Star Trek (2009)

Star Trek (2009)

Oder: Neue Gesichter, neue Abenteuer

Star Trek

Niemand macht sich über meine Frisur lustig!

Der Weltraum, unendliche Weiten, 23. Jahrhundert: Das Sternenflottenraumschiff USS Kelvin wird von einem fremden Schiff angegriffen. Im Gefecht übernimmt der junge George Kirk mutig das Kommando und opfert sein Leben, um die Crew und seine Frau zu retten. Auf der Flucht kommt sein Sohn James Tiberius Kirk zur Welt.

Einige Jahre später: Jim Kirk (Chris Pine) ist zum rebellischen jungen Mann geworden, tritt aber trotzdem der Sternenflotte bei. Mit seinem besten Freund, dem Arzt Leonard "Bones" McCoy (Karl Urban), besucht er die Akademie, flirtet mit der sexy Xenolinguistin Uhura (Zoë Saldana) und gerät sogar mit dem Halbvulkanier Spock (Zachary Quinto) aneinander.

Star Trek

Wo hab ich nur meine Schlüssel verlegt?

Als ein Notruf vom Heimatplaneten der Vulkanier empfangen wird, werden alle Kadetten der Akademie zum Einsatz einberufen. Unter dem Kommando von Captain Pike (Bruce Greenwood) macht sich die Crew der USS Enterprise - unter ihnen auch der Pilot Sulu (John Cho) und der blutjunge Pavel Chekov (Anton Yelchin) - auf zum Rettungseinsatz. Wie sich herausstellt, wird Vulkan von jenem Romulanerschiff angegriffen, das vor Jahren die USS Kelvin zerstörte. Und die Romulaner, angeführt vom rachedurstigen Nero (Eric Bana), haben es ausgerechnet auf Spock abgesehen.


Kinofilm-Rating

Die Besatzungsmitglieder der USS Enterprise gehören zu den bekanntesten fiktiven Figuren des 20. Jahrhunderts. Von Kirk, Spock und Co. hat praktisch jeder schon einmal gehört. Langlebigkeit und Popularität des Star-Trek-Universums müssen längst nicht mehr in Frage gestellt werden: Seit Mitte Sechzigerjahre gab es sechs TV-Serien, zehn Kinofilme und unzählige weitere Produkte wie Bücher, Comics usw. Nach dem eher enttäuschenden Star Trek: Nemesis und einigen Jahren Sendepause wagt sich Kultproduzent und Regisseur J. J. Abrams (Lost, Alias, Mission: Impossible III) nun an einen elften Kinofilm.

Gezeigt wird das erste Abenteuer der Enterprise-Originalcrew. Und weil William Shatner, Leonard Nimoy und der Rest der Urbesetzung bereits ziemlich in die Jahre gekommen oder sogar schon gestorben sind, mussten neue Gesichter her. Eine geeignete Besetzung für solch beliebte Figuren zu finden war bestimmt nicht einfach. Abrams darf sich deshalb ruhig einen fetten Orden an die Brust heften, dass er eine so tolle Schauspielertruppe zusammentrommeln konnte. Denn praktisch jeder schafft es, die Rolle gebührend auszufüllen und die Macken der bekannten Figuren erkennen zu lassen, ohne dass die alten Schauspieler einfach nachgemacht werden.

Chris Pines Kirk ist zwar charmant und draufgängerisch wie William Shatner, darf aber auch für viele humoristische Szenen herhalten. Den Spagat zwischen Actionrolle und dem nötigen Schuss Drama schafft er locker. Heroes-Bösewicht Zachary Quinto kann dafür als Spock auch mal die emotionale Seite des Vulkaniers zeigen, während Uhura nicht nur verdammt sexy ist, sondern auch noch ordentlich Pfupf im Füdli hat. Für die grossen Lacher sorgen Chekov und der erst spät auftauchende Scotty, gespielt vom britischen Kultkomiker Simon Pegg (Shaun of the Dead) - beide begeistern (zumindest im englischen Original) vor allem durch ihren speziellen Akzent. Nur Karl Urbans Bones und John Chos Sulu gehen zwischen Weltraumschlachtengetümmel, eindrücklichen CGI-Effekten und Uhuras sexy Outfits leider etwas unter.

Bei Prequels stellt sich immer das Problem, dass von Anfang an bekannt ist, was später passieren wird. Gerade im viel bereisten Star-Trek-Universum ist es deshalb schwer, eine Story zu erzählen, die nicht schon längst bekannt ist oder den bereits erzählten Geschichten völlig widerspricht. Die Macher von Star Trek haben sich deshalb einer cleveren Ausgangssituation bedient, die dieses Problem geschickt umschifft. Was das genau ist, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Ob Hardcore-Fans diese Idee ohne Murren annehmen werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Star Trek bietet tolles Effektespektakel: Eine schön durchgestylte High-Tech-Zukunft, in der die Computeranimationen nicht zu aufdringlich und Geschichte und Figuren nie aus den Augen verloren werden. Einige Längen schleichen sich schon mal ein; man kann sich etwa fragen, ob es wirklich nötig war, Spock und Kirk als Kids oder den berüchtigten Kobayashi Maru-Test zu zeigen. Am Unterhaltungsfaktor des neusten Trek-Abenteuers ändert dies aber nur wenig. Der Film macht einfach Spass. Kein Wunder, dass der altbekannte Spruch: "Der Weltraum. Unendliche Weiten" erst ganz am Schluss kommt. Denn während sich die USS Enterprise NCC-1701 mit Warpgeschwindigkeit zu neuen Sternen aufmacht, verlässt das Publikum den Kinosaal mit dem Gefühl, dass wohl auch die Filmreihe mit diesem Ende erst an einem neuen Anfang steht.

4.9 Sterne
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01.05.2009 / pps