Seed Warriors (2009)

Seed Warriors (2009)

Oder: So ein Mais

Seed Warriors

"Komisch, dieses Schild hatten wir in Verkehrskunde gar nicht."

Wir haben es schon schön: In der Schweiz gibt keine Lebensmittelknappheit, beinahe niemand muss Hunger leiden und auch sonst haben wir keine grossen Sorgen - noch. Denn im Jahre 2050 soll die Welt ganz anders aussehen. Bis dann sollen die Temperaturen auf dieser Erde überall um zwei Grad steigen. Dies würde Einbussen bei der Lebensmittelproduktion bis zu 30 Prozent bedeuten. Die Schweizer Wissenschaftlerin und Mais-Expertin Marianne Bänziger sucht in Kenja darum Wege, solche Einbussen zu verhindern. Dabei muss sie auch beachten, dass die Weltbevölkerung immer grösser wird.

Seed Warriors

'Grinden' verboten!

Im norwegischen Svalbar wird inzwischen ein Bunker eingeweiht, der bald drei Millionen Samenproben aus aller Welt lagern soll. Damit will man das Weiterbestehen der Artenvielfalt sichern. Wenn eine grosse Katastrophe ein Land zerstören würde, hätte man im Bunker immer noch ein 'Back-up', damit man gewisse Gemüsearten wieder pflanzen könnte. Doch ist dies eine längerfristige Lösung?


Kinofilm-Rating

Seed Warriors ist eine Dokumentation von Mirjam von Arx und Katharina von Flotow, die uns auf ein Problem aufmerksam machen soll, das die ganze Weltbevölkerung betrifft: Können wir uns in der Zukunft noch ernähren? Die beiden versuchen aber gar nicht mit dieser Aussage zu schockieren, sondern legen einfach nur die Fakten auf den Tisch. Dies macht die Dokumentation leider "nur" interessant.

Nach einem sehr eigenwilligen Start mit tanzenden Norwegern, beschreitet die Doku die bekannten Pfade. Es gibt Interviews, ein paar Fakten und Bilder von dem Bunker in Svalbard und der Situation in Kenia. Die Bilder des Bunkers sind eindrücklich: Ein Metallblock, den man in einen Berg gebaut hat, um sich den Permafrost zu Nutze zu machen. Den Hauptteil des Filmes verbringt der Zuschauer jedoch in Afrika. Dort versucht man herauszufinden, welche Maissorte am besten mit der Dürre klarkommt. Viel zu viel Zeit opfert man diesen Versuchen, bis sich der Zuschauer fragt, was das überhaupt mit dem Bunker in Norwegen zu tun hat. Denn laut Cary Fowler, dem Initiator des Saatgut-Tresors, wird eh alles gelagert.

Im Grunde genommen handelt es sich bei Seed Warriors um zwei Dokumentationen, die in eine gequetscht wurden. Beide zeigen zwar mögliche Mittel, wie man die Nahrungsmittelknappheit in Zukunft bekämpfen kann, aber sonst haben sie wenig gemein. Vor allem die Kenia-Szenen driften öfters vom Thema ab. Dies erklärt auch leicht die Spielzeit von 86 Minuten.

Fazit: Auch nach Seed Warriors wird der Zuschauer weiterhin normal in die Migros einkaufen gehen und nicht gleich das Mais-Regal leerkaufen. Die Doku besteht schlussendlich aus zwei Wissenschaftsberichten, die etwas trocken daherkommen und sich gegen den Schluss des öfteren wiederholen. Die Sache, um die es geht, hat aber definitiv Aufmerksamkeit verdient.

3.3 Sterne
3.3 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
21.07.2010 / crs