The Road (2009)

The Road (2009)

Oder: Auf dem Weg nach El Dorado

The Road

Benzin sparen leicht gemacht

Seit vor über zehn Jahren eine mysteriöse Katastrophe die Welt getroffen hat, gibt es weder Energie, Vegetation noch wärmendes Sonnenlicht. Geld und Wohlstand haben keinen Wert mehr. Essen und Überleben sind das Einzige, was noch zählt. Eine Welt, in der die Menschlichkeit abhanden gekommen scheint und es nur noch darum geht, wie und ob man den Tag überlebt. Es wird nicht davor zurückgeschreckt, über Leichen zu gehen - und gar seinen Appetit daran zu stillen.

The Road

Auf Rumpelstilzchens Lauer

Um der eisigen Kälte und diesen Gefahren zu entkommen, machen sich ein Vater (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) zu Fuss auf den Weg Richtung Süden. Auf einem Handwagen schleppen sie ihre wertvollsten Besitztümer mit: Kleider um nicht zu erfrieren, Plastikblachen und Decken, die als Bett fungieren, und eine Pistole, in der noch zwei Patronen übrig sind. Doch der Weg ist kein Zuckerschlecken, und der Vater ist zu allem bereit, um seinen Sohn zu beschützen.


Film-Rating

The Road basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Autors Cormac McCarthy, der für ebendieses Buch mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde. Aus seiner Feder stammt auch die Geschichte No Country for Old Men, die 2007 unter anderem mit Tommy Lee Jones verfilmt wurde und neben vielen Auszeichnungen den Oscar für den besten Film eingeheimst hat. Man kann sich also getrost auf eine spannende und packende Story einstellen.

Regie geführt hat John Hillcoat (The Proposition), der auch Dank seiner Arbeit an Videoclips für verschiedenste Musiker (darunter Depeche Mode und Nick Cave) Bekanntheit erlangt hat. Produziert wurde The Road von Nick Wechsler (Sex, Lies & Videotape).

Klar, die Story über die Bedrohung der Menschheit durch eine Katastrophe ist nicht neu. Im Gegensatz zu ähnlichen Filmen wird in The Road keine Erklärung geliefert, was denn genau für ein Desaster vorgefallen ist. Und dies macht es auch umso realer und greifbarer. Im Mittelpunkt steht die innige Beziehung zwischen Vater und Sohn, der Kontrast zwischen ihren Einstellungen gegenüber den Menschen und Situationen, denen sie sich unterwegs stellen müssen, in einer Welt wo nichts mehr sicher ist. Der Zuschauer wird mit Themen wie Gewalt, Suizid und Kannibalismus konfrontiert und sieht, wie weit die Zivilisation im Überlebenskampf geht. Und obwohl lediglich eine Szene besonders unangenehm anzusehen ist, fährt The Road ein und regt zum Nachdenken an.

Viggo Mortensen (Eastern Promises) und Kodi Smit-McPhee (Romulus, My Father) berühren mit ihrer eindrücklichen Performance eines Vater-Sohn-Gespanns. Mortensen versteht es, die Rolle des hin- und hergerissenen Vaters zu spielen, und sein Filmsohn steht ihm in nichts nach. Oscargewinnerin Charlize Theron (Monster) mimt die Mutter, deren Figur im Vergleich zur Buchvorlage reichlich ausgebaut wurde. Und auch die wenigen restlichen Figuren im Film wurden mit namhaften Stars besetzt, darunter Robert Duvall (We Own The Night) als alter Mann. Der Kerl ist ja nicht mehr der Jüngste, deshalb weiss man nicht, ob der inzwischen wirklich so alt aussieht, oder ob da die Maskenbildnerin doch noch etwas nachgeholfen hat.

Kurz gesagt: Ein eindrücklicher und heftiger Film über Vater und Sohn auf der Suche nach Hoffnung und einer besseren Welt. Wer einen Actionkracher erwartet, ist hier falsch. Vielmehr konzentriert sich The Road auf die psychologischen Auswirkungen eines Desasters, dass sämtliche Sicherheiten unserer Gesellschaft wegnimmt. Wer Endzeit- und Katastrophenfilme mag, kann sich bei The Road intensiv damit befassen.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

06.09.2009 / faz

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Bewertung: 4.2 (65 Bewertungen)

 

 

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