Unthinkable (2009)

Unthinkable (2009)

Oder: Der Folterer geht zum Opfer, bis es bricht.

Unthinkable

"Ich schau dir in die Augen, Kleiner."

Der ehemalige US-Soldat Steven Arthur Younger (Michael Sheen) gibt in einem Video bekannt, dass er in dem Besitz von drei Atombomben ist. Die FBI-Agentin Helen Brody (Carrie-Anne Moss) beginnt in dem Fall zu ermitteln und trifft durch ein Missverständnis zweier Behörden auf den mysteriösen H (Samuel L. Jackson). Obwohl sie ihn gefangen nimmt, wird H wenig später von hohen Regierungstieren wieder auf freien Fuss gesetzt. Doch H hat Gefallen gefunden an der zielstrebigen Agentin, weshalb er seine Vorgesetze bittet, Brody in eine Top-Secret-Angelegenheit einzuweihen.

Unthinkable

"Mach nur, was du nicht lassen kannst"

Die Regierung konnte Younger nämlich bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung des Videos schnappen und ihn einsperren. Jetzt versucht sie fieberhaft, die Orte der Bomben ausfindig zu machen - und genau da kommt H ins Spiel. Dieser hat sich in seiner langen Karriere aufs Foltern spezialisiert und ist bestrebt, die wichtigen Informationen zu erhalten. Doch was will Younger eigentlich? Denn Forderungen hat er bis jetzt noch keine gestellt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem H zu undenkbaren Mitteln greifen muss, während Brody bald nicht mehr weiss, was Recht und Unrecht ist.


DVD-Rating

Folter war nicht nur das Thema in vielen Newsbeiträgen der letzen Jahre, sondern auch ein wichtiger Bestandteil von Horrorfilmen der jüngsten Zeit. Filme wie Hostel und Saw nutzten das Quälen von Menschen, um auf Biegen und Brechen Spannung zu erzeugen. In Unthinkable geht es zwar auch um Folter, jedoch wird sie dort als Mittel eingesetzt, um wichtige Informationen zu erhalten - ähnlich wie auch bei der TV-Serie 24. Während bei Kiefer Sutherland die Devise "Der Zweck heiligt die Mitttel" galt, ist dies hier auch nicht anders, jedoch werden in dem Thriller auch kritische Stimmen laut, wodurch man am Ende einiges an Diskussionstoff hat.

Darf ein einziges Individuum gequält werden für das Wohlergehen von vielen Millionen Menschen? Der Film legt sich nie wirklich auf eine Antwort fest, sondern lässt beide Seiten auf ihre Art argumentieren. Carrie-Anne Moss (stark!) spielt in dieser Diskussion die Vernünftige, die nicht an die Macht der Folter glaubt, während Samuel L. Jackson den brutalen Folterknecht gibt, der kein schlechtes Gewissen zu haben scheint. Der Film lebt von dem Aufeinandertreffen dieser gegensätzlichen Figuren.

Intensiv ist der Film auch wegen seines Gewaltgrades. Die immer wieder gezeigten Verstümmelungen an Michael Sheens Figur sind schlimm zum Ansehen und sicherlich nichts für schwache Nerven. In dieser Hinsicht ist der Film jedoch nur konsequent, denn er scheut sich nicht davor, die brutale Wahrheit zu zeigen; Folter ist nun mal nichts Schönes. Zelebriert wird dies aber Gott sei Dank nicht. Vieles passiert sogar nur im Off.

Die Dialoge kombiniert mit der Gewalt ergeben so ein packendes Kammerspiel. Neben der Turnhalle, in der die Haupthandlung spielt, gibt es nur wenige andere Schauplätze. Diese nehmen dem Film zwischendurch etwas die Spannung, da sie dem Zuschauer eine Pause von den harten Szenen gönnen. Auch hat der Film am Anfang etwas Mühe, in die Gänge zu kommen, denn bis die Bomben hochgehen könnten, verbleiben vier Filmtage, und es ist klar, dass eine Entscheidung erst gegen Ende des Ultimatums fallen wird.

Fazit: Unthinkable ist ein Thriller, der seine Spannung zwar nicht die ganze Spielzeit hochhalten kann, aber trotzdem fesselt. Fragen über Recht und Unrecht werden gestellt, ohne die Antwort zu geben. Ein starker Film, dessen Handlung zwar etwas konstruiert wirkt, aber dank der eine ideale Ausgangslage geschaffen wird für ein moralisches Dilemma.

Der Film kommt in der Schweiz in der Extended-Fassung heraus. Wer die Kinofassung sehen will, drückt bei einer Stunde und 25 Minuten die Stopptaste. Von den beiden ist die Kinofassung zu bevorzugen, da die Extended-Version etwas plump wirkt. Als einziges Bonusmaterial kann man sich den Audiokommentar von Regisseur Jordan anhören, der unter anderem verrät, welches Ende er persönlich besser findet. Dem Bild wurde viel von seiner Farbe entzogen, aber trotzdem kann man in Sachen Qualität ein "Gut" geben. Der Ton ist für einen Dialogfilm ansprechend gelungen.

4.5 Sterne 3.2 Sterne
4.5 Sterne (31 Bewertungen) | 7 Kommentare

44
18.02.2011 / crs


DVD-Infos

DVD erschienen am 21.01.2011

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar