The Yes Men fix the World (2009)
Die Yes-Men regeln die Welt
The Yes Men fix the World (2009) Die Yes-Men regeln die Welt
Oder: Schluss mit lustig
Mike Bonanno und Andy Bichlbaum sind wieder da. Besser bekannt als The Yes Man, die Köpfe der kreativen Aktivistenbewegung, die den freien Marktwirtschaftlern dieser Welt gerne zuleide werkt. Dieses Mal erklären sie 300 Mio BBC World Zusehern als Dow Chemical-Sprecher, dass den Opfer von Bhopal endlich Gerechtigkeit widerfahren soll. Sie finden für Exxon eine Lösung für das Problem mit den zu neige gehenden Kraftstoffen. Sie gestalten die New York Times mit den besten Neuigkeiten aller Zeiten. Sie helfen Kathrina-Opfern, indem sie sich als Bundesangestellte ausgeben. Sie erklären, dass Leichen im Keller auch vergoldet werden können. Und schliesslich haben sie die Lösung für alle Ängste, welchen sich der Erdenbürger dieser Tage auszusetzen hat: Den Halliburton SurvivaBall.
Kinofilm-Rating
Dokumentarfilme schaffen es selten zu einer Fortsetzung. Sechs Jahre sind seit The Yes Men ins Land gezogen, der es auch in die Schweizer Kinos schaffte. Und die beiden Professoren Igor Vamos und Jaques Servin, wie Bonanno und Bichlbaum mit bürgerlichen Namen heissen, sind unterdessen nicht auf der faulen Haut gelegen. Weitere Streiche im bekannten Stile sind geplant und durchgeführt worden. Und ich kann mich nur selber zitieren aus meiner Kritik von damals: Die Yes Men zeigen, dass "jeder ein Experte sein kann in der heutigen Businesskultur. Frei sprechen können, die Haare scheren, einen Anzug von der Stange und ein paar Kumpels, die professionell Powerpoints und Websites gestalten können, und es stehen dir Tür und Tor offen" Die Fortsetzung zeigt die neuesten Abenteuer, welche natürlich auch im Internet, dort wo sie als gefälschte Websites meist ihren Anfang nehmen, ausführlich dokumentiert sind.
Die Streiche haben wieder unterschiedliche Qualität. Das jeweils aufgegriffene Reizthema scheint willkürlich gewählt. Die New Orleanser Hausbesetzung ist sogar richtig langweilig. Im Falle der Exxon-Kerzen aus vermeintlichem Menschenfleisch wird's auch ziemlich makaber. Im Besten Falle sind die Yes Men eine Art Giacobbo/Müller der Anti-Globalisierungsszene, die in lustigen Ganzkörperanzügen durch Konferenzsäle hüpfen. Neuerdings ist die zwischen den Streichen gezeigte Rahmenhandlung etwas elaborierter. Die Yes Men machen Wasserballet und hausen in einem Untergrund-Hauptquartier. Dies gabs in Teil 1 noch nicht und vor allem nicht in der hochauflösenden Bildqualität, welche Digicams heutzutage ermöglichen.
Natürlich freuen sich auch die Yes Men sich am Ende des Films über den Einzug von Barack Obama ins Weisse Haus. Und mittlerweile sind auch schon ein paar der beim Druck der New York Times-Persiflage noch fiktven Meldungen Realität geworden. Wer weiss, ob es in Zukunft überhaupt noch genug Angreifungswürdiges geben wird für ein drittes Abenteuer der Ja-Männer?
![]()
4.2 Sterne (3 Bewertungen) | 1 Kommentar


