Die Tür (2009)

Die Tür (2009)

Oder: Vergangenheitsbewältigung

Die Tür

"Die Kleine hat meinen Platz geklaut."

David Andernach (Mads Mikkelsen) scheint ein perfektes Leben zu haben: Als Maler ist er erfolgreich und er lebt zusammen mit seiner Frau Maja (Jessica Schwarz) und dem gemeinsamen Töchterchen Leonie (Valeria Eisenbart) glücklich in einem anständigen Haus mit einem eigenen Pool. Doch eines Tages ändert sich sein Leben schlagartig: Als er seiner hübschen Nachbarin, mit der er eine Affäre hat, einen Besuch abstattet, ertrinkt Leonie durch einen Unfall im Pool. Obwohl er versucht, sie zu retten, stirbt sie noch am Unfallort. Für David bricht eine Welt zusammen.

Die Tür

"So ein Müll!"

Ihm gelingt nichts mehr und seine Frau kann ihm einfach nicht verzeihen. Er glaubt, nur noch durch den Freitod Erlösung zu erlangen. Doch dann entdeckt er eine geheimnisvolle Tür, die in die Vergangeinheit führt. Als er sie durchschreitet, erhält er die Möglichkeit, seine Tochter zu retten. Als ihm dies gelingt, scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Doch der Schein trügt, und David muss bald erkennen, dass seine Zeitreise schlimme Konsequenzen haben wird.


Film-Rating

Was, wenn man in die Vergangenheit reisen und das schlimmste Ereignis seines Lebens verhindern könnte? Da Dr. Emmett Brown noch etwas Zeit braucht, bis sein Delorean fertig ist, setzt sich die Filmwelt bis dann mit dieser Art der "Vergangenheitsbewältigung" noch ein wenig auseinander. Neustes Beispiel ist der vom deutschen Regisseur Anno Saul inszenierte Mystery-Thriller Die Tür. Obwohl man mit Mads Mikkelsen einen mehr als erfahrenen Mimen gewinnen konnte, kann auch er nicht dieses schlechte Konstrukt eines Kartenhauses am Einsturz hindern.

Mikkelsen bleibt auch einer der wenigen Punkte, warum man sich Die Tür antun könnte. Der Däne überzeugt mit seinem Spiel, jedoch muss auch er sich dem mehr als schwachen Drehbuch beugen. Dieses verschläft es beinahe den ganzen Film, einen Spannungsbogen zu konstruieren. Man sieht oftmals dem Geschehen einfach zu, denkt an den nächsten Tag oder fragt sich, ob man nun die Haustüre wirklich abgeschlossen hat. Erst gegen das Ende hin macht sich so etwas wie Spannung breit, jedoch wird dies durch immer mehr Peinlichkeiten wieder zunichte gemacht.

Es kann natürlich auch sein, dass Regisseur Saul gar nicht so sehr auf Thrillerelemente aus war, sondern eher auf die Dramatik. Jedoch sind alle Figuren abgesehen von Mikkelsen so oberflächig gezeichnet, dass eine Identifikation schwer fällt und deshalb kein Mitfiebern erfolgt.

Bei Filmen, die mit Zeitreisen spielen, besteht immer die Gefahr, dass die Logik sehr schnell flöten geht. Hier löst man das Problem, indem man die Vergangenheit als Paralleluniversum verkauft. Dies ist zwar nicht gerade innovativ, jedoch der sicherste Weg, sich nicht gross in Widersprüche zu verwickeln. Doch das Ergebnis bleibt mehr als mässig, und ein solches Ende, wie es der Film bietet, muss man auch zuerst mal hinkriegen - im negativen Sinne.

Fazit: Die Tür hätte einiges an Potential für einen spannenden und mitreissenden Mystery-Thriller gehabt. Das Drehbuch ist aber zu unentschlossen und weiss nicht wirklich, in welche Richtung es steuern soll - für einen Mystery-Thriller zu spannungsarm und für ein Drama zu wenig dramatisch. So bleibt am Ende ein Film, der oftmals unfreiwillig komisch ist anstatt spannend und mysteriös. Da warten wir lieber noch etwas auf Dr. Brown oder gucken nochmals den zwar verwirrenden, aber eher gelungenen Butterfly Effect.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.52.5

 

05.07.2010 / crs

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Bewertung: 3.2 (10 Bewertungen)

 

 

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