El último verano de la Boyita (2009)
El último verano de la Boyita (2009)
Oder: Letzte Momente der Unschuld
Über viele Jahre hinweg verband die 12-jährige Jorgelina eine dicke Freundschaft mit ihrer älteren Schwester Luciana, doch in letzter Zeit scheint sie sich mehr und mehr von ihr zu distanzieren. Plötzlich werden die Jungs ein Thema, die Kleider - vor allem die eher knapperen - werden deutlich öfter getragen, und wo sich die beiden früher über alles austauschten, wird plötzlich mehr auf Privatsphäre gepocht. Klar, weiss sie als Tochter eines Arztes aus dessen Büchern und Erklärungen, was etwa vor sich geht, doch wirklich begreifen kann sie es noch nicht. Deshalb ist Jorgelina auch um so enttäuschter, als sie nur mit ihrem Vater in die Ferien fahren und die Zeit alleine auf dem Bauernhof verbringen muss.
Dort herrscht wie immer geschäftiges Treiben. Alle sind entweder fleissig am Arbeiten oder bereiten sich im Falle des jungen Mario (Nicolás Treise) auf das grosse Pferderennen vor, das in einigen Tagen stattfinden wird. Der wortkarge und in sich gekehrte Mario erweckt dann auch immer mehr das Interesse von Jorgelina, und langsam kommt es auch zu einer zaghaften Annäherung der beiden. Zum ersten Mal erlebt Jorgelina das Gefühl des Verliebtseins und kommt auch bald einem Geheimnis auf die Spur...
Kinofilm-Rating
Das Erwachsenwerden ist ein langer und oft nicht ganz einfacher Prozess, der viele Fragen aufwirft und vor allem in der Pubertät für viele Veränderungen sorgt. The Last Summer of la Boyita hat dieses Coming of Age als Grundthema und begleitet auf diesem Weg die kleine Jorgelina, welche bei ihrer älteren Schwester beinahe in ihre eigene (körperliche) Zukunft blicken kann. Die Handlung selber basiert grösstenteils auf der Kindheit der Regisseurin Julia Solomonoff, welche ebenfalls mit einer älteren Schwester aufgewachsen ist und so einige Erlebnisse beinahe 1:1 adaptieren und in den Film einfliessen lassen konnte.
Als Film wird die Geschichte primär aus der Perspektive von Jorgelina erzählt, was ihr auch eine beinahe niedliche Naivität gibt. Zudem ermöglicht dies auch einige äusserst amüsante Momente zwischen den beiden Schwestern. So kann der Film schleichend aufzuzeigen, wie sich die beiden aufgrund der einsetzenden Pubertät immer mehr auseinander leben. Leider sind solche goldigen Momente eher dem ersten Viertel vorenthalten, danach geht es mit dem Vater zum Bauernhof aufs Land, und da versandet der Film leider in schön aufgenommenen Bildern und einer zäh aufgegleisten Annäherung zwischen Jorgelina und Mario.
So verbringt man die meiste Zeit damit, den beiden zuzusehen, wie sie mit den Pferden herumreiten und sich langsam an das ominöse Geheimnis herantasten, das der Film als Überraschungstwist in Petto hat. Leider hat dieses der aufmerksame und mitdenkende Zuschauer bereits im ersten Drittel ausgeknobelt, weshalb die darauf folgende Stunde zu einem zähen Auflösen eines schon lange bekannten Rätsels wird. Wenigstens können so unschuldig einige ernste Themen in den Film hineingeflochten werden, welche auch zum Nachdenken anregen. Leider bleiben dies auch die einzigen Punkte, mit denen sich The Last Summer of la Boyita wirklich herausheben kann. Denn selbst wenn das Ganze mit den gut ausgewählten Schauspielern äusserst natürlich wirkt, hat man den Film bereits viele Male in einer ähnlichen Form gesehen. So verlässt man zwar nach dem Abspann mit einem Lächeln auf den Lippen das Kino, den Film hat man aber bald wieder vergessen.
Fazit: The Last Summer of la Boyita ist ein klassischer Feelgood-Coming-of-Age-Film mit einer sympathischen Hauptdarstellerin und einigen ganz niedlichen Momenten. Doch trotz stimmigem Soundtrack und guter Kameraführung folgt der Film sehr stark dem Schema F, macht viel Rauch um ein schon lange gelöstes Rätsel und kann nur mässig unterhalten. Die aufkeimende Beziehung zwischen Jorgelina und Mario sowie der unverklemmte und humoristische Umgang mit schwierigen Themen machen den Film dennoch sehenswert. Einen bleibenden Eindruck wird er aber kaum hinterlassen.
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