Bödälä - Dance the Rhythm (2010)

Bödälä - Dance the Rhythm (2010)

Oder: Mit den Füssen musizieren

Bödälä - Dance the Rhythm

"Ich muss mal..."

"Gäuerle" und "Bödälä" sind schweizerische Stampftänze, bei denen mit den Füssen zur Musik auf dem Parket rhytmisch gesteppt wird. Die Zürcher Filmemacherin Gitta Gsell will mehr über diese innerschweizerische Tradition wissen und porträtiert in ihrem Film, der den Publikumspreis an den Solothurner Filmtagen abräumte, Menschen, die das Brauchtum pflegen und weiterführen. Doch auch andere, internationale Formen des Stepptanzes werden hier vorgestellt: Von Flamenco, über den klassischen Stepptanz, bis hin zum Irish Dance bietet Bödälä eine grosse Bandbreite von rhythmischen Tänzen. So entsteht ein musikalisches Mosaik mit zahlreichen interessannten Persönlichkeiten, die ordentlich auf den Boden stampfen.


DVD-Rating

Eigentlich schon erstaunlich, dass es noch Orte gibt in der Schweiz, wo alles so zu sein scheint wie vor 100 Jahren. Der grimmige Othmar Betschart behauptet, nur Männer hätten das Recht, zu "Bödälä", es werden die schönsten Kühe gewählt, und bei der Jugend ist es cool, ein wenig "Geisslechlepfe" zu betreiben. Unter anderem wird uns diese Welt in Gitta Gsells Dokumentarfilm nähergebracht. Der Brauch des "Bödälä", einer Art Stepptanz zur Volksmusik, ist aber bei weitem nicht das einzige Thema, das in den knapp 80 Minuten beleuchtet wird. Eigentlich schade, denn der titelgebende Tanz hätte sicher genug Stoff geboten - so wird nie richtig auf die Geschichte des Gehopses eingegangen.

Doch da die anderen Geschichten, die der Film erzählt, ebenso interessant sind, kann ihm dies nicht angekreidet werden. Er stellt uns eine Reihe verschiedener Arten vor, wie mit den Füssen gleichzeitig getanzt und musiziert werden kann. Dies tut er anhand einer Reihe spannender Persönlichkeiten, die uns ihre Leidenschaft zur jeweiligen Form des Steppens näherbringen. Die junge Frau, die an einem internationalen Wettbewerb für Irish Dancing teilnimmt, wird allerdings vergessen, und der Zuschauer erfährt seltsamerweise nicht, wie es ihr beim Wettbewerb ergangen ist.

Dafür bekommt Ania Losinger, Erfinderin des Bodenxylophpns "Xala", gegen Ende immer mehr Screentime. Die kuriose Künstlerin ist etwas gar von sich selbst überzeugt, und obwohl ihre Klänge atmosphärisch absolut stark sind, verliert sich der Film zu lange in ihrer Performance. Trotz der etwas unregelmässigen Gewichtung und eines leicht zu breiten Themas ist Bödälä durch seine meist sympathischen Protagonisten, eine knackige Spielzeit und tolle Aufnahmen ein kurzweiliger und unterhaltsamer Dokumentarfilm, der zwischendurch sogar zum Mitwippen animiert. Das Jauchzen überlasse man aber lieber den lebensfrohen Toggenburgern im Film.

Das Bild der DVD überzeugt mit einer guten Schärfe und kräftigen Faben, doch es ist der Ton, der gelobt werden muss. Die 5.1-Abmischung gibt die im Film enthaltene Musik so räumlich wieder, dass einige Sequenzen ein wahres Klangerlebnis sind. Als Extras gibt es einen kleinen Blick hinter die Kulissen und einige der im Film vorkommenden Performances in voller Länge.

4.7 Sterne 3.8 Sterne
4.7 Sterne (8 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
10.11.2010 / ma


DVD-Infos

DVD erschienen am 05.11.2010

  • Bildformat: 16:9 (1.85:1)
  • Sprachen: Schweizerdeutsch (Dolby Digital 2.0); Schweizerdeutsch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch (Schweiz); Deutsch; Französisch; Englisch
  • Extras: Bonus & Trailer