.0)
- Untertitel: -
- Extras: Audiokommentar; Outtakes; Trailer



