Whip It (2009)
Roller Girl
Whip It (2009) Roller Girl
Oder: Rollige Katzen
Bliss Cavendar (Ellen Page) lebt in einer Kleinstadt ganz in der Nähe von Austin, Texas. Die 17-Jährige gehört nirgends richtig dazu, und ihre einzigen Freunde sind ihre Mitarbeiter im Pseudo-Fifties-Diner. Ihre Mutter (Marcia Gay Harden) sendet sie zwar immer wieder an Talent- und Schönheitswettbewerbe, doch die grossen Preise holt Bliss nie ab. Bei einem Shoppingtrip in Austin steckt sie einen Flyer zu einem Rollerderby-Spiel ein. Von diesen starken Frauen fasziniert, beschliesst sie, mit ihrer Freundin Pash (Alia Shawkat) heimlich an diese Veranstaltung zu gehen. Nach dem Spiel ist Bliss Feuer und Flamme für den Sport und möchte unbedinkt zum "Scouts"-Team von Malice in Wonderland (Kristen Wiig) und Co. gehören.
Gesagt, getan, sie fälscht ihr Alter und nimmt schon bald am ersten Probetraining teil. Und siehe da: Das Mädchen hat Talent und wird rasch ins Team aufgenommen. Das grosse Spiel gegen die rivalisierenden "Black Widows", angeführt von der groben Iron Maven (Juliette Lewis), kommt bald, doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Das Team muss zusammenwachsen, während Bliss die erste Liebe erfahren darf. Falls aber Bliss' konservatives Mammi etwas erfährt, könnte dies ihre sportliche Karriere gefährden, die jetzt erst richtig ins Rollen kommt.
DVD-Rating
Drew Barrymore ist der lebende Beweis dafür, dass das Leben einer Achterbahnfahrt gleicht. Mit E.T. feierte der dazumal 8-jährige Kinderstar einen wuchtigen Erfolg und eroberte Hollywood im Schnelldurchlauf. Doch mit dem Erfolg kamen auch die Probleme: Sie stürzte sich schon im zarten Teenageralter in Drogen und Alkohol. Die Kinoerfolge blieben aus. Doch die Schauspielerin liess sich nie unterkriegen und konnte sich immer mal wieder eine passable Rolle ergattern. Ob als Engel für Charlie, oder als böse und ebenso erotische Lolita in Poison Ivy, Barrymores Gesicht tauchte immer wieder auf. Mit Whip It versucht sich die bald 37-jährige Kalifornierin zum ersten Mal als Regisseurin, und dies mit beachtlichem Ergebnis.
Der Film bietet eine geballte Ladung Frauenpower: Barrymore, Kristen Wiig, Eve, Juliette Lewis, Marcia Gay Harden und allen voran Jungstar Ellen Page machen aus diesem witzigen Feelgood-Movie eine beinah reine Frauengeschichte. Home Alone-Bandit Daniel Stern als Familienvater und Gutmensch ist der einzige männliche Part, der auch wirklich was hergibt. Seine Rolle hat Herz und sorgt für einige Lacher. Marcia Gay Harden als konservative Mutter ist zwar nicht gerade sympathisch, aber im Zusammenspiel mit Filmehemann Stern und Tochter Page passt das Ganze sehr schön zusammen. Die Rollergirls wurden mit Tattoos aufgedonnert und machen auf harte Mädchen. Coole Sprüche, heisse Moves und viele ausgeflippte Ideen bieten nebst dem eigentlichen Hauptelement, dem Sport, zusätzliche Energie, die dem Film guttut. Mit Ellen Page hat man zudem ins Schwarze getroffen. Die Inception-Darstellerin wirkt natürlich und zieht den Zuschauer völlig in ihren Bann.
Dass Drew Barrymore das Hippie-Zeitalter liebt und lebt, sieht man Whip It an. Der Film strotzt nur so von Farben, Freude und Liebe auf allen Ebenen. Da darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Diese ist aber der Schwachpunkt des Films und nimmt der tollen Sportgeschichte gar den Schwung. Das Ende ist dann so, wie wir es kennen und in diesem Fall auch mögen. Barrymore ist es gelungen, den Bogen zu keiner Zeit zu überspannen und auch den Kitsch auf ein Minimum zu reduzieren.
Fazit: Whip It ist eine tolle und unkonventionelle Sportkomödie mit Höhen und Tiefen. Ellen Page lässt sich mit ihrem gewohntem Juno-Mundwerk nichts verbieten und überzeugt auf ganzer Linie. Die Rollergirls gefallen dank bodenständigen Charakterzeichnungen und soliden schauspielerischen Leistungen. Einzig die schwache Lovestory hätte es nicht auch noch gebraucht.
Das Bild der DVD ist erfrischend farbenfroh und weist keine Mängel auf. Für DVD-Verhältnisse ist auch der Ton in Ordnung und bringt die Rollergirl-Action noch näher in die Wohnstube. Das Bonusmaterial ist dagegen schwach ausgefallen. Ein alternativer Anfang, Interviews mit Ellen Page und Drew Barrymore und ein paar nicht verwendete Szenen sind alles, womit man uns zufriedenstellen möchte.
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4.4 Sterne (25 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 06.01.2012
- Bildformat: 16:9
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1))
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Entfallene Szenen, Interviews, alternativer Anfang



