Zweiohrküken (2009)
Zweiohrküken (2009)
Oder: Wenn der Alltag einkehrt
Ludo (Til Schweiger) und Anna (Nora Tschirner) haben sich, allen Widerständen zum Trotz, noch immer furchtbar lieb und wohnen zusammen in einem Appartement ohne Türen. Zwar ist die grenzenlose Verliebtheit dem recht öden Alltag gewichen: Der Macho hilft nicht im Haushalt und die Dame will noch immer nur Biosachen essen, aber es läuft. Auch im Kindergarten, den nun beide führen, haben die Kids ihren Spass und sind zufrieden.
Wenn nur diese Unsicherheiten nicht wären. Warum flirtet Ludo mit einem Busenwunder, während Anna mit zerrissenem Kleid auf der Toilette sitzt? Muss der Mann das nicht merken, wenn seine Freundin Kummer hat? Wieso besteht die Frau eigentlich immer darauf, aus dem Jäger einen Sammler zu machen und echte Kerle zu Hausmütterchen umzufunktionieren? Diese und andere Probleme sind nur der Anfang vom Ärger, in den unsere beiden (noch immer ineinander) Verliebten schlittern.
Denn wenn Ludo mit der schönen Tante quatschen kann und Anna seine SMS liest, dann darf auch die Frau einen Ex-Freund (Ken Duken) nach Hause bringen. Der macht ihr dann auch artig schöne Augen, hat einen riesigen Wummer zwischen den Beinen und macht damit den Mann im Haus ganz schön unsicher. Steht dem Traumpaar die Trennung bevor? Können sich männlicher Stolz und weibliche Neugier nicht einfach ergänzen anstatt sich zu bekriegen?
DVD-Rating
Zwei Jahre musste das Publikum warten, bis die Fortsetzung von Keinohrhasen veröffentlicht wurde und miterlebt werden durfte, wie sich Ludo und Anna im Alltag durchschlagen. Natürlich wurde auch Zweiohrküken ein grosser Hit, auch wenn die kritischen Stimmen lauter wurden. Dem Film fehlt ein bisschen der Pepp und der Witz des ersten Teils.
Til Schweiger und Nora Tschirner ergänzen sich auch in Zweiohrküken wieder schön und haben vor allem am Anfang genügend Gelegenheit, ihr komödiantisches Talent an den Tag zu legen. Ein guter Start eines Films, der dann nicht auf dieser Unterhaltungsschiene weiterfährt, sondern versucht, mit dem Einbezug von Romantik und Kitsch vor allem bei Pärchen zu punkten. Das geht auf Kosten des Spasses und des Witzes, die wir eigentlich gerne gesehen hätten.
Die Schauspieler haben ihre Charaktere jederzeit im Griff und spulen ihr Programm solide und passabel ab. Keine grossen Überraschungen, auch wenn Schweiger in Frauenkleidern Geschmacksache ist und Heiner Lauterbach für eins der Highlights des Films sorgt. Der Rest ist solide, okay, aber halt auch altbekannt. Schade, dass man verpasst hat, auch den Nebenfiguren Gelegenheit zu geben, sich zu entfalten.
Fazit: Zweiohrküken ist ein guter Film geworden, der gegen Schluss ein bisschen zuviel auf Romantik setzt und den Witz total ausser Acht lässt. Bis dahin aber ist's ansprechend, aber gleichzeitig harmlos. Trotzdem kann man sich problemlos unterhalten lassen.
Die Extras auf der DVD sind zahlreich und gehen von Outtakes über ein Making-of bis hin zum Videoclip und dem von Schweiger gesprochenen Audiokommentar. Letzterer lohnt sich deshalb, weil der Mann einiges an Geschichten auf Lager hat und sie natürlich voller Freude erzählt. Making-of und Outtakes sind Standardware, und beim Videoclip hätten sie lieber den Baschi-Song genommen....
Stark sind auch die technischen Aspekte von Zweiohrküken. Das glasklare Bild mit den starken Konturen kombiniert sich toll mit starkem und sehr schön abgemischten Ton. Da macht es Freude, den Film zu gucken.
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3.6 Sterne (75 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 27.08.2010
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Russisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte; Englisch
- Extras: Audiokommentar; Outtakes; Deleted Scenes; Making-of; Musikvideo "I like"; Trailers



