State of Play (2009)

State of Play - Stand der Dinge

State of Play (2009) State of Play - Stand der Dinge

Oder: Fettiges Haar ist out!

State of Play

"Der Artikel muss noch heute Abend raus!"

Ein dunkelhäutiger Taschendieb wird auf der Strasse verfolgt und erschossen, ebenso der junge, unschuldige Pizzakurier, der zufälligerweise mit seinem Fahrrad am Tatort vorbeifährt. Damit aber noch nicht genug der Mordserie: Eine junge, hübsche Frau wird von einem Unbekannten vor die U-Bahn geworfen und stirbt an ihren Verletzungen. Noch am gleichen Tag gibt die Polizei die Meldung heraus, dass es sich bei der Frau um die Assistentin des Abgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck) handelte.

State of Play

"Ich dachte wir seien Freunde!"

Bei einem darauf folgenden Pressetermin bricht Stephen vor laufenden Kameras in Tränen aus, und die Medien werfen dementsprechend Gerüchte in die Runde über eine vermutete Affäre des Abgeordneten mit seiner Assistentin. Es folgt eine unangenehme Zeit für Stephen und seine Frau, weil sie einem enormen Interesse der Medien und der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. An vorderster Front ist auch Cal McAffrey (Russell Crowe), Star-Reporter des Washington Globe, der mit Collins aus früheren Zeiten befreundet ist. Spektakuläre Wochen beginnen, in welchen sich die Ereignisse überschlagen. McAffrey möchte Collins und seiner Frau aus der Patsche helfen und macht sich mit vollem Einsatz daran, eine Vertuschungsaktion aufzudecken wie ein richtiger Detektiv. Doch geht das gut?


DVD-Rating

2003 machte eine englische TV-Serie namens State of Play auf sich aufmerksam, indem sie eine spannende Geschichte, tolle Darsteller und ein aktuelles Thema bot. Dies hat nun Regisseur Kevin MacDonald (The Last King of Scotland) übernommen und präsentiert mit State of Play einen stargespickten Thriller, der sich erfreulicherweise aus dem Sumpf der durchschnittlichen Krimis heraushebt und nebenbei noch absolut überzeugende Darsteller hat.

Wir kriegen einen aufgedunsenen, mit fettigem Haar agierenden Russel Crowe geboten, der als Old-School-Reporter noch mit Bleistift und Block Fragen stellt, seine Kontakte durch jahrelange Betreuung aufgebaut hat und sich mit dem Internet und den "Bloggern" nicht so recht anfreunden kann. Und ausgerechnet eine solch neumodische Person spielt Rachel McAdams (Sherlock Holmes), die aber von all den bekannten Gesichtern die Unscheinbarste bleibt. Zumal sie gegen die Kraft von Crowe mehr als einmal den Kürzeren ziehen muss.

Als Politiker hervorragend und sehr passend besetzt ist Ben Affleck, der einmal mehr beweist, dass er durchaus in der Lage ist, mehr darzustellen als nur den gutaussehenden Typen. Hier ist er (typisch Politiker?) windig und undurchsichtig, was der Storyline hilft, indem er sie gegen Ende noch einmal zusätzlich spannend macht. Auch Jeff Daniels (Arachnophobia) zeigt nicht nur sein Doppelkinn, sondern verschwörerische Tendenzen...

Die Story ist klassisch aufgesetzt, beginnt mit einem Mordfall und einem ermittelnden Reporter und schaltet dann bald mal in den zweiten Gang. Es wird spannend, der Thrillfaktor steigt (ohne gross auf Action zu setzen), und wenn Helen Mirren in der Redaktion laut wird, dann sitzt man daheim brav vor dem Bildschirm und wagt kaum, einen Muskel zu bewegen. Dass sich der Zuschauer aber bereits nach gut der Hälfte des Films, Kombinationsgabe vorausgesetzt, ausrechnen kann, wohin das Ganze dann laufen könnte, ist ein kleiner schwarzer Fleck im sonst hervorragenden und toll inszenierten Film.

Fazit: State of Play lief ohne grosse Promo bei uns in den Kinos und wird vor allem für die Freunde des intelligenten Thrillers eine Freude sein. Überzeugende Darsteller, spannende Momente und schlussendlich ein gelungenes Gesamtpaket, das es sich anzuschauen lohnt. Ein bisschen Aufmerksamkeit wird aber schon verlangt....

So toll der Film auch ist, das Bonusmaterial, das uns auf der DVD erwartet, ist gerade mal passabel geworden. Die erweiterten Szenen wurden zurecht aus dem Film gelassen, und im Making-of kriegen wir wenigstens ein bisschen Hintergrundinformationen geboten. Hier kommen Stars und Sternchen zu Wort, es wird über den Dreh und die Problemchen geredet, die damals die Produktion verkomplizierten. Technisch ist State of Play hingegen souverän geglückt und überzeugt durch einen kräftigen DD-Sound sowie klare und starke Bilder, die auch in den dunkleren Szenen nie ihre Qualität verlieren.

4.3 Sterne 4.2 Sterne
4.3 Sterne (92 Bewertungen) | 1 Kommentar

55
20.11.2009 / cin (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 10.11.2009

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Türkisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Türkisch; Bulgarisch
  • Extras: Making-of; Zusätzliche Szenen