The Milk of Sorrow - La teta asustada (2009)

Eine Perle Ewigkeit

The Milk of Sorrow - La teta asustada (2009) Eine Perle Ewigkeit

Oder: Die Leiden der Nachtschattengewächse

Noch etwas grün hinter den Ohren

Noch etwas grün hinter den Ohren

Die Mutter von Fausta (Magaly Solier) wurde während des blutigen Krieges des peruanischen Militärregimes gegen linke Guerillas vergewaltigt, als sie mit ihr schwanger war. So leidet sie heute an einer mysteriösen Krankheit - "The Milk of Sorrow" -, die über die Muttermilch von misshandelten Frauen übertragen wird und die Person zu einer sozial Randständigen mit grosser Anfälligkeit für Krankheiten macht.

Fausta leidet deshalb sehr stark an Angstzuständen und getraut sich nicht, ihre gewohnte Umgebung alleine zu verlassen. Aus Angst, dass ihr Ähnliches widerfahren könnte wie ihrer Mutter, führt sie sich als Schutz eine Kartoffel in die Vagina ein, damit ihr kein Mann zu nahe kommt. Diese wächst jedoch und fügt dem Mädchen grosse Schmerzen zu. Eine operative Entfernung kommt für sie jedoch noch nicht in Frage.

Als ihre Mutter stirbt, ist Fausta gezwungen, sich ihren Ängsten zu stellen, damit sie das Geld verdienen kann, welches sie benötigt, um ihre Mutter in deren Heimatdorf begraben zu können.


Film-Rating

Irgendwann musste sie ja kommen: die saure Arthouse-Gurke. Jedes Filmfestival hat sie im Programm, doch gerade bei der Berlinale schleichen sich solche prätentiösen Filme gerne in den Wettbewerb ein. Claudia Llosas zweiter Spielfilm ist unerträglich langweiliges, deprimierend düsteres Kunstkino, dessen Hauptfigur keinerlei Identifikationsmöglichkeit bietet.

Llosa fährt ein zweigleisiges Schwert: Erstens ist sie dem lateinamerikanischen, sozialen Realismus verpflichtet, dessen minimalistischer, beinahe dokumentarischer Stil eigentlich den Film auf das wesentliche reduzieren sollte. Gleichzeitig versucht sie aber in der Tradition des europäischen Kunstkinos, jede Szene mit Symbolik aufzuladen, wo gar keine nötig gewesen wäre. Die Geschichte mit der Kartoffel in der Vagina, die spriesst? Das Nasenbluten? Alles Zeichen für die sexuelle Revolution des Mädchens. Dass aber so penetrant darauf herumgeritten wird, macht die Sache nur peinlich.

Würden mindestens die Schauspieler für das Nichtvorhandensein einer Geschichte entschädigen, könnte man erwähnen, dass auch grosse Meister wie Theo Angelopolous oder Federico Fellini keine Story brauchen, um eine Geschichte zu erzählen, doch Magaly Solier starrt den ganzen Film leer in die Landschaft hinein.

La teta asustada ist ein vollkommen missglückter Wurf, dessen 94 Minuten endlos lange erscheinen. Und das schlimmste dabei ist, dass der Film eigentlich eine Idee hätte, diese aber so zunichte macht, dass man sich nur noch ärgert. Und so darf ein Film den Zuschauer auf keinen Fall nach Hause gehen lassen.


OutNow.CH:

Bewertung: 1.51.5

 

14.02.2009 / hut

Community:

Bewertung: 3.6 (4 Bewertungen)

 

 

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