Brotherhood (2010)

Brotherhood - Die Bruderschaft des Todes

Brotherhood (2010) Brotherhood - Die Bruderschaft des Todes

Oder: Gruppendruckmittel

"Ein Hoch auf die Hände!"

"Ein Hoch auf die Hände!"

Um einer Studentenverbindung an einem amerikanischen College beizutreten, muss man oft Mutproben bestehen. So ist dies auch bei der Verbindung Sigma Zeta Chi von Draufgänger Frank (Jon Foster). Die Frischlinge um Adam (Trevor Morgan) und Kevin (Lou Taylor Pucci) werden eines Abends in einen Van gepackt und aufgefordert, nacheinander verschiedene Tankstellen um genau 19 Dollar und 10 Cent zu erleichtern. Eine Waffe wird ihnen netterweise zur Verfügung gestellt. Die Neulinge wissen aber nicht, dass die Waffe keine Patronen hat und sie jemand von der Verbindung vor dem Ladeneingang abfängt und sie damit den Test bestanden haben.

"Was muss ich machen?"

"Was muss ich machen?"

Als jedoch Kevin seine Tankstelle stürmt, gibt es Abstimmungsprobleme, weshalb auf ihn niemand wartet und ihn abfängt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Tankstellenmitarbeiter schiesst auf Kevin und trifft ihn an der Schulter. Durch diese Verletzung verliert er zwar jede Menge Blut, jedoch kommt ein Gang ins Krankenhaus nicht in Frage, da dann ein Aufenhalt im Knast droht. Beim Versuch, die ganze Sache wieder hinzubiegen, geraten die jungen Herrschaften vom Regen in die Traufe.


DVD-Rating

"Vom Regen in die Traufe kommen" bedeutet, dass man von einem schlimmen Zustand in einen noch schlimmeren gerät. Die Redensart passt wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte von Brotherhood. Dass die jungen Herren sich zwar saudämmlich bei ihren Bemühungen anstellen, stört den Zuschauer nicht gross, denn Regisseur Will Canon gibt bei seinem Film von der ersten Minute an Vollgas und zieht dieses Tempo bis zum Schluss durch. Nicht nachdenken, sondern sich mitreissen lassen, lautet hier die Devise.

Ob man so handeln würde, wie dies die Leute im Film tun, ist sekundär. Brotherhood ist ein Erlebnisfilm, auf den man sich einlassen muss. Dabei ist es besser, wenn man fast kein Vorwissen zum Film hat. Die Synopsis oben deckt deshalb nur die ersten zehn Minuten ab. Was danach im Film passiert, hat viel mit Pech und Unvermögen zu tun. Canon stellt seine Figuren des Öfteren als Idioten hin und nicht wirklich als Studenten, die was in der Birne haben.

Nur einer scheint einen klaren Kopf zu haben. Dessen Vorschläge werden aber nicht wirklich erhört. Adam, gespielt von Trevor Morgan ist diese Figur und der eigentliche Held der Story - wenn es denn einen gibt. Die anderen Charaktere sind Hitzköpfe, die überzeugend von jungen Schauspielern aus der zweiten Reihe Hollywoods (Jon Foster war in Pandorum, Lou Taylor Pucci war der Thumbsucker ) gespielt werden. Durch die unverbrauchten Gesichter erhält der Film viel Authentizität, die durch das dreckige Bild noch verstärkt wird.

Mit 76 Minuten Gesamtlaufzeit hat der Film zudem die optimale Länge, denn länger hätte die Spannung wohl kaum aufrecht erhalten werden können. Mit seinen ersten Langspielfilm ist Canon damit ein bemerkenswertes Werk gelungen.

Fazit: Wer sich nicht auf Brotherhood einlassen kann, wird seine Zeit verschwenden. Wer sich aber von der Rasanz des Filmes anstecken lässt, erlebt 76 spannungsgeladene Minuten, die man nicht so schnell vergisst. Dass ein paar Dinge etwas konstruiert wirken und die Figuren sich vielmals sehr doof anstellen, sind Dinge, die noch knapp verschmerzbar sind. Ein Geheimtipp, der beweist, dass es die Überraschungen aus dem DVD-Regal immer noch gibt.

Der Film kommt in einem schönen Steelbook nach Hause, bei welchem leider das FSK-Siegel aufgedruckt wurde. Enttäuschend ist das Bonusmaterial. Dieses besteht aus gerade mal dem Trailer des Filmes und weiteren Empfehlungen aus dem Angebot des Verleihers - mehr gibt es nicht. Auch beim Ton hat man sich zurückgehalten und präsentiert eine wenig aggressive Mischung. Beim Bild hat man jedoch das Beste aus dem eher dunklen Material herausgeholt.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

24.12.2010 / crs

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Bewertung: 4.1 (8 Bewertungen)

 

 

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