Where the Wild Things Are (2009)
Wo die wilden Kerle wohnen
Where the Wild Things Are (2009) Wo die wilden Kerle wohnen
Oder: Den Monstern auf der Spur
Der kleine Max (Max Records) ist ein Wildfang, der gerne kreischend durchs Haus rennt, mit dem Hund ringt oder auch mal das Zimmer der älteren Schwester verwüstet, wenn er wütend auf sie ist. Der Junge hat aber auch eine sensible Seite und eine grenzenlose Fantasie.
Als eines Abends die Mutter (Catherine Keener) ihren Freund zu Besuch und keine Zeit zum Spielen hat, schlüpft Max in sein Wolfskostüm und benimmt sich wie ein wilder Kerl. Als die Mutter wütend wird und ihn dazu bringen will, sich zu benehmen, beisst Max sie. Erschrocken und wütend rennt er aus dem Haus und versteckt sich in einem Gebüsch. Dort findet er ein Bötchen, mit dem er auf eine lange Segelreise geht.
Schliesslich gelangt er auf eine Insel, auf der eine Gruppe grosser Monster lebt. Erst wirken sie furchteinflössend, Max kann sie jedoch davon überzeugen, dass er ein König ist, sodass sie ihm nichts tun und ihn als Anführer akzeptieren. Von nun an tollt Max mit den wilden Kerlen auf der Insel herum, lebt mit ihnen seinen Drang nach Chaos und Zerstörung aus, und zusammen bauen sie ein grosses Fort. Doch auch auf der Insel ohne Eltern und ohne Regeln sind die Sorgen nicht fern...
DVD-Rating
1963 veröffentlichte der New Yorker Maurice Sendak ein Kinderbuch, das auch heute noch beliebt und bekannt ist. Where the Wild Things are wurde nun von Filmemacher Spike Jonze auf die Leinwand gebracht. Und wer den Mann und seine Filme wie Being John Malkovich oder Adaptation kennt, weiss, dass die Abenteuer von Max und den wilden Kerlen zwar aus einem Kinderbuch stammen, aber die Umsetzung nicht zwangsläufig ebenso für Kids geeignet sein muss.
Und genau das ist der Haken von Where the Wild Things are: Die Story vom kleinen Ausreisser, den wilden Monstern und den Ereignissen auf der Insel ist zwar schön und fantastisch umgesetzt, übertreibt es aber mit dem Anspruch und dem künstlerischen Einfluss. Klar, die Szenen sind toll, die Viecher auch mal lustig und die Settings wunderbar. Aber für den "normalen" Zuschauer, der sich eine farbenfrohe Welt mit Slapstick und viel Witz erhofft, dürfte Jonzes Version der Geschichte einen Tick zu langweilig sein. Oder eben zu "independent". Aber wer das nicht mag, darf grundsätzlich in keinen Film von Spike Jonze gehen, oder?
Nichtsdestotrotz wird hier eine schöne Geschichte erzählt, die den interessierten Zuschauer beschäftigt und zum Nachdenken anregt; eine Geschichte, in der viele gut animierte und unter anderem von Forest Whitaker und Chris Cooper gesprochene Figuren vorkommen. Zudem darf man sich als Erwachsener auch wieder mal als Kind fühlen, wenn die Hauptfigur Max genau den Problemen begegnet, die altbekannt sind.
Fazit: Where the Wild Things are ist ein recht spezieller Film geworden, der nur bedingt fürs Massenpublikum zugänglich ist. Schöne Kamerafahrten, interessante Charaktere und viele Emotionen vermischen sich mit einer gewöhnungsbedürftigen Umsetzung der Geschichte, die irgendwie halt doch ein bisschen mehr versprochen hatte, als der Herr Regisseur schlussendlich leisten wollte oder konnte.
Die DVD von Where the Wild Things are hat nette Features zu bieten, in denen versucht wird, einem Hund beizubringen, dass er, während er rennt, auch noch bellen soll. Ausserdem gibt's einen grossen Streich, und die Kinder übernehmen die Produktion. Also ist es irgendwie zwar kein Kinderfilm, aber doch ein kindlicher Film. Technisch macht die DVD gesamthaft einen guten Eindruck, wobei die Bildqualität ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Dafür ist der Ton sauber und klar.
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4.3 Sterne (37 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.04.2010
- Bildformat: 2.40:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte; Englisch für Hörgeschädigte; Portugiesisch; Spanisch
- Extras: Der grosse Streich; Die Vampir-Attacke; Die Kinder übernehmen die Dreharbeiten; Die absurde Schwierigkeit, einen Hund zu filmen, der zur gleichen Zeit läuft und bellt



