Wolfy - Volchok (2009)
Wolfy - Volchok (2009)
Oder: Es ist zum Heulen!
Auf einem schneebedeckten Feld in Russland flüchtet eine hochschwangere Frau (Yana Troyanova) vor der Polizei. Blut tropft von ihren Händen. Schon bald ist sie eingeholt und wird für einen Mord eingebuchtet. Bevor die Polizei die junge Frau abführen kann, gebärt diese eine Tochter, die sie erst sieben Jahre später kennenlernen wird. Das Mädchen soll bei der Grossmutter aufwachsen und wartet dort auf die Entlassung seiner Mutter
Als diese jedoch aus dem Gefägnis raus und zum ersten Mal mit ihrer Tochter (Polina Pluchek) vereint ist, scheint sie sich mehr dafür zu interessieren, mit ihrem neuen Freund in die Kiste zu hüpfen und sich zu betrinken, als ihr Mädchen zu begrüssen. Es beginnt ein gestörtes Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Alleingelassen, angeschrien, vernachlässigt: Die Tochter hat ein schwieriges Leben vor sich, denn ihre Mutter scheint sich nie zu bessern.
Kinofilm-Rating
Vasily Sigarev hat im Theaterbereich schon einige Erfahrungen sammeln können und versucht sich nun mit Volchok mit seinem ersten Spielfilm. Rausgekommen ist ein Film, den man sich bestimmt nicht öfter als einmal anschaut. Denn er ist einfach nur depressiv. Die Mutter ist ein übles Monster, und wenn einmal ein wenig Liebe durchzuschimmern scheint, wird dies schon in der nächsten Szene wieder zunichte gemacht. Dass das alles so schwer anzuschauen ist, liegt daran, dass Hauptdarstellerin Yana Troyanova eine Wucht ist. Sie spielt die Mutter mit einer derartigen Intensität, dass beim Zuschauer nichts anderes als purer Hass aufkommen kann.
Leider können die selben Komplimente nicht auch an die kleine Polina Pluchek weitergegeben werden, deren Mangel an Schauspielerfahrung offensichtlich ist. In der Mitte des Filmes verliert sich zudem die Handlung in einem Subplot um die Freundschaft des Mädchens zu einem toten Jungen, den sie jeden Tag auf dem Friedhof besucht. Dieser Handlungsstrang wird begonnen, jedoch nie befriedigend weitergeführt. Der Epilog ist dann etwas sehr dramatisch ausgefallen und will uns als Zuschauer ein weiteres Mal in die Magengrube boxen, doch irgendwann ist dann auch genug.
Visuell ist Volchok toll gemacht. Lange, schön komponierte Einstellungen vermitteln durchgehend eine bedrückende Stimmung, und der Film wird so nie langweilig. Sehenswert ist er gerade wegen seiner kompromisslosen Negativität wohl schon, nur will man ihn seinen Freunden eher nicht weiterempfehlen.
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3.3 Sterne (6 Bewertungen) | 0 Kommentare



