A Single Man (2009)
A Single Man (2009)
Oder: Alleine sein ist schwer.
George Falconer (Colin Firth) erhält einen Anruf, der ihn erschaudern lässt: Sein Partner Jim (Matthew Goode) ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. George will zur Beerdigung, darf aber nicht gehen, da nur die Familie dabei sein darf. Und die hat offenbar ein Problem mit dem homosexuellen Dasein ihres verstorbenen Sohnes.
Ein harter Schlag für den 52-jährigen Professor, der über 16 Jahre mit Jim zusammen war. George sucht einen Sinn in seinem Dasein, einen plausiblen Grund, um sein Leben auch ohne Jim weiterzuführen. Trost findet er in seiner besten Freundin Charley (Julianne Moore). Aber ob die ihm auch wirklich über den tragischen Tod seiner grossen Liebe hinweghelfen kann? Schliesslich hat sie mit sich selber genug Probleme, die sie verarbeiten muss.
DVD-Rating
"Ich glaube, dass viele Leute von diesem Film überrascht sein werden, weil er nicht zu den vorgefertigten Meinungen über mich passt", äussert Tom Ford in der Featurette der DVD und liegt damit sicher richtig. Ein Modedesigner versucht sich als Regisseur und Drehbuchautor, was würde das nur werden? Man rechnet unwillkürlich mit durchgestylten Bildern, eleganten Menschen und einer oberflächlichen Handlung.
Die ersten zwei Punkte bietet der Film tatsächlich. Als am Anfang die Kamera George Falconer dabei beobachtet, wie er sich ankleidet, fühlt es sich an, als würde man eigentlich Tom Fords Morgenroutine verfolgen. Die stets wie aus dem Ei gepellten Leute passen zum Designer, bedienen aber auch das Bild der Fünfzigerjahre, wie wir es heute haben. Eine Zeit, als alle Menschen immer picobello angezogen waren, im Unterricht geraucht wurde, im Lehrerzimmer ein Zigarettenautomat stand und die Dramen sich hinter verschlossenen Türen abspielten. Das Thema des Filmes ist Trauer. Um dies visuell darzustellen, sind die Farben eher gedämpft gehalten. Wenn Falconer in der Betrachtung von etwas Schönem versinkt, werden sie plötzlich satter, strahlender. Die Kamera beginnt Details festzuhalten und präsentiert sie in einer hypnotischen Langsamkeit.
A Single Man bleibt aber nicht an dieser schönen Oberfläche. Colin Firth zeigt uns einen Mann, der trauert, der einsam ist (eben single) und sich langsam von dieser Welt verabschiedet. Nicholas Hoult (der pummelige Junge aus About A Boy ist gross geworden) fasziniert als Student, der sich seinem Professor zu nähern versucht, unbeholfen in seiner Jugendlichkeit. Julianne Moore überzeugt als verlassene Ehefrau, die alle ihre Pflichten erfüllt hat und nun nicht weiss, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Dass George Falconer schwul ist, spielt für den Film kaum eine Rolle. Im Grunde hätten die Figuren auch andere Geschlechter haben können. Der Verdacht liegt aber nahe, dass diese Präsentation einige Leute abschreckt. Schade, denn die Liebesgeschichte wird extrem zurückhaltend erzählt.
Fazit: A Single Man ist ein aussergewöhnlicher Film. Colin Firth spielt den trauernden Professor mit atemberaubender Intensität. Die Nebenfiguren überzeugen nicht nur durch ihr gutes Aussehen, sondern wirken immer echt und interessant. Tom Ford hat das Ganze in wunderschönen Bildern eingefangen. Wer schwermütige Liebesgeschichten mag, sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen.
Die Extras sind mit Trailern und einer 15-minütigen Featurette leider mager ausgefallen. Die Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern sind dafür sehr interessant und passen in die Aufmachung des Films. Es wird sicher niemanden überraschen, die Schauspieler erzählen zu hören, dass Ford hinter der Kamera meist besser aussah als die Leute davor.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 02.09.2010
- Bildformat: 16:9 (1:2;40)
- Sprachen: Deutsch (DTS 5.1); Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Trailer, Featurette



