Planet 51 (2009)
Planet 51 (2009)
Oder: Ene, mene, muh, das Alien bist du - oder ich?
Das Leben des 16-jährigen Lem (Stimme: Justin Long) könnte kaum perfekter sein: Soeben wurde er zum Assistenten im städtischen Observatorium ernannt, und die friedliche 50er-Jahre-Idylle soll perfekt werden, wenn er mit der süssen Nachbarstochter Neera (Stimme: Jessica Biel) zusammenkommt. Doch ausgerechnet, als er sie um ein Date bitten will, landet nebenan ein Raumschiff. Heraus steigt ein "Humaniac", ein Alien, und das Chaos bricht aus: Das Militär rollt auf und sucht nach dem angeblich hirnfressenden Monster, das sich schleunigst aus dem Staub macht.
Während Neera und ihre Freunde für eine friedliche Begegnung mit dem Alien demonstrieren, möchte Lem mit dem Ganzen nichts zu tun haben. Als das Alien - der Astronaut Charles "Chuck" Baker (Stimme: Dwayne Johnson) - im Observatorium auftaucht, wird Lem unfreiwillig zum Verbündeten des Strahlemanns von der Erde. Chuck hätte nach Plan auf einem unbewohnten Planeten landen sollen und ist nun auf dem Planeten mit den kleinen grünen Männchen gestrandet. In den Jungs Lem, Eckle (Stimme: Freddie Benedict) und Skiff (Stimme: Seann William Scott) findet er schnell gute Freunde, die ihm und dem NASA-Roboter Rover die Rückkehr zum Raumschiff ermöglichen wollen. Doch General Grawl (Stimme: Gary Oldman) und Professor Kipple (Stimme: John Cleese) sind ihnen dicht auf den Fersen und setzen alles daran, Chuck auf den Seziertisch zu bekommen.
Kinofilm-Rating
Der Film beginnt so wie mancher B- oder C-Alienfilm aus den 50ern auch: Ein Liebespaar an einem abgelegenen Parkplatz im Auto, romantische Musik, dann plötzlich der Angriff eines bösen Aliens, das Eingreifen der Armee, Schiessereien und Explosionen. Das ist natürlich nichts Neues, aber hier erweist sich das Ganze als doppelter Twist: Erstens geschieht das im Film auf der Leinwand, in einem Horrorfilm, den sich die Hauptfiguren anschauen. Zweitens, und das ist der Hauptclou des Films, sind es nicht Menschen, sondern Aliens, die hier sowohl im Kino als auch auf der Leinwand zu sehen sind. Grünhäutige, spiessige Vorstadt-Aliens, deren Welt wie die Erde in den 50er-Jahren aussieht, dieselbe Musik bietet und eine ähnliche Angst vor dem Fremden, den bösen Ausserirdischen hat.
Dass nun auf dieser Welt ein Mensch von der Erde landet, erlaubt es nun, alle möglichen Klischees um die Invasion von Aliens neu aufzugiessen. Leider reicht diese Umkehrung des Altbekannten nur bedingt, um einen wirklich überzeugenden Film zu machen. Animiert ist das Ganze sicher ganz ordentlich. Die Figuren sind dann aber doch ein bisschen flau, zu wenig mitreissend, um die Zuschauer wirklich zu packen. Hauptfigur Lems Probleme mit dem anderen Geschlecht überzeugen und interessieren etwa so wenig wie diejenigen von Astronaut Chuck, der eigentlich ein ganz übler Astronaut ist und den Job nur wegen seines Aussehens bekommen hat. Und damit auch noch eine niedliche Note in den Film kommt, darf der Roboter Rover (ja, wie der Mars Rover) wie ein Hündchen herumdüsen und brav Steine apportieren. Dass der kleine Kerl dabei von Szene zu Szene auch noch unerklärlicherweise die Grösse wechselt, verwirrt dann aber doch ein bisschen und kratzt ein wenig an der sonst guten Leistung der Animatoren.
Planet 51 ist ein ordentlich animierter und auch recht unterhaltsamer Animationsfilm mit zumindest im englischen Original berühmten Sprechern, der auch immer wieder auf bekannte Filme und Klischees zum Thema Aliens Bezug nimmt. Weltbewegendes zeigt der Film jedoch nicht: Die Geschichte ist altbekannt und unterscheidet sich lediglich dadurch vom Hollywoodschen Alien-Invasions-Einheitsbrei, dass die Rollen von Mensch und Alien vertauscht wurden; die erwartete satirische Note bleibt leider weitgehend aus. So bietet der Film zwar kurzweilige Unterhaltung, jedoch bleiben einem weder Figuren noch Story lange im Gedächtnis. Für einen netten Nachmittag mit der Familie ist der Film sicher ok, von der witzigen Ausgangssituation hätte man aber mehr erwarten können.
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3.9 Sterne (39 Bewertungen) | 5 Kommentare



