Das Tagebuch (2009)
Das Tagebuch (2009)
Oder: *Kopfschüttel*
Emy (Emanuel Malacarne) wacht nach einer durchzechten Nacht draussen vor seinem Haus auf. Sein Hemd ist zerrissen, sein Körper mit Kratzwunden übersäht. Auch sein Date, mit dem er an der gestrigen Party engen Kontakt hatte, kann sich an gar nichts mehr erinnern. Zu Hause angekommen, erzählt er seinen Nachbarkumpels Benj (Benjamin Wüst) und Skeni (Skender Rustemi) von seinem mysteriösen Blackout. Emy findet schnell heraus, dass dies einen Zusammenhang mit dem dreihundertjährigen verlassenen Haus auf der anderen Strassenseite zu tun haben muss.
Emy beobachtet, wie eine alte Frau mit dem Taxi herangefahren kommt und das Haus betritt. Beim nächtlichen Pokerspiel überredet er seine Kumpels, bewaffnet mit einem Camcorder in das Haus einzudringen und herauszufinden, wer oder was hier genau herumspukt. Im Haus verlieren sich die drei und finden erst wieder zusammen, als sie das Tagebuch einer Frau finden. Vor Jahren muss hier etwas Schreckliches passiert sein...
DVD-Rating
In einem Zeitraum von vier Jahren produzierten die Jungfilmer Manuel Haefele (Regie/Kamera) und Emmanual Malacarne (Drehbuch/Hauptdarsteller) ihr Spielfilmdebüt. Gedreht wurde vorwiegend an Wochenenden mit einem sehr bescheidenen Budget.
Ein Review ohne einen einzigen Stern zu versehen ist ein ganz besonderes Privileg. Bei Das Tagebuch ist es schwer, positive Ansätze zu finden, geschweige denn zu wissen, wo man mit der Aufzählung aller kritischen Punkte anfangen soll. Grundsätzlich, und da lassen wir alle technischen und schauspielerischen Aspekte aussen vor, bietet der Film immerhin eine klassische Geschichte: Jungs finden altes, mysteriöses Tagebuch in altem Haus. Da muss was krumm sein - oh je, oh weh -, Man fügt etwas Unheimliches aus der Vergangenheit hinzu, und dann gibt's ordentlich auf die Schnauze. So weit, so gut. Man muss keine anspruchvollen rückwärtserzählten Plots schreiben, aber das hier... da ist man besser unterhalten, wenn man sich eine Folge X-Diaries oder Familien im Brennpunkt ansieht. Von Struktur und Spannung fehlt jede Spur.
Im Bereich Cast finden sich Hobby-Darsteller, bei denen die Bezeichnung "untalentiert" noch ein Kompliment wäre. Zum Glück wurde bei den Dialogen gespart ("Ich muen ga säiche..."), denn eiliges Treppenlaufen und im Wald Herumirren benötigt zum Glück kein grosses Talent. Punkto Technik lassen sich auch keine Pluspunkte geben. Zwar wirken die Kamerafahrten teilweise überraschend kreativ, der lausige Ton und die immer wiederkehrende Bildunschärfe versalzen die Suppe unweigerlich. Hinzu kommen lächerliche Bluteffekte, Kostüme und Make-up. Die einzig halbwegs interessanten Ansätze sind eine Wärmebildkamera sowie ein Gefängnis als Schauplatz.
Fazit: Das Tagebuch ist ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Film nicht machen sollte. Die Story versagt nach wenigen Minuten, die Schauspieler (wenn man sie überhaupt so nennen darf) dümpeln vor sich hin, und es entsteht eine gnadenlose Langeweile. Als Schulprojekt oder für den Freundeskreis produziert, wäre der Film vielleicht noch geeignet gewesen. Für ein höheres Niveau reicht es definitiv nicht.
Die DVD entspricht dem Film: lausiges Bild, lausiger Ton und lausiges Menü. Als Bonus findet sich ein Making-of, für all die Hartgesottenen, die nach den 70 Minuten immer noch nicht eingeschlafen sind.
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DVD-Infos
- Bildformat: 16:9 / Anamorph
- Sprachen: Dialekt (2.0)
- Untertitel: -
- Extras: Making-of



