Van Diemen's Land (2009)

Van Diemen's Land (2009)

Oder: Prison Break im Jahre 1822

Australien wurde 1606 von holländischen Entdeckern gefunden, und rund hundert Jahre später gründete Grossbritannien seine erste Kolonie auf dem neuen Kontinent. Diese Siedlungen dienten jedoch primär als Strafkolonien und wurden von den Briten dazu genutzt, all das Gesindel abzuschieben, das auf ihrer Insel nicht mehr geduldet wurde. Um 1800 waren deshalb die Lebensbedingungen katastrophal, die Gefangenen wurden zu harter Arbeit gezwungen, und rund um die Kolonie war nichts ausser Wildnis, die eine Flucht zu einer Selbstmordaktion machte.

Dennoch sollte dies den Iren Alexander Pearce (Oscar Redding) nicht aufhalten. Der für Diebstahl nach Australien gebrachte Gefangene versuchte im Jahre 1822 das Unmögliche und floh mit sieben Mithäftlingen von der Kolonie in die Wildnis. Doch es ging nicht alles nach Plan, und so standen sie schliesslich nur mit ein paar Werkzeugen und Kochtöpfen vor der grossen Wildnis. Der Überlebenskampf begann und das Misstrauen wuchs. Schon bald setzte der Hunger ein und die unmenschlichen Bedingungen trieb die Gruppe schliesslich zu einer fatalen Entscheidung: Nur mit Töten konnte sie überleben...


Kinofilm-Rating

Der Überlebenskampf in der Wildnis ist eines der Themen, die schon öfters in FIlmen aufgegriffen wurden. Doch eher selten spielte dabei die Handlung während der Kolonialzeit, in der Grossbritannien seine Gefängnisse nach Australien entleerte. Im Fall von Van Diemen's Land wird sogar eine biographische Geschichte erzählt, denn Alexander Pearce gab es tatsächlich. Der Mann lebte von 1790 bis 1824 und wurde in die Kolonie abgeschoben, weil er sechs Paar Schuhe gestohlen hatte. Doch wer die Geschichte kennt, auf welcher der Film basiert, merkt schnell, dass nur wenig davon für die Handlung im Film verwendet wurde, denn das meiste davon findet sich im Introtext, der zu Beginn des Filmes eingeblendet wird.

Leider ist dieser Introtext dann auch das Interessanteste am Film. Von Gefängnis, der Kolonie, dem Tagesablauf und der Lebenssituation bekommt man nahezu nichts mit, und schon nach geschätzten fünf Minuten Einführung setzt die eigentliche Handlung bei der Flucht an. Dreckig, düster, farb- und mehrheitlich wortlos - so kann ab da der Film beschrieben werden. Vieles bleibt unkommentiert, und so liegt es am Zuschauer, das Gesehene mit Sinn zu füllen. Zudem hat man so auch die Situation, dass während 95 Prozent der Handlung einige Männer durch den Dschungel wandern und sich die Regie primär damit beschäftigt, den acht bärtigen Gesellen ein Profil zu geben, das sie zu mehr macht als bloss zu gesichtslosen Schablonen.

Erfolgreich ist man jedoch kaum damit. Wenn man Van Diemen's Land mit ähnlichen Filmen wie Prison Break vergleicht, wo wirklich jeder Gefangene einen Wiedererkennungswert hat, muss man hier sogar nach dem Erzähler suchen, und wenn es wieder einen erwischt, ist die Reaktion eher "Wer war das gerade?" als "Huch der wird mir fehlen." Klar ist die Kameraführung sehr gelungen, und Regisseur Jonathan Auf Der Heide hat sich bemüht, schöne Bilder zu drehen - doch für eine Spielzeit von 104 Minuten bietet er viel zu wenig Inhalt, um die Handlung zu füllen, und so beginnt der Film so unmotiviert wie er endet.

Fazit: Van Diemen's Land scheint wie der grosse Bruder eines Kurzfilmes, der auf Spielfilmlänge aufgeblasen, aber nicht mit Inhalt angereichert wurde. Langfädig, beinahe penibel wird alles ausgelassen, was interessant gewesen wäre. Anstatt die ganze Geschichte von Alexander Pearce bis zum bitteren Ende zu erzählen, hampeln sich lediglich acht Männer durch den Dschungel, und man verliert sehr schnell das Interesse. Selbst die schönen Bilder können hier nicht viel retten. Ungenügend, hinsetzen!

1.7 Sterne
1.7 Sterne (6 Bewertungen) | 1 Kommentar

1.51.5
29.09.2010 / db