Panique au village (2009)
Panique au village (2009)
Oder: Die spinnen, die Belgier...
Cheval, ein gebildetes Pferd, wohnt mit seinen Freunden Cowboy und Indianer in einem Haus auf dem Lande. Es ist der 21. Juli. Als Cowboy und Indianer erfahren, dass Cheval heute Geburtstag hat, beschliessen sie, eine Überraschungsparty auf die Beine zu stellen. Und einen Grill wollen sie für ihn bauen, jawohl! Ihr permanent schreiender Nachbar Steven hilft Ihnen, das Geburtstagskind aus dem Haus zu locken. Cowboy und Indianer setzen sich an den Computer und bestellen über eine Ziegelsteinversandseite Ziegelsteine für den Grill. Statt 50 Ziegeln ordern sie aber aus Versehen 50 Millionen. "Briquenet" liefert sofort.
Die Party beginnt: Steven kommt und Jeanine kommt und der Pöstler kommt und der Polizist kommt, es gibt eine improvisierte Bar, ein DJ legt auf, es wird getanzt, gelacht und getrunken. Sogar Chevals Angebetete, die schöne Stute Madame Longrée, gibt sich die Ehre. Wo aber sind die 50 Millionen Ziegelsteine geblieben? Das Abenteuer hat erst begonnen; es führt Chevale und seine zwei trotteligen Freunde bis zum Mittelpunkt der Erde und noch weiter.
Kinofilm-Rating
Von Belgien habe ich schon immer ein komisches Bild. Das dürfte damit zusammenhängen, dass ich das Land noch nie besucht habe. Jedenfalls haben sich meine Vorurteile durch diesen Animationsfilm - eine belgische Produktion - weiter gefestigt. Das Motto lautet: Chaaaaaaaaoooos! Panique au Village hat den Geist einer Geschichte, die sich zwei überstellige Jungs beim Spielen in ihrem Zimmer ausdenken. Alles fliegt rum, fällt um und geht in die Brüche. Die Stoyline entwickelt sich scheinbar planlos ins Irgendwo. Das alles ist totaler Blödsinn, aber auch sehr erfrischend.
Der Film basiert auf einer gleichnamigen TV-Serie, die unter anderem in England, Austrialien und Süd-Korea ausgestrahlt wird. Er stammt aus demselben Hause wie Wallace and Gromit und Chicken Run. Dementsprechend ist auch Panique au Village nur bedingt ein Kinderfilm, obwohl er aussieht wie ein solcher und absolut familienkompatibel ist. In der ganzen Sache steckt viel Rock'n'Roll (Wortwörtlich: So feiern die lustigen Spielzeugfiguren an einer Stelle etwa zu einem Song des Berner Rock'n'Roll-Trash-Predigers Reverent Beat-Man).
Alle "Darsteller" sind Spielzeugfiguren aus Plastik. Und zwar nicht aufwändig animierte Spielzeugfiguren wie diejenigen in Toy Story, die eine lebendigere Mimik hatten als mancher reale Schauspieler. Es sind stinknormale Spielzeugfiguren: Sie haben überhaupt keine Mimik. Sie wackeln und hüpfen in der Gegend herum, und es würde den Zuschauer nicht überraschen, würde er die Hände sehen, die sie bewegen. Das kann man grottenschlecht finden oder zum Schreien lustig, je nach Gusto.
Fazit: Panique au Village ist gewohnungsbedürftig in seiner bewusst schlechten Machart. Eine gewisse Trash-Toleranz vorausgesetzt, ist der Film aber ein grosser Spass für Kinder und andere Anarchisten.
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4.0 Sterne (6 Bewertungen) | 1 Kommentar



