Sherlock Holmes (2009)
Sherlock Holmes (2009)
Oder: Elementary, my dear Watson!
London am Ende des 19. Jahrhunderts. In der Zeit des industriellen Umbruchs und von Jack the Ripper geht auch Sherlock Holmes (Robert Downey jr.) seinem Beruf nach. Zusammen mit seinem treuen Partner Dr. John Watson (Jude Law) löst er jene kniffligen Kriminalfälle, die sogar Scotland Yard ein Rätsel sind.
Mit seiner feinen Beobachtungsgabe kommt er auch der Lösung in seinem neuesten Fall auf die Spur. Schon vier Mädchen wurden bestialisch ermordet, und nur durch seine schnelle Intervention und die Kraft seiner Fäuste kann Holmes ein fünftes Opfer vor dem Tod bewahren und den Mörder fassen: Lord Blackwood (Mark Strong), Mitglied des Parlaments und londonweit bekannt.
Im Gefängnis verhext Blackwood mit anscheinend übernatürlichen Kräften seine Mithäftlinge und schürt Angst mit seinem Glauben, dass ihn auch der Tod nicht aufhalten kann. Als er am Galgen baumelt, atmet London auf. Doch als seine Gruft kurze Zeit später leer steht und in seinem Sarg eine andere Person liegt, ist es für Holmes und Watson an der Zeit, das Rätsel um Lord Blackwood entgültig zu lösen und gleichzeitig eine Katastophe für das britische Empire zu verhindern. Dabei hilft ihnen die undurchsichtige Irene Adler (Rachel McAdams).
Kinofilm-Rating
Guy Ritchie war in den letzten Jahren kaum zu beneiden. Nach seinen furiosen Filmen Lock, Stock and Two Smoking Barrels und Snatch drehte er Flop um Flop und war eher als "Mr. Madonna" in den Klatschspalten bekannt als wegen seiner Regiekunst. Nun, nach der Scheidung von der Popqueen im Jahr 2008, scheinen auch seine künstlerischen Ambitionen zurückzukommen. Zuerst mit RocknRolla, jetzt mit seinem ersten richtigen Ausflug ins Mainstream-Fach, bei dem er gleich eine literarische Legende neu beleben durfte: Sherlock Holmes.
Vielen Kritikern und Filmliebhabern war die Wahl von Ritchie als Regisseur gerade wegen seiner Unerfahrenheit für grosse Unterhaltungskisten ein Dorn im Auge. Zu Unrecht, wie sich nun herausstellt. Sherlock Holmes ist bestes Unterhaltungskino, das aber trotzdem den typischen Stil von Ritchies Unterweltballaden einatmet. Deren Stil überträgt er ohne Mühe auf die im viktorianischen England angesiedelte Handlung, ohne dabei zu hip zu wirken.
Sicherlich trägt Neo-Golden-Globe-Gewinner Robert Downey jr (Iron Man) viel zum Gelingen des Films bei. Selten strahlte eine (angestaubte) Romanfigur so viel Coolness und Nonchalance aus wie Downeys Sherlock Holmes. Nie um einen ironischen Oneliner verlegen, rätselt und quasselt er sich mit dem perfekt harmonisierenden Jude Law an seiner Seite durch die Gassen Londons, kämpft gegen Riesen und sucht Zwerge.
Unterlegt von einem treibenden Soundtrack (Hans Zimmer) und unterstützt durch eine Reihe bekannter Gesichter (Mark Strong, Eddie Marsan) bietet diese Neuauflage der klassischen Detektivstory eigentlich alles, was das Blockbuster-Herz begehrt. Leichte Minuspunkte gibt es nur bei der arg konstruierten Story, die mit den weit hergeholten Symbol- und Rätselkonstruktionen ab und zu zu stark an The Da Vinci Code erinnert, sowie der arg konturlosen Rachel McAdams als Irene Adler. Deren Wirken lässt immerhin schon erahnen, dass ein zukünftiges Wiedersehen mit Sherlock Holmes nicht in weiter Ferne liegen wird. Londoner Unterwelt, zieh dich warm an!
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4.3 Sterne (146 Bewertungen) | 14 Kommentare



