Rahtree Reborn (2009)
Rahtree Reborn (2009)
Oder: Casper gone Bad
Alles beginnt mit einem kleinen Mädchen, das, nachdem seine Mutter gestorben ist, beim Vater landet, der sie aber über alles hasst. Deshalb behandelt er sie nicht nur wie Dreck, er schlägt sie auch regelmässig. Doch damit nicht genug, selbst in der Schule wird sie von ihren Mitschülerinnen aufs Schlimmste gepeinigt. Als sie dann eines Tages nach dem üblichen Spiessroutenlauf die Treppe hinuntergestossen wird, landet sie mit schlimmen Verletzungen im Spital. Mit diesem Nahtoderlebnis erinnert sie sich aber plötzlich an ein früheres Leben, und wie magisch zieht es sie darauf zu einem grösseren Appartementblock, wo sie das Zimmer aufsucht, das sie einst bewohnt hat. Doch da trifft sie nicht nur auf Erinnerungen, sondern auch auf einen Mann, der sie aber kurzerhand umbringt.
Währenddessen wird Rung (Mario Maurer), der die Fähigkeit hat, Geister zu sehen, von seiner Freundin verlassen. Nachdem er von ihr auf die Strasse gesetzt wurde, sucht er sich per Zufall in dem Block eine Wohnung, wo vor kurzem das kleine Mädchen umgebracht wurde. Es dauert nicht lange, da trifft Rung auf das Mädchen, das seit seinem gewaltsamen Tod in den Gängen des Gebäudes herumspukt. Doch im Gegensatz zu den anderen Geistern, die Rung einfach erschrecken, macht das Mädchen in einem blinden Hass regelrecht Jagd auf ihn, und schon bald geraten er und auch alle anderen Bewohner des Hauses in tödliche Gefahr.
Kinofilm-Rating
Bei dem als Rahtree Reborn betitelten Film handelt es sich um den dritten Teil der ursprünglich von Yuthlert Sippapak gestarteten "Buppah Rahtree"-Saga, die sich zu einem enormen Erfolg gemausert hat. Das macht es aber auch äusserst schwer, ein Urteil über den Film zu bilden, da Rahtree Reborn primär als Kapitel einer längeren Geschichte daherkommt und weder eine Einführungsphase noch einen Ausklang anbietet, der wenigstens in der Orientierung geholfen hätte.
Rahtree Reborn arbeitet von Anfang an mit mehreren Storylines, welche unter anderem ein illegales Casino mit dessen Aktivitäten, einen jungen Mann der gerade verlassen wurde und ein kleines Mädchen verfolgen. Dazu gesellen sich Rückblenden in die Vergangenheit und einige Nebencharaktere, welche teilweise enorm viel Screentime zugestanden kriegen. Schon jetzt sollte somit klar sein, dass es hier sehr chaotisch zu- und hergeht, und da zu all dem die verschiedenen Handlungen auch noch untereinander verlinkt sind, geht sehr schnell die Übersicht verloren - oft fragt man sich, was das Ganze eigentlich soll.
Ist dies jedoch negativ? Ja, es macht das Schreiben der Inhaltsangabe enorm schwierig, doch an Unterhaltungswert muss Rahtree Reborn keineswegs Einbussen verzeichnen. Mit seinem äusserst speziellen Humor und einigen talentierten Schauspielern gelingt es Regisseur Yuthlert Sippapak, viel köstliche Slapstick-Momente sowie auch grossartige Comedy zu bieten, welche zum Teil sehr holzhammermässig, aber auch sehr subtil ausfällt. Dabei umschifft er auch geschickt saublöden Fäkalhumor, und das macht Rahtree Reborn zu einem grossartigen Vergnügen, das die neunzig Minuten regelrecht verfliegen lässt und am Ende eigentlich nur mit einem Gedanken zurücklässt: "Was, schon fertig?"
Doch so gelungen die Comedy-Elemente auch sind, das Kerngeschäft von Rahtree Reborn ist beinharter Horror. Dieser kommt vor allem durch das kleine Mädchen ins Spiel, das in dem Wohnungsblock zu spuken beginnt. Angekündigt durch einen Pingpong-Ball oder einen merkwürdigen Klingelton, sorgt das Mädel mit dem abgerissenen Kiefer nicht nur bei den Figuren im Film, sondern auch bei den Zuschauer für Angst und Schrecken. Regisseur Yuthlert Sippapak baut nämlich nicht nur mit grossartiger Kameraführung und entsprechendem Soundtrack eine enorme Intensität auf, dank perfekter Choreographie kommt es auch zu richtig tückischen Herzinfarktmomenten. Das gibt, mit dem immer wieder aufblitzenden Humor, eine grossartige Mischung, welche einfach bestens unterhält.
Fazit: Rahtree Reborn ist klar ein Kapitel in einer grossen Geschichte und hat somit keinen wirklichen Anfang und schon gar kein Ende. Dennoch bleibt der Film, trotz der chaotischen Erzählweise und einigen sehr sinnfreien Szenen, eine grossartige Mischung aus lautem Gelächter und Schockgeschrei. Dies macht ihn sehr kurzweilig, und da ist es auch eher nebensächlich, das man bei einigen Sachen nicht ganz den Durchblick hat.
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