The Unborn (2009)

The Unborn (2009)

Oder: Eine viel zu späte Abtreibung

The Unborn

Übungen fürs nächste Rockkonzert...

Casey Beldon (Odette Yustman) schläft in letzter Zeit äusserst schlecht. Immer wieder wird sie von Alpträumen gepeinigt, in denen ein unheimlicher Junge, ein bösartiger Hund mit Maske und ein bizarres, ungeborenes Baby in einem Einmachglas vorkommen. Als sie es ihrer Freundin Romey (Meagan Good) erzählt, welche sich ausführlich mit der Geisterwelt und der Traumdeutung beschäftigt, liest diese äusserst gefährliche Symbole heraus. Doch das sind erst düstere Vorboten auf den Horror, der in den darauf folgenden Tagen noch auf Casey zukommen sollte.

The Unborn

Wohin der wohl geht...

Denn plötzlich beginnen sich nämlich ihre Pupillen zu verfärben. Nach einem Besuch beim Augenarzt, der sich dies auch nicht erklären kann, erfährt sie von ihrem Vater, dass sie ursprünglich einen Zwillingsbruder hatte, der jedoch noch vor der Geburt gestorben war. Dies ist das erste von vielen schrecklichen Geheimnissen, welche sie erfahren wird. Schritt für Schritt kommt Casey der Wahrheit auf die Spur, weshalb sich ihre Mutter erhängt hatte und was vor vielen Jahren bei den okulten Experimenten im Konzentrationslager von Auschwitz geschehen ist. Beinahe zu spät wird Casey klar, mit was sie es zu tun hat und bittet Rabbi Sendak (Gary Oldman) verzweifelt um einen Exorzismus...


Kinofilm-Rating

David S. Goyer, der Mann, der schon die Vorlage zur Blade-Saga sowie anderen Erfolgen wie Batman Begins geliefert hat, wagt sich in den übernatürlichen Horrorsektor. So entstand unter der Aufsicht von Produzent Michael Bay, der mit seiner Firma Platinum Dunes primär für Remakes von Horrorklassikern verantwortlich ist, ein harmloser PG-13 Grusler, der seine Basis in der jüdischen Sagenwelt hat. The Unborn dreht sich nämlich um so genannte Dibbuks. Das sind - vereinfacht gesagt - Seelen Verstorbener, welche nicht in den Himmel gelassen werden und den Körper eines Lebenden übernehmen, um so wieder in die reale Welt einzutreten.

Wenigstens lässt Goyer das Publikum nicht lange warten, und so beginnt sich das Genredefinierende Übernatürliche bereits nach wenigen Minuten zu manifestieren und will den Zuschauer mit Erscheinungen und merkwürdigen Hunden verunsichern. Allerdings gelingt es ihm dabei nie, einen Spannungsbogen aufzubauen und anstatt mit der unverbrauchten jüdischen Kabbalah-Mythologie einen interessanten Film zu bieten, wird der Zuschauer mit Szenen gelangweilt, welche sich in The Grudge, The Omen, Emily Rose oder Routinegrusler wie When a Stranger Calls bereits totgelaufen haben. So wird The Unborn ein über die ganze Laufzeit andauerendes Déjà Vue, welches kaum eine Atmosphäre aufbaut und nur von Zeit zu Zeit mit einem Handbuchschockmoment auf Zeitschaltung etwas wachrütteln kann.

Die Charaktere in The Unborn sind - bis auf Sofie (Jane Alexander) oder Rabbi Sendak (Gary Oldman) - wieder einmal eine Anhäufung aus uninteressanten Schablonenfiguren, welche kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen oder Sympathiepunkte sammeln. Deshalb lastet der Grusler primär auf den Schultern von Odette Yustman, welche bisher lediglich im Katastrophenfilm Cloverfield einer breiten Masse bekannt wurde. Auch wenn sie dabei eine ganz gute Leistung bringt und vor allem in den intensiveren Szenen des Exorzismus am Ende des Filmes mitreissen kann, wirken die vielen Szenen, in denen sie unmotiviert in Unterwäsche über die Leinwand huscht, primär wie eine Fleischschau für die männlichen Zuschauer. Natürlich sieht das ganz gut aus, doch schon bald schleicht sich das Gefühl ein, als ob so Goyer lediglich von den vielen Mängeln sowie dem fehlenden Unterhaltungswert abgelenken wollte.

Fazit: The Unborn ist trotz des interessanten Ansatzes, einmal eine andere Mythologie zu verwenden, primär ein Flickwerk aus den letzten zehn Jahre PG-13 Grusler und kombiniert ausgelutschte, spannungslose und unendlich in die Länge gezogenen Handlungsszenen mit Routineschockmomenten, welche kaum noch jemand hinter dem Ofen hervorlocken können. Dabei wird, trotz der an sich guten Kameraarbeit, keine einzige Überraschung geboten und auch wenn in den letzten zehn Minuten etwas Intensität aufkommt, entschuldigt dies kaum die restlichen siebzig Minuten Langeweile.

2.5 Sterne
2.5 Sterne (33 Bewertungen) | 3 Kommentare

1.51.5
13.03.2009 / db