Le Petit Nicolas (2009)

Der kleine Nick

Le Petit Nicolas (2009) Der kleine Nick

Oder: The Little Rascals auf französisch

Le Petit Nicolas

"Heute haben wir einen Gast. Begrüsst Papa Moll." -

Der kleine Nicolas führt ein perfektes Leben: Seine Eltern lieben ihn, er hat nette Freunde, und auch sonst herrscht beim Einzelkind heiterer Sonnenschein. Doch dies ändert sich schlagartig, als sein Freund Joaquim einen kleinen Bruder erhält. Joaquim fürchet, dass er nun verstossen wird, weil seine Eltern ihn nicht mehr gern haben und nur noch Zeit für den Bruder haben werden. Erste solche Anzeichen sind bei seinen Eltern bereits auszumachen: Sie sind netter als sonst zueinander sind, und der Vater hilft mehr im Haushalt.

Le Petit Nicolas

"Haha-Haha, dieser Schnauz!"

Eines Tages bemerkt Nicolas ein ähnliches Verhalten bei seinem Vater. Nicolas kriegt Panik und unternimmt alles, damit seine Eltern ihn wieder lieb haben und dass sie den Gedanken an ein weiteres Kind wieder vergessen. Als ihm dies misslingt, bildet er zusammen mit seinen Freunden eine Gruppe, die das Unvermeidmare verhindern soll. Was sie jedoch nicht wissen: Seine Eltern haben ein wichtiges Abendessen mit dem Chef seines Vaters vor sich und bereiten sich nur darauf vor.


Kinofilm-Rating

Die Geschichten um den kleinen Nicolas, welche René Goscinny und Jean-Jacques Sempé schrieben und illustrierten, wurden zwischen 1959 und 1964 veröffentlicht. In Vergessenheit sind die Kurzgeschichten des Kleinen aber nicht geraten, denn die Franzosen haben damals wie auch heute noch grosse Freude an ihnen. Nun kann man die Abenteuer auch in Filmform geniessen. Mit Hilfe von toll aufspielenden Jugendlichen ist Regisseur Laurent Tirard perfektes Kino für Jung und Alt gelungen.

Dabei ist es eine Freude zu sehen, wie herrlich naiv die Kinder doch sind. Wegen Missverständnissen werden Pläne geschmiedet und diese dann umgesetzt. Dies geht vom Hausputzen bis zum Engagieren eines Kidnappers. Das grösste Lob haben sich zweifelsohne die Kinder verdient. Jede Rolle wurde von den Verantwortlichen perfekt besetzt. Nicolas-Darsteller Maxime Godart brilliert, obwohl es sein Schauspiel-Debüt ist, Victor Carles als Clotaire ist herzig-doof, und einen wie Benjamin Avertys Streber Eudes hatte wohl jeder in seiner Klasse.

Die Erwachsenen spielen in diesem Film die zweite Geige. Wenn man behauptet, dass Kinder in Filmen oftmals nur nerven, kann man dies hier von den Erwachsenen tun. Die Vorbereitungen für das Essen mit dem Chef sind wenig interessant, und der Zuschauer wartet nur, bis er die Kinder wieder zu Gesicht bekommt. Der Zuschauer weiss bereits, wozu das Essen führen wird, und so wird das Warten darauf zur Geduldsprobe. Die Kinder machen diese Lachpausen aber mehr als nur wett.

Fazit: Le Petit Nicolas ist die mehr als gelungene Verfilmung eines Kinderbuchklassikers. Die Pointen sitzen, und die Story ist dank den vielen Einfällen der Kinder nie langweilig - ein richtig toller Wohlfühlfilm für die ganze Familie. Und wenn Nicolas am Ende verkündet, dass er, wenn er einmal gross ist, die Leute zum Lachen bringen will, dann hat er dies bereits als kleiner Junge mehr als geschafft.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (25 Bewertungen) | 2 Kommentare

55
15.09.2010 / crs