State of Play (2009)
State of Play - Stand der Dinge
State of Play (2009) State of Play - Stand der Dinge
Oder: Wie der Journalist zum Ermittler wird
Ein dunkelhäutiger Taschendieb wird auf der Strasse verfolgt und erschossen, ebenso der junge, unschuldige Pizzakurier, der zufälligerweise mit seinem Fahrrad am Tatort vorbeifährt. Damit aber noch nicht genug der Mordserie: Eine junge, hübsche Frau wird von einem Unbekannten vor die U-Bahn geworfen und stirbt an ihren Verletzungen. Noch am gleichen Tag gibt die Polizei die Meldung heraus, dass es sich bei der Frau um die Assistentin des Abgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) handelte.
Bei einem darauf folgenden Pressetermin bricht Stephen vor laufenden Kameras in Tränen aus, und die Medien werfen dementsprechend Gerüchte in die Runde über eine vermutete Affäre des Abgeordneten mit seiner Assistentin. Es folgt eine unangenehme Zeit für Stephen und seine Frau, weil sie einem enormen Interesse der Medien und der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. An vorderster Front ist auch Cal McAffrey (Russell Crowe), Star-Reporter des Washington Globe, der mit Collins aus früheren Zeiten befreundet ist. Spektakuläre Wochen beginnen, in welchen sich die Ereignisse überschlagen. McAffrey möchte Collins und seiner Frau aus der Patsche helfen und macht sich mit vollem Einsatz daran, eine Vertuschungsaktion aufzudecken wie ein richtiger Detektiv. Doch geht das gut?
Kinofilm-Rating
State of Play ist ein Film, wie er spannender nicht sein könnte. Er ist vergleichbar mit einem Kriminalroman, den man, sobald man mit Lesen angefangen hat, nicht mehr weglegen kann, bevor er zu Ende gelesen ist. Zu fest nimmt einen die Handlung in seinen Bann, als dass man eine Pause einlegen möchte. Das Drehbuch zur Kinoversion lieferte die gleichnamige sechsteilige Miniserie des britischen Fernsehsenders BBC, geschrieben von Matthew Michael Carnahan (The Kingdom, Lions for Lambs). Viele Szenen spielen sich in dunklen Räumen oder bei Nacht ab, was dem Film eine unheimliche und packende Atmosphäre verleiht, was gewiss niemanden im Kino einschlafen lässt.
Der Regisseur Kevin MacDonald zeigt mit State of Play, dass man ihn nicht abschreiben darf und meldet sich nach seinen letzten Werken The Last King of Scotland (2006) und My Enemy's Enemy (2007) zurück auf dem Platz hinter der Kamera. Seine Aufgabe erledigt er richtig gut.
Hauptdarsteller Russell Crowe, der mit seinen Rollen bereits mehrfach Oscar- und Golden-Globe-Nominationen gesammelt und auch je eine der Auszeichnungen gewonnen hat (Gladiator und A Beautiful Mind), spielt seine sympathische Rolle als Journalist fantastisch und authentisch. Auch sein Schauspielkollege Ben Affleck, der auch als Drehbuchautor und Regisseur (Good Will Hunting) aktiv ist, liefert eine beeindruckend gute Arbeit ab und überzeugt mit seiner Emotionalität, seiner Beherrschtheit und, als Kontrast, seinen Ausbrüchen.
Fazit: State of Play ist einer dieser Filme, für den es sich lohnt, ins Kino zu gehen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, die Struktur ist nachvollziehbar und nicht verwirrend, und die Frage, wer nun am Schluss der Bösling ist, wird bis zur letzten Minute nicht gelüftet.
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4.3 Sterne (93 Bewertungen) | 7 Kommentare



