Surrogates (2009)

Surrogates - Mein zweites Ich

Surrogates (2009) Surrogates - Mein zweites Ich

Oder: Wer bin ich?

Surrogates

Nach dem Coiffeurbesuch

In (nicht mehr allzuferner) Zukunft haben die Menschen das Bedürfnis verloren, richtig zu leben. Die Leute sitzen inzwischen daheim in ihren speziellen Sesseln und lassen Roboter, sogenannte "Surrogates", arbeiten, und auch das Soziale wird so bestritten. Jeder besorgt sich das Aussehen, das er möchte, das Geschlecht ist egal, und so kann auch der übelste Bursche als schönste Dame durch die Strassen stöckeln. Zudem ist diese Erfindung von Lionel Canter (James Cromwell) dafür verantwortlich, dass die Verbrechensrate auf ein höchst erfreuliches Level gesunken ist.

Trotzdem ist nicht alles paletti mit diesen "Surrogates". Unter der Führung des "Propheten" (Ving Rhames) hat sich ein Widerstand von "echten" Menschen gebildet, der aber in einem gut übersichtlichen Stadtteil vor sich hinlebt. Zu ihm führt die Spur des ersten echten Mordes seit langer Zeit, den der Agent Tom Greer (Bruce Willis) untersuchen soll. Es hat nämlich jemand in einem Hinterhof eine Waffe gezogen und nicht nur den Surrogate, sondern auch den echten Menschen dahinter umgebracht. Und so eine Waffe könnte das Ende der Gegenwart bedeuten.

Surrogates

Ein richtig netter Kerl

Agent Greer muss nun mit seiner Partnerin (Radha Mitchell) diesen Vorfall untersuchen, und bald stehen beide Agenten im Visier des Killers. Glücklicherweise kann Greer gerade noch seinen Gedankenapparat entfernen, als es gefährlich wird. Nun muss er als realer Mensch auf die Strassen, die er seit Jahren nicht betreten hat, um gegen einen Gegner anzutreten, der ihm körperlich mehr als überlegen ist. Und bald schon ist Greer einer gigantischen Verschwörung auf der Spur...


Kinofilm-Rating

Wenn Bruce Willis mal wieder mit einem Actionfilm in die Kinos kommt, darf man ruhig etwas mehr als das übliche Gekrache erwarten. Zumal im Fall von Surrogates eine höchst interessante Comicreihe zu Grund liegt, aus der Regisseur Jonathan Mostow (Terminator 3: Rise of the Machines) nun einen intelligenten Zukunftsthriller machen sollte, der natürlich seine Ähnlichkeiten zu I Robot nicht verheimlichen kann. Und das nicht nur, weil's um Roboter geht und James Cromwell eine zwielichtige Rolle spielt.

Auf den ersten Blick überrascht bei Surrogates vor allem die kurze Laufdauer von nicht mal 90 Minuten. Jedoch wird in diese kurze Zeit eine interessante und vielschichtige Geschichte gepresst, welche mit Actionsequenzen und ein paar ruhigen Charaktermomenten angereichert wurde. Es wird praktisch nie langweilig, Bruce Willis mag mit Scheitel bescheuert aussehen, hat seine Rolle aber jederzeit im Griff, und die Spezialeffekte halten, was sie bereits im Trailer versprochen haben. Und trotzdem, ganz gelungen ist Surrogates leider doch nicht.

Es wurde schlichtweg zuviel Material in den Film gepackt, die Charaktere (ausser Willis) bleiben an der Oberfläche, man wird verwirrt mit vielen Roboterfiguren und deren Hintermännern und verliert bald mal den Überblick, wer da jetzt genau mit wem und wieso überhaupt. Zwar hätte mit Ving Rhames jemand das Potenzial für Erleuchtung gehabt, nur wird der leider recht schwach dargestellt und schlussendlich auch verbraten. Da nützt auch der finale Twist am Ende des Films nichts, der zwar einen spektakulären Eindruck macht, aber halt doch nicht richtig ziehen mag.

Fazit: Surrogates ging an den US-Kinokassen überraschenderweise unter, dabei ist der Film eigentlich recht flott und spannend inszeniert. Ein bisschen gar vollgepumpt mit Infos und Verwirrungen, aber als gesamtes Produkt ein schöner Actionfilm, der mit einigen tollen Spezialeffekten auffahren kann.

3.6 Sterne
3.6 Sterne (59 Bewertungen) | 4 Kommentare

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03.11.2009 / muri