Pandorum (2009)

Pandorum (2009)

Oder: Arche Noah des Alptraums

Pandorum

I can see the Light!

Das gigantische Raumschiff "Elysium" gleitet durchs Weltall. Im Innern erwacht Bower (Ben Foster) aus dem Kälteschlaf und hat keinen Schimmer, was er eigentlich hier macht. Er erkennt knapp seinen Namen, da wird er auch schon durch das Öffnen einer weiteren Kammer gestört. Payton (Dennis Quaid) wird ebenfalls geweckt und beklagt sich ebenfalls über Gedächtnisverlust. Zu zweit versuchen sie nun herauszufinden, was ihr Job ist, wohin das Raumschiff fliegt und ob es ausser ihnen noch andere Menschen an Bord hat.

Payton schickt Bower durch die Lüftungsschächte, damit dieser die dicke Raumtüre von aussen öffnen kann. Der junge Mann trifft auf seinem Krabbelgang jedoch bald auf eine übel zerfetzte Leiche und macht die Begegnung einer scheinbar bewaffneten Frau, die sich aber bald wieder in Luft auflöst. Ausserdem nimmt er ein Gekrächze war, das näher kommt und nichts Gutes verheisst.

Pandorum

Welcher Knopf kommt jetzt?

Die beiden einigen sich, dass versucht werden soll, den Reaktor zu aktivieren, da dieser Strom und Energie verspricht. Doch der Maschinenraum liegt am anderen Ende des Raumschiffs und das anfängliche Gekrächze hat sich in eine grauslige Bedrohung verwandelt, die nun Jagd auf Bower macht. Dieser rennt um sein Leben und begegnet in den Tiefen des dunklen und unheimlichen Schiffes weiteren Personen, die ums nackte Überleben kämpfen. Und das schon seit Monaten und Jahren.

Wie lange ist das Raumschiff schon unterwegs? Ist die Mission fehlgeschlagen? Was sind das für Viecher in den Gängen? Und was hat es mit der mysteriösen Krankheit auf sich, die offenbar eine entscheidende Rolle in diesem Grusel spielt?


DVD-Rating

Alien lieferte die Vorlage, mit Event Horizon wurde die Geschichte fortgesetzt, und jetzt entführt Pandorum den Zuschauer ein weiteres Mal in die unendlichen Weiten des Schreckens. Sci-Fi-Horror ist rar, doch immer wieder finden sich Perlen im Staub - dieser Film ist eine davon. Entstanden unter der Aufsicht des deutschen Regisseurs Christian Alvart (Antikörper), gedreht in Berlin und mit einem Budget von 40 Millionen US-Dollar ist es auch gleichzeitig dessen erste Hollywood-Produktion.

Wer sich im Genre etwas auskennt, kann bestätigen, dass Regisseur Alvart seine Hausaufgaben gemacht hat: Ein unheimliches zerfallenes Raumschiff am anderen Ende des Universums, düstere lange Gänge, eine unbekannte und tödliche Drohung sowie grauenhafte Ereignisse kombinieren sich mit einer ahnungslosen Crew und einem ablaufenden Timer, der jede Sekunde den Tod für alle bedeuten könnte. Eine konstruierte, aber sehr stimmige Ausgangslage, die mit den hervorragenden Sets sowie grauenhaft zerstümmelten Monstern eine grossartige Mischung abgibt. Von der ersten Minute an wird eine fesselnde Spannung aufgebaut und bis zum Schluss aufrechterhalten. Überhaupt ist Pandorum kein Film, der sich viel Zeit nimmt, um herumzutrödeln. Nach einem kurzen Intro ist man bereits mitten in der Handlung, und von da an wird bis zum Schluss für nichts und niemand angehalten. Das macht Pandorum zu einer sehr intensiven Reise zum Kern des Schiffes und zu einem Abenteuer, bei dem Bower wie auch der Zuschauer rausfinden muss, was eigentlich mit dem Schiff geschehen ist.

Natürlich haben solche intensiven Produktionen auch ihre Nachteile. Klaustrophobische Action, spektakuläre Bilder, die an Dead Space erinnern und die Ungewissheit eines Eden Log sind Zutaten, welche wenig Raum für Charakterentwicklung und ausschweifende Erklärungen zulassen. Dennoch gelingt es Pandorum, eine gelungene Balance zwischen den Figuren, der erzählten Geschichte und einigen Hintergrundinformationen zu finden, die erklären, wie die Situation entstanden ist. Leider bleiben dadurch einige der Figuren etwas schablonenartig, und man hätte gerne noch etwas mehr über die einen von ihnen erfahren. Dennoch ist das Mysterium um die einen Figuren auch durchaus eine gute Sache, denn es fügt sich sehr gut ins Gesamtpaket ein.

Fazit: Ein Mann ohne Gedächtnis, ein Schiff voller Schrecken, tödliche Gegner und viel Dunkelheit. Dies kombiniert mit spektakulären Bildern, fesselnder Spannung und einer sauber aufgelösten Geschichte ergibt Pandorum. Einen der wenigen Endzeit-/Weltraumschocker, der wirklich ein gelungenes Gesamtpaket liefert, mit sehr spezifisch ausgewählten Schauspielern überzeugt und von Anfang bis zum Ende auf Nadeln sitzen lässt. Wem Event Horizon gefallen hat, der wird sich auch hier wie zuhause fühlen, und auch für die anderen ist er definitiv einen Blick wert!

Die DVD liefert den Film trotz vieler dunkler Szenen in einer sehr sauberen Qualität, welche alles gut erkennen lässt. Der satte Ton rockt die Boxen, und der gelieferte Audiokommentar liefert interessante Informationen. Das weitere Bonusmaterial ist informativ und gibt auch Einblicke in die Dreharbeiten, ist aber wie auch der Film sehr kompakt und ohne viel Umschweife auf den Punkt gebracht.

4.3 Sterne 4.0 Sterne
4.3 Sterne (53 Bewertungen) | 1 Kommentar

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23.02.2010 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Spanisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Englisch, Spanisch
  • Extras: The World Of Elysium: Behind-The-Scenes-Featurette; What Happened To Nadia's Team; Flight Team; Training-Video; Audio Commentary With Director; Christian Alvart And Producer Jeremy Bolt; Deleted & Alternate Scenes; Still Galleries