Tetsuo: The Bullet Man (2009)

Tetsuo: The Bullet Man (2009)

Oder: Die Rache des menschlichen Gewehrs

Tetsuo: The Bullet Man

Flashdance 2, diesmal mit einer männlichen Hauptrolle

Anthony (Eric Bossick), seine Frau Yuriko (Akiko Monou) und ihr Sohn Tom führen in Tokyo ein idyllisches Leben. Doch eines Tages ändert sich dies abrupt: Ein Unbekannter überfährt den Jungen auf brutale Weise, sein Vater muss hilflos dabei zusehen, und der Kleine ist auf der Stelle tot. Yuriko begreift die Welt nicht mehr, denn ihr Mann scheint in keiner Weise wütend zu sein oder um den ermordeten Sohn zu trauern. Sie greift ihn an und provoziert ihn, um eine Reaktion zu sehen und fordert von ihm, den Täter zu finden und ihn zur Strecke zu bringen.

Tetsuo: The Bullet Man

Ich bringe den Fleck nicht raus!

Anthony jedoch will sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und frisst seinen Kummer in sich hinein. Yuriko verlässt wütend die Wohnung und schwört, sich selber zu rächen. Was sie jedoch nicht ahnt, ist, dass Anthony innerlich vor Wut kocht. Die heftigen Gefühle über den Verlust seines einzigen Kindes werden ihn auf eine unerwartete Art verändern.


Kinofilm-Rating

Tetsuo - The Bullet Man ist der dritte Teil der vor zwanzig Jahren vom japanischen Regisseur Shinya Tsukamoto gestarteten Tetsuo-Reihe. Es ist ein sehr schneller, aggressiver Film mit ebensolcher Musik, sodass man das Gefühl hat, in einer Diskothek zu sein und nicht im Kino. Einige Male flimmern viele schnell geschnittene Bilder über die Leinwand, die die Wirkung eines Stroboskops hervorrufen.

Was die Handlung angeht, gibt es nicht viel zu sagen. Die Idee, dass sich jemand in wütendem Zustand in ein Monster verwandelt, ist nicht neu. Man denke hierbei beispielsweise an The Hulk, der zum grünen Zerstörer wird. In Tetsuo - The Bullet Man mutiert der von starken Rachegefühlen geplagte Vater zur tödlichen Maschine, eine Art menschlicher Zerstörungswaffe. Das metallene Monster, in das sich Anthony verwandelt, sieht billig aus und entlockt dem Zuschauer eher einige ungewollte Lacher als Angstschreie.

Die Dialoge lassen zu wünschen übrig, und besonders nervtötend ist die Ehefrau, wofür Darstellerin Akiko Monou (The Red Army) aber nichts kann. Eric Bossick muss des Öfteren verärgert vor sich hinschreien und sich in einem äusserst unbequem aussehenden Kostüm inklusive Maske herumquälen. Der Zuschauer leidet mit - aber wohl eher aufs Kostüm als auf die mitnehmende Handlung bezogen.

Ein kleiner Troststern sei an dieser Stelle doch gewährt für die kleinen Details, die auf das Thema des Metallmonsters abgestimmt sind, das in Anthony steckt. Die Umgebung und die Kleider sind in farblich kalten, eben metallenen Tönen gehalten. So ist ausser schwarz, weiss und grau während des ganzen Films nichts anderes zu sehen. Auch die Musik hat einen metallenen Einschlag, und es schmirgelt aus den Kinolautsprechern.

Kurz gesagt: Story na ja, Darsteller okay - Ein Kinobesuch ist nur Fans empfohlen.

1.5 Sterne
1.5 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

11
08.09.2009 / faz