Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec (2010)
Adèle und der Fluch des Pharaos
Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec (2010) Adèle und der Fluch des Pharaos
Oder: in den Fussstapfen von Indiana Jones
Paris, 1912: Die alleinstehende Adèle (Louise Bourgoin) arbeitet als Hobby-Archäologin und Reporterin mit ihrer kranken Schwester. Nachdem diese durch einen Unfall seit Jahren im Koma liegt, ist es Adèles Ziel, sie wieder ins Leben zurückzuführen. Während einer abenteuerlichen Reise nach Ägypten gelingt es ihr, in den Besitz einer Mumie zu kommen: derjenigen des Pharaos Patmosis. Mit Hilfe des uralten Professors Esperandieu (Jacky Nercessian) und seiner telekinetischen Fähigkeiten hofft sie, in Paris die Mumie zum Leben zu erwecken. Durch die medizinischen Kenntnisse des Pharaos soll ihre Schwester aus dem Koma erweckt werden.
Doch während sich Adèle in Ägypten befindet, bekommt sie es nicht nur mit ihrem Erzfeind Professor Dieuleveult (Mathieu Amalric) zu tun. Esperandieu hat im Rahmen seiner Experimente mit toter Materie einen 135 Millionen alten, ausgestorbenen Flugsaurier namens Pterodaktylus zum Leben erweckt. Bei seiner Flucht verursacht dieser allerdings einen Unfall, wodurch ganz Paris in Aufruhr gerät. Als Inspektor Caponi (Gille Lellouche) die Ermittlungen übernimmt, kann er Esperandieu schnell dingfest machen. Das verträgt sich jedoch gar nicht mit den Erweckungs-Plänen Adèles, und so schnell gibt die rasende Reporterin nicht auf.
Kinofilm-Rating
Mehr als zehn Jahre soll es gedauert haben, bis sich Comiczeichner Jacques Tardi dazu bereit erklärte, die Rechte von Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec für eine Filmadaption freizugeben. Seine Zweifel mögen berechtigt gewesen sein. Regisseur Luc Besson, vornehmlich für visuell-einprägende Umsetzungen und interessante Stoffe wie Leon oder The Fifth Element bekannt, orientiert sich in letzter Zeit zunehmend an der Familienunterhaltung. Die beeindruckenden Bilder und Inszenierungs-Einfälle des französischen Regisseurs lässt Adèle zwar nur in einigen Momenten durchblicken, unterhaltsames Abenteuer-Kino wird aber allemal geboten.
Insgesamt bietet der Film alles, was für eine Rundum-Unterhaltung nötig ist. Adèle, die titelgebende Hauptfigur, verkörpert von Louise Bourgoin, gibt eine Art weiblichen Indiana Jones und kämpft sich ohne grosse Mühe durch ihre Abenteuer. Sie zeigt stete Präsenz und charmante Reize, die sie durchaus als sympathische Figur dastehen lässt. Aber auch ihr Spiel sowie manch schöne Idee in der Geschichte kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gesamtwerk ungemein fahrig und zerstreut zusammengebaut ist. Wird man zunächst mit unwahrscheinlicher Rasanz in die Geschichte hineingezogen, so zeigt sie immer wieder Schwachstellen und scheint zwischendurch auf der Stelle zu stehen. So hat der Bösewicht mal ganz am Anfang und ganz am Ende seinen Auftritt und wird zwischendurch komplett vergessen.
Der eigentliche Grund für Adèles Suche nach dem Pharao, ihre kranke Schwester zu heilen, kommt viel zu spät ans Licht. Andere Szenen wirken eingefügt um der Action willen, nicht um die Handlung zu erklären oder voranzutreiben. Einige durchaus humorvoll gemeinte Passagen wirklich reichlich albern, Szenen enden abrupt und lassen mehr Fragen offen als gewollt. Gemessen an bisherigen Werken Bessons und dem technischen Standard sind die Spezialeffekte weit unter dem aktuellen Niveau angesiedelt. Glänzen kann der Film dagegen mit tollen Kostümen, einigen gelungenen Arbeiten der Maskenbildner sowie mit gut gestreutem schwarzem Humor.
Unterhaltsam ist Adèle allemal. Die Gratwanderung, es sowohl dem Kenner der Comicvorlage als auch dem Nichtkenner zugleich recht zu machen, wird aber nicht aufgehen. Vielmehr ist es ein Stückwerk, das uns Besson anbietet, ohne klare Linien und mit von allem etwas. Ein insgesamt gut gemeinter Unterhaltungsfilm für die Familie, der bei weitem nicht an Bessons frühere Werke heranreicht.
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3.4 Sterne (13 Bewertungen) | 0 Kommentare



