The Stepfather (2009)

The Stepfather (2009)

Oder: Daddy's really angry...

The Stepfather

Junge, wir haben ein Problem!

Als die Polizei in einem beschaulichen Einfamilienhaus eine Familie abgeschlachtet vorfindet, steht sie vor einem Rätsel. Der einzige Unauffindbare ist nämlich der Stiefvater, und das ist nicht das erste Mal. Doch noch immer hat die Polizei keine Anhaltspunkte, wer der Täter sein könnte. Währenddessen ist die frisch geschiedene Mutter Susan Harding (Sela Ward) gerade mit ihren beiden Kindern am Einkaufen und trifft zu ihrem Erstaunen auf einen charmanten Mann. Dieser stellt sich als David Harrys (Dylan Walsh) vor, und sie lädt ihn auch gleich zum Pizzaessen ein. Eines führt zum anderen, und als Michael (Penn Badgley) - Susans ältester Sohn - einige Monate später aus der Militärschule zurückkommt, ist David bereits eingezogen.

The Stepfather

111-Auskunft, Sie wünschen?

Michael ist aber alles andere als glücklich und regelrecht überrumpelt, denn er ist noch immer nicht über den Verlust seines Vaters hinweg und wurde deswegen auch nicht grundlos zur Militärschule geschickt. Doch trotz Antipathie findet die Familie schliesslich zusammen, und der neue Stiefvater fügt sich ebenfalls ein. Doch bald schöpft Michael Verdacht, dass etwas mit dem enthusiastischen Familienvater nicht ganz stimmt. Michaels Freundin Kelly (Amber Heard) hält ihn jedoch für besessen und kann ihn schliesslich beinahe davon überzeugen, dass mit David alles in Ordnung ist. Doch Michael wird den Verdacht nicht los und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur...


Blu-ray-Rating

Nachdem sich TV-Regisseur Nelson McCormick bei Horrorfans bereits mit seinem Spielfilmdebut, dem Remake des Slasher-Klassikers Prom Night, unbeliebt gemacht hat, dürfte sich sein Ruf nach der Inszenierung dieses weiteren Remakes nicht bessern. Das PG-13-Filmchen ist so homogen und weichgespült, dass kaum Spannung oder gar Angst aufkommt. Und dennoch: The Stepfather ist zwar unnötig, doch kein kompletter Rohrkrepierer.

Interessant ist zum Beispiel, dass das Geschlecht des Protagonisten gegenüber dem Original verändert wurde. Penn Badgley (bekannt aus Gossip Girl) erinnert an einen jüngeren Mark Ruffalo und macht seine Sache recht gut. Männliche Protagonisten sind selten in Slasherfilmen, doch hier wird gezeigt, dass es funktioniert. Die Situation des jungen Mark Harding dürfte bei der heutigen Scheidungsrate für viele verständlich sein, und es sind diese psychologischen und menschlichen Momente, die den Film sehenswert machen.

Der Stepfather selbst wird von einem überaus farblosen Dylan Walsh gespielt, der weder als mordender Maniac, noch als schleimig-freundlicher Papa funktioniert. Sela Ward als Mutter wird zu sehr an den Rand gedrängt und ihre Figur erhält keine Gelegenheit, etwas Tiefe zu zeigen. Dafür gibt es mit Amber Heard (Zombieland) auch noch was fürs männliche Auge. Sie verbringt nämlich die meiste Zeit der Spielzeit mit ihrem Freund Mark am Swimming Pool. In diesen Szenen kommt richtiges Sommerfeeling auf, was einen schönen Kontrast zum düsteren Finale bringt. Auch die Beziehung zwischen Mark und Kelly ist relativ realistisch gehalten und funktioniert.

Während also bei den jungen Figuren und ihren Problemen mit Familie und Beziehung eine interessante Geschichte erzählt wird, versagt Regisseur Nelson McCormick bei den Spannungs- und Horrormomenten auf ganzer Linie. Die Morde des bösen Papi sind unspektakulär, blutleer und wirkungslos, und das grosse Finale im Dachstock ist 08/15-Horror in seiner langweiligsten Form. Hinzu kommt ein absolut vorhersehbares Ende, welches in einem Standbild endet. Als hätten wir das noch nie gesehen. Aber eigentlich kennen wir ja schon fast alles, was The Stepfather uns auftischt, doch durch die Geschichte von Mark Harding bleiben die Zuschauer die ganze Spielzeit dabei. Langweilig ist The Stepfather also nie wirklich, nur absolut unnötig und unspektakulär.

Spektakulär hingegen ist, was uns Sony mit der Blu-ray bietet. Der Bildtransfer ist Referenzmaterial: gestochen scharf, prächtige Farben und keine Spur von jeglichem Gebastel am Transfer. Eine feine Schicht von Filmkorn ist ebenfalls perfekt erhalten geblieben, der Film sieht wirklich nach Film aus. Auch der getestete DTS HD-Master Soundtrack vermag mit gut verständlichem Dialog und schöner Atmosphäre zu überzeugen. Zwar ist der Film eher ruhig, doch wenn etwas geschieht, ist der Ton überraschend aggressiv.

Die Special Features (1080p) werden angeführt von einem wahrlich unterhaltsamen Audiokommentar mit Regisseur und den beiden männlichen Hauptdarstellern. Die Spur ist interessant und zeigt auf, dass hier trotz lauwarmem Resultat nicht ohne Leidenschaft gearbeitet wurde. Dazu gibt es ein eher schwaches 20-minütiges Making-of und ein Special über die Stunts im Film. Gag-Reel und Trailer runden das Angebot dieser überdurchschnittlichen Blu-ray für einen Film, wie er durchschnittlicher nicht sein könnte, ab.

2.7 Sterne 5.0 Sterne
2.7 Sterne (17 Bewertungen) | 1 Kommentar

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12.06.2010 / db (Inhalt), ma (Rating)


Blu-ray-Infos

Blu-ray erschienen am 01.06.2010

  • Bildformat: Widescreen (2.40:1 - anamorph)
  • Sprachen: Englisch ( DTS HD Master Audio 5.1) ; Deutsch (DTS HD Master Audio 5.1) ; Spanisch (DTS HD Master Audio 5.1) ; Spanisch ( Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Spanisch; Türkisch; Dänisch; Schwedisch; Finnisch; Norwegisch; Portugiesisch
  • Extras: Gag Reel; Kommentar mit Penn Badgley, Dylan Walsh und Regisseur Nelson McCormack; Tag der offenen Tür: Das Making-of; Visualisierung der Stunts; movieIQ