The Stepfather (2009)
The Stepfather (2009)
Oder: Mit dem stimmt doch was ned....
Als die Polizei in einem beschaulichen Einfamilienhaus eine Familie abgeschlachtet vorfindet, steht sie vor einem Rätsel. Der einzige Unauffindbare ist nämlich der Stiefvater, und das ist nicht das erste Mal. Doch noch immer hat die Polizei keine Anhaltspunkte, wer der Täter sein könnte. Währenddessen ist die frisch geschiedene Mutter Susan Harding (Sela Ward) gerade mit ihren beiden Kindern am Einkaufen und trifft zu ihrem Erstaunen auf einen charmanten Mann. Dieser stellt sich als David Harrys (Dylan Walsh) vor, und sie lädt ihn auch gleich zum Pizzaessen ein. Eines führt zum anderen, und als Michael (Penn Badgley) - Susans ältester Sohn - einige Monate später aus der Militärschule zurückkommt, ist David bereits eingezogen.
Michael ist aber alles andere als glücklich und regelrecht überrumpelt, denn er ist noch immer nicht über den Verlust seines Vaters hinweg und wurde deswegen auch nicht grundlos zur Militärschule geschickt. Doch trotz Antipathie findet die Familie schliesslich zusammen, und der neue Stiefvater fügt sich ebenfalls ein. Doch bald schöpft Michael Verdacht, dass etwas mit dem enthusiastischen Familienvater nicht ganz stimmt. Michaels Freundin Kelly (Amber Heard) hält ihn jedoch für besessen und kann ihn schliesslich beinahe davon überzeugen, dass mit David alles in Ordnung ist. Doch Michael wird den Verdacht nicht los und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur...
DVD-Rating
Mit The Stepfather kam 1987 ein recht unscheinbarer Film ins Kino, bei dem der heute wohl nur noch als Locke aus Lost bekannte Schauspieler Terry O'Quinn die Hauptrolle spielte, und der sich über die Jahre zum Kultstreifen entwickelt hat. Der Film erhielt darauf zwei eher durchzogene Sequels und jetzt, über zwanzig Jahre später, das allseits bei den Studios beliebte Remake. Wie bei diesen Neuverfilmungen üblich, wird dabei einiges beinahe 1:1 übernommen, anderes wird erweitert und auch auf die heutige Zeit angepasst. Was am meisten auffällt, ist jedoch, dass sich die Macher deutlich von dem ursprünglichen Kammerspiel mit Mutter, Tochter und Stiefvater entfernt, viele Subplots dazugeschrieben und die Familie beinahe verdoppelt haben.
Trotz der guten Vorlage wirkt das Remake jedoch gebastelt und an den falschen Stellen geändert. Selbst mit viel Toleranz will das Ganze nicht wirklich überzeugen. Penn Badgley ist als Protagonist des Films schlichtweg ungeeignet, da er als durchschnittlicher Serienschauspieler zu ausdrucksschwach ist und mehr wie ein trötzelnder Teenager daherkommt. Daran können auch die vielen minutenlangen Bildcollagen mit ihm und Amber Heard nicht helfen, welche offensichtlich schön aussehen, aber mehr nach Füller und Fleischshow riechen, als dass sie die Handlung unterstützen. Das Gleiche gilt auch für die Subplots, in denen die Polizei nach dem Stiefvater sucht, die misstrauischen Freundinnen Nachforschungen anstellen oder der immer noch herumstreunende Ex-Mann vorbeikommt. Alles Ballast, der den einst so dominanten Stiefvater immer mehr in den Hintergrund rückt und diesen vom Anker des Filmes zu einem Bestandteil macht, der die Handlung weder vorantreibt noch wirklich prägt.
Dies ist, neben der doch eher durchschnittlichen Leistung von Dylan Walsh als Stiefvater, auch der Hauptgrund, warum das Remake nicht annähernd die Intensität des Originals erreicht. Da zeigt sich wohl auch der Einfluss des primär im TV-Bereich tätigen Regisseurs Nelson McCormick. Er hat sicher eine solide Arbeit geleistet und auch viele Hochglanzbilder zustande gebracht, aber mit seiner PG-13-Inszenierung schiesst er schlichtweg am Ziel und verhunzt einmal mehr ein ursprünglich gutes Original.
Fazit: The Stepfather gehört wieder zu den vielen unnötigen Remakes. Das ursprünglich intensive Kammerspiel des Originals wurde mit viel unnötigem Schrott zugebuttert, beinahe kinderfreundlich verfilmt und kann deshalb nicht überzeugen. Neben vielen Bikiniszenen von Amber Heard und noch mehr harmlosen Hochglanzbildern bleiben von dem Streifen lediglich einige gelungene Momente in Erinnerung. Diese wurden jedoch beinahe durchs Band vom Original übernommen, funktionieren aber wegen den durchschnittlichen Schauspielern nur mässig. Deshalb wie üblich: Original schauen, Remake vergessen.
Die DVD liefert den Film in einem Unrated Director's Cut, doch das ist wohl primär Kundenfang, denn hier merkt man kaum etwas von "Unrated". Die Bild- wie auch die Tonqualität bieten gehobenes DVD-Niveau und ermöglichen einen guten Filmgenuss. Das Bonusmaterial ist jedoch durchwegs einen Blick wert, denn die Aspekte der Produktion werden in mehreren Dokus gut beleuchtet.
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2.7 Sterne (17 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: Widescreen 2.40:1
- Sprachen: Englisch (DD 5.1); Französisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch; Englisch für Hörgeschädigte; Französisch
- Extras: Gag Reel; Audiokommentar; Making-of; Featurette; Stunts



