Pinprick (2009)

Pinprick (2009)

Oder: Kein Stich

Pinprick

Mit 'Halt das Maul' ist eigentlich etwas anderes gemeint.

Die 15-jährige Charlotte (Laura Greenwood) lebt zusammen mit ihrer Mutter Miriam (Rachael Blake) in einem Haus. Der Vater von Charlotte ist ausgezogen, da seine Frau eine Affäre hatte. Da die junge Frau gerade in mitten der Pubertät ist, rebelliert sie gegen ihre Mutter: Sie wirft ihr die unschönsten Wörter an den Kopf und beginnt sich aufreizender zu kleiden. Was Miriam aber nicht mitbekommt, ist, wie Charlotte jeden Abend mit einem halbnackten Mann (Ervin Nagy), der in ihrem Schrank wohnt, redet. Dieser Herr, der sich als Reyer vorstellt, erzählt Charlotte, dass er aus dem Gefängnis geflohen sei und sich verstecken müsse.

Pinprick

"Da guckst du in die Röhre."

Doch lange bleibt der Herr nicht mehr im Schrank. Als er einen Blick auf Miriam wirft, ist er Feuer und Flamme für sie. Er kleidet sich an und stellt sich Miriam ausserhalb der Wohnung als Paul vor. Er sei ein Bekannter einer Kollegin und bräuchte kurzfristig einen Platz zum Schlafen. Es kommt wie es kommen muss: Paul und Charlottes Mutter landen im Bett. Charlotte ist über diese Entwicklung gar nicht erfreut...


Kinofilm-Rating

Das Wort Pinprick kommt aus dem Englischen und bedeutet schlicht und einfach Nadelstich. Ein kreativer Titel eigentlich für einen Psychothriller. Der Titel bleibt aber auch ziemlich das einzige Kreative am ganzen Film. Das Werk von Daniel Young ist ein perfektes Beispiel, wie man eine gute Grundidee in den Sand setzen kann.

Die Grundidee von Pinprick ist, dass Mutter und Tochter von dem gleichen Typ fasziniert sind. Dass die pubertierende Frau bald Ansprüche stellt, ist zum einen unangenehm, jedoch genau aus dem Grund spannend. Hier hätte man einiges herausholen können, jedoch war es Young wohl selbst unangenehm, weshalb er es bei blossen Andeutungen belässt. Woher der Unterhosen-Mann ursprünglich kommt, ist nicht so wirklich klar. Das muss aber auch nicht wirklich beantwortet werden, wenn man es intelligent anstellt - etwas, dass aber nicht gemacht wird. Die Macher opfern das Psycho-Drama gegen Ende hin immer mehr einem 08/15-Thriller, der recht vorhersehbar ist und darum niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt.

Wenn es etwas gibt, das den Film sehenswert macht, ist es die Performance von Laura Greenwood. Die 18-jährige Schauspielerin spielt klasse und sogar ihre "Mutter" Rachael Blake an die Wand. Als Objekt der Begierde hat man sich Ervin Nagy ausgesucht. Mit dieser Wahl hat man aber richtig danebengegriffen, da Nagy erstens hölzern spielt und zweitens eher schleimig als verführerisch wirkt.

Fazit: Pinprick startet vielversprechend, spult dann etwas im Leergang und enttäuscht schliesslich mit dem Ende. Wenn Regisseur Young auf der Dramatikschiene geblieben wäre und weniger krampfhaft versucht hätte, einen Thriller daraus zu machen, hätte dies ein passables Psycho-Drama gegeben. So sind für den Zuschauer die einzigen gemeinen Nadelstiche die Performance von Nagy und das dämliche Ende.

2.8 Sterne
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21.07.2010 / crs

Pinprick (2009)
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