A Woman, a Gun and a Noodle Shop - San qiang pai an jing qi (2009)

A Woman, a Gun and a Noodle Shop - San qiang pai an jing qi (2009)

Oder: Nudeln neu aufgekocht

The First Gun - San qiang pai an jing qi

Das Nudelshop-Team bedient Sie gerne.

Mitten in der pitoresken Umgebung des Jiayu Passes in China steht einsam und verlassen der Nudelshop von Wang. Ein Patron, wie er leibt und lebt, ist er eher um das Hüten seines Mammons bemüht als um ein gutes Verhältnis zu seinen Arbeitern und seiner - gekauften - Frau. Diese besorgt sich provisorisch schon mal eine Knarre von einem persischen Händler - für den Fall, dass Wang hinter ihre Affäre mit dem tolpatschigen Kellner Li kommt.

Wang tut dies dann auch: Ein Polizist erzählt es ihm brühwarm gegen eine eklekliche Summe. Noch mehr Geld winkt dem sogenannten Gesetzeshüter, wenn er die beiden tötet. Er akzeptiert das Angebot, weicht aber vom Plan ab und erschiesst stattdessen Wang mit der Waffe seiner Frau. Dann versucht der Finsterling, den Tresor des Getöteten zu knacken - ohne Erfolg.

The First Gun - San qiang pai an jing qi

"So, und jetzt mach' mal den Eastwood!"

Währenddessen schöpfen die Dame des Hauses und das Nudel-Team vorerst keinen Verdacht. Es ist ausgerechnet Li, der Wang dann findet und ihn sozusagen im Affekt verbuddelt. Bald schon ist der Polizist jedoch wieder zurück, um doch noch die ganze Beute nach Hause zu nehmen. Dafür schreckt er auch vor weiteren Morden nicht zurück.


Kinofilm-Rating

Wir kennen die amerikanische Remake-Kultur, deren Erzeugnisse meistens schlechter ausfallen als die Originale. Dabei ist Europa die primäre Quelle für Zweitverwertungsstoffe, aber auch vom asiatischen Markt wird fleissig kopiert. Eines der bekanntesten, wohl auch gelungensten Beispiele etwa ist Martin Scorseses The Departed. Auch The Ring oder Shall We Dance sind Aufgüsse, und bald schon stehen US-Remixe von den Klassikern Akira" und Oldboy an.

Regisseur Zhang Yimou dagegen schlug den entgegengesetzten Weg ein. Sein Film ist eine Neuinterpretation von Blood Simple, dem ersten Langfilm von Joel und Ethan Coen. Die Entscheidung dazu imponiert und irritiert zugleich: Sich mit den Coens anzulegen zeugt von Mut und Selbstvertrauen, kann aber aufgrund deren unverwechselbaren Stils - der sich schon in diesem Frühwerk äusserte - zum Waterloo werden.

Yimou, der Mann fürs monumentale Asia-Kino (House of the flying Daggers, Hero), übernahm dann auch nur das Gerüst der Handlung. Offensichtlich änderte er den Ort des Geschehens, die Zeit (China zu Zeiten den Kaiserreichs) und vor allem den Ton des Films. War Blood Simple eine ziemlich ernste Materie, so durchzieht Yimou seinen Streifen mit Humor auf Slapstick-Niveau. So werden wir mit teilweise dümmlichen und stets herumstolpernden Charakteren konfrontiert - gleichzeitig aber will der Film durch den todernsten, eiskalten Killer und dessen drastische Aktionen seine Spannung schüren. Es klafft schlussendlich eine zu grosse Kluft zwischen diesen beiden Elementen, als dass man von einer geglückten Neuverfilmung reden könnte.

2.0 Sterne
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06.02.2010 / uas