Baby(ies) (2010)

Baby(ies) (2010)

Oder: Rabäääh, Rabäääh!

Baby(ies)

Jump around!

Hattie wird in San Francisco zur Welt gebracht und von Geburt an regelrecht verwöhnt. Sie bekommt Spielzeug, Zuneigung und darf so ziemlich alles haben, was sie will. Ihre esoterisch angehauchten Eltern bringen sie zum Spielplatz und zum Babyturnen und geben alles, um das kleine Mädchen glücklich zu machen. Da geht es anderen Neugeborenen ein wenig anders. So muss man als Baby in der Mongolei zum Beispiel aufpassen, dass die Ziege nicht das Badewasser trinkt, was am Beispiel des kleinen Payar veranschaulicht wird.

Baby(ies)

Früh übt sich, wer ein Bürogummi werden will...

In Japan ist die kleine Mari zuhause. Sie wächst mit ihren jungen Eltern in Tokyo auf, und auch sie kann, ähnlich wie Hattie, ihr Leben in vollen Zügen geniessen. Der stärkste Kontrast zu Mati und Hattie ist das afrikanische Baby Ponijao: Es spielt im Dreck, küsst den Hund und isst so ziemlich alles, was es herumliegen sieht. Und doch ist auch seine Mutter eine liebevolle und schenkt ihm alle Zeit, die sie hat.


Blu-ray-Rating

Ooch, Babies sind ja so was von süss! Mit ihrem zahnlosen Lachen, ihrem Herumgekrabbel und ihrer Unbeholfenheit sind sie einfach goldig, und jeder Elternteil vergibt ihnen, stundenlanges Quengeln anhören zu müssen, Windeln zu wechseln und sonstige Unannehmlichkeiten, denn schlussendlich sind sie einfach putzig. Der französische Regisseur Thomas Balmès hat sich entschieden, in seiner Dokumentation nur auf die Bilder zu setzen. Einen Erzähler oder Interviews gibt es keine. So fehlt auch bei allen Fremdsprachen, die von den Eltern geredet werden, eine Übersetzung. Was bleibt, ist eine Art "Tierfilm" mit Menschenbabies, deren Verhalten ja auch oft etwas Animalisches an sich hat.

Das Interessanteste an diesem mühsamen Experiment von einem Film sind die kulturellen Unterschiede in der Erziehung und der Entwicklung des Kindes. So ist es vor allem faszinierend zu sehen, wie das namibische Baby in einer Umgebung aufwächst, die für die westliche Welt schwer nahvollziehbar ist. Trotz dieser interessanten kulturanthropologischen Züge ist Baby(ies) ganz einfach das, was der Titel verspricht. Über Sinn und Unsinn eines solchen Filmes lsst sich bestimmt lange diskutieren, aber Fakt bleibt, dass es sich anfühlt, als würde man die Kindervideos fremder Menschen anschauen. Ob das spannend sein soll, ist jedem Zuschauer selbst überlassen.

Die einzelnen Poren der Babies sind auf dieser Blu-ray deutlich zu sehen, und das Bild macht zwar einen etwas digitalen, aber gestochen scharfen Eindruck. Auch die Farben und Schwarzwerte bekommen eine hohe Punktzahl. Im Audiobereich hat der Film wenig zu bieten. Der nervtötende Score ist zwar schön im Raum verteilt, doch das darf zu erwarten sein. Räumliche Effekte gibt es ansonsten keine.

Die Specials sind im Falle von Baby(ies) interessanter als der Hauptfilm. Vor allem die "Reaktionen auf den Film" sind hervorzuheben. Hier sehen sich die teilnehmenden Familien den Film an und geben ihre Kommentare dazu ab, was ihnen bei den anderen Babies und Familien besonders aufgefallen ist. Dies ist recht sehenswert. Auch bekommen wir in "2 Jahre später" die kleinen Hauptdarsteller nochmals ein wenig grösser zu sehen. Dazu gibt es Interviewfetzen mit dem Regisseur, ein Making-of, das sich auf die Szenen in Namibia beschränkt, und zwei Featurettes über die Filmmusik.

2.6 Sterne 4.2 Sterne
2.6 Sterne (8 Bewertungen) | 1 Kommentar

22
13.01.2011 / ma


Blu-ray-Infos

Blu-ray erschienen am 06.01.2011

  • Bildformat: Widescreen (1.85:1 - anamorph)
  • Sprachen: OV (DTS HD Master Audio)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: 2 Jahre später; "Babys; Reaktionen auf den Film; Alain Chabat in Namibia; Die Filmmusik; Interviews; Trailer