Old Dogs (2009)
Daddy oder Deal
Old Dogs (2009) Daddy oder Deal
Oder: Was für ein Affentheater!
Dan (Robin Williams) und Charlie (John Travolta) sind alte Kumpels und Businesspartner in einer New Yorker Sportmarketing-Agentur. Sie stehen kurz vor ihrem grössten Deal mit den Japanern. Doch da meldet sich aus heiterem Himmel Dans Ex-Frau Vicki (Kelly Preston), die ihn unbedingt sehen muss. Dan, ganz der nervöse Typ, lässt sich gerne vom Frauenhelden Charlie coachen. Charlie rät ihm, sich kräftig im Bräunungsstudio besprühen zu lassen, um wieder ganz jung und cool zu wirken; mit verheerenden Folgen.
Es kommt noch schlimmer: Vicky muss für zwei Wochen wegen ihres letzten Vergehens als Umweltaktivistin ins Gefängnis und möchte vorher noch ihre beiden reizenden zweieiigen Zwillinge vorstellen (Ella Bleu Travolta, Conner Rayburn). Sie sind das Resultat der eintägigen Blitzehe in Miami vor sieben Jahren. Dazu kommt noch ein weiteres Missgeschick der vorgesehenen Babysitterin (Rita Wilson): Sie bricht sich beide Hände und kann, als professionelles Hand-Model, ihren Beruf an den Nagel hängen. Die nicht zu unterschätzende Aufgabe des Babysittens fällt nun auf die beiden unerfahrenen Machos Dan und Charlie. Weitere Patzer sind vorprogrammiert. Wird der Riesen-Deal mit den Japanern trotzdem noch zu Stande kommen, und werden die tollpatschigen Pflegeväter mit den Kindern klarkommen?
Kinofilm-Rating
Alle kennen wohl John Travolta und Robin Williams. Beide haben sich schon bewährt als Komiker, sei es Travolta in Looks Who's Talking, oder Williams in Mrs. Doubtfire. In diesem neuen Disney-Streifen geht es dann wieder zu und her wie in den lustigen Achtzigerjahren. Wer den Klamauk in Kindergarten Cop oder Twins lustig fand, ist hier an der richtigen Adresse. Wer solche altmodische Komödien verpasst hat, kann sie jetzt mit Old Dogs nachholen.
Bei diesen Familienkomödien ist die Story banal und nebensächlich. Es geht nur darum, so viele Gags wie möglich in die 90 Minuten hineinzupacken - nur ja keine langweiligen Momente. Und Old Dogs schafft das auch zum grossen Teil. Nach einer Einwärmphase des Komikerduos beim Joggen im Central Park hören die Wellen an gewitzten Einfällen nicht auf. Der Hauptmotor des Films ist wieder mal der geniale Robin Williams; einfach unschlagbar, wie er aus einer gewöhnlichen Szene einen Lacher nach dem andern hervorzaubern kann.
Wer aber mit hohen Erwartungen den Kinosaal betritt oder eine plausible, tiefgründige Geschichte sucht, dem wird das Lachen vergehen. Das Drehbuchautoren-Duo David Diamond und David Weissman hat auch schon gehobenere Geschichten ausgedacht wie The Family Man, doch der Produzent Andrew Panay wollte wohl unbedingt eine Art Sequel der US-Hitkomödie Wild Hogs mit einem gleichklingendem Titel drehen lassen. Der Regisseur Walt Becker und John Travolta sind wieder in der Mannschaft. Das Resultat ist eine weitere, leicht verständliche, anspruchslose Komödie über die Midlife-Crisis der Babyboomer-Generation, doch um das Zielpublikum auszuweiten, wurde es mit einem Familienfilm kombiniert. Der Produzent wollte weiter einen Film, den man auch ohne Ton verstehen könnte. Und in der Tat: sogar im synchronisierten Deutsch bringt der Film einem zum Kichern, wenn man ein Flair für albernen Slapstick und skurrile Situationskomik hat.
Fazit: Ein sehenswertes Aufeinandertreffen der Schauspiel-Legenden Travolta und Williams, die trotz Bierbauch keinen Vollkontakt beim Frisbee-Football scheuen und laufend clownhafte Gags (für Jung und Alt) liefern. Man darf sich auch auf die Augenweide Kelly Preston freuen, die sich (im Gegensatz zu ihrem Mann Travolta) gut in Form gehalten hat. Schauspielerisch überzeugt aber vor allem Robin Williams, von dem man hoffentlich noch viele Filme sehen wird, gerade als "alter Köter".
![]()
2.6 Sterne (29 Bewertungen) | 3 Kommentare



