Oscar et la dame rose (2009)

Oskar und die Dame in Rosa

Oscar et la dame rose (2009) Oskar und die Dame in Rosa

Oder: La vita non è bella

Oscar et la dame rose

"Wir brauchen mehr Helium,...

Der 10-jährige Oscar (Amir) hat Krebs und verbringt deshalb seine Tage im Krankenhaus. Freunde hat er nur innerhalb des Gebäudes, herausgehen darf er nicht. Eines Tages begegnet er Rose (Michèle Laroque). Die Frau, welche Pizzas bäckt und diese auch selbst ausliefert, ist nicht gerade auf den Mund gefallen, was den Kleinen fasziniert. Sie scheint ihm etwas Sonne in sein Leben zu bringen. Die kann Oscar gerade gut gebrauchen, denn er hat soeben mitbekommen, dass er noch zwölf Tage zu leben hat. Er verschliesst sich völlig und will nur noch mit der Dame im rosa Kleid reden.

Oscar et la dame rose

"...sie steht immer noch dort."

Die Ärzte unter der Leitung von Dr. Düsseldorf (Max von Sydow) bestellen von nun an jeden Tag Pizzas, damit Rose wieder in das Krankenhaus zu Oscar zurückkehrt. Um den Kleinen aufzumuntern, lässt sich Rose etwas ganz Spezielles einfallen: Sie sagt, dass Oscar sich jeden einzelnen Tag wie 10 Jahre vorstellen soll. Nach dem Ende der zwölf Tage wäre er 120 Jahre alt und hätte so ein ganzes Leben gehabt. Zusätzlich kann er sich jeden Tag etwas vom lieben Gott wünschen. Eine unzertrennliche Freundschaft entsteht, obwohl das Unvermeidliche immer näher rückt.


DVD-Rating

Eric Emmanuell Schmitt dürfte vor allem durch seinen Roman Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran bekannt sein, der 2003 von François Dupeyron verfilmt wurde. Nachdem er bereits mit Odette Toulemonde eine seiner eigenen Geschichten inszeniert hat, versucht er es nun mit Oscar et la dame rose erneut. Leider bleibt es bei dem Versuch, denn das Resultat ist triefender, sentimentaler Kitsch mit religiösen Untertönen und erzwungener "Poesie".

Dabei ist die Besetzung gelungen. Der kleine Amir ist ein talentierter Junge, und es ist nicht seine Schuld, dass die Geschichte nicht ans Herz geht. Auch die Dame in Rosa wird von Michèle Laroque sympathisch und natürlich verkörpert. Schade, sind die beiden der klebrigen Inszenierung und der melodramatischen Geschichte überlegen. Immer wieder versucht Schmitt mit etwas Amélie-Magie Skurriles einzuflechten, was sich jedoch als fauler Zauber entpuppt. So sind die Szenen, die die Dame in Rosa als Wrestlerin in Oscars Fantasie aufleben lassen, mehr Kölner Fasnacht als Cirque du Soleil, komisch vielleicht, zauberhaft nie.

Oscar schreibt dem Lieben Gott täglich einen Brief. Den Glauben an den Hergott wird ihm regelrecht aufgeschwatzt und als Hoffnung verkauft, was störend wirkt. Doch es ist nicht alles schlecht, was hier zu sehen ist. Zum Beispiel ist die jugendliche Romanze zwischen Oscar und Penny süss und unschuldig, und die Auftritte von Max von Sydow sorgen wenigstens ein bisschen für gute Laune.

Wer also richtige Emotionen sucht, ist bei diesem Film definitiv falsch. Hier wird Zuckerwatte auf Zelluloid gebrannt, bis es selbst dem gefrässigsten Schleckmaul übel werden dürfte. Diese Übertreibung entzieht dieser eigentlich schönen Geschichte jeglichen Zugang, und je gezwungerner versucht wird, Herzen zu erwärmen, desto kälter werden diese.

Die DVD glänzt mit einem tollen Bildtransfer und gut gemischtem Ton. Das Making-of ist kurz gefasst, und zusätzlich wird lediglich ein Interview mit dem Regisseur angeboten.

3.2 Sterne 4.0 Sterne
3.2 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare

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03.03.2011 / crs (Inhalt), ma (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 17.02.2011

  • Bildformat: Widescreen (2.35:1 - anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) ; Französisch (Dolby Digital 5.1) i
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Making-of; Interview mit Eric-Emmanuel Schmitt; Presseheft (PDF); Trailer Verpackung