Obsessed (2009)

Obsessed (2009)

Oder: Wenn Frauen die Krallen ausfahren

Obsessed

Du willst es doch auch!

Für Derek Charles (Idris Elba) könnten die Sterne nicht besser stehen: In seinem Job als Vermögensverwalter ist er an der Spitze der Karriereleiter angekommen, und auch privat läuft alles bestens. Mit seiner hübschen Frau Sharon (Beyoncé Knowles) ist er glücklich verheiratet, hat einen kleinen Sohn und gerade sein Traumhaus bezogen.

Obsessed

Mmh, wie meint sie das jetzt bloss?

Doch das Familienglück wird langsam aber sicher durch Dereks neue Büroaushilfe Lisa (Ali Larter) gestört. Die blonde Femme Fatale hat es auf ihn abgesehen und beginnt Derek zu verfolgen. Dabei steigert sie sich in Vorstellungen über eine gemeinsame Affäre bis hin zur gemeinsamen Zukunft hinein und macht damit Dereks Leben zur Hölle. Zunächst versucht Derek, die Probleme mit Lisa vor Sharon geheim zu halten. Doch diese bekommt bald Wind von der Sache und will ihrer Konkurrentin und deren wahnhaften Vorstellungen der Liebe eine harte Abreibung verpassen.


Kinofilm-Rating

Auch weniger filmversierte Menschen wissen bei dem Filmtitel schnell, wohin der Weg führen wird: Ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem natürlich das private Glück mit in die Wiege gelegt worden ist, wird durch eine hübsche Kollegin, die es auf ihn abgesehen hat, in ernste Schwierigkeiten gebracht. Weil er sie nicht will, wird ihre liebreizende Fassade schnell durch eine böse Fratze ersetzt, und sie macht ihm fortan das Leben zur Hölle. Kleine Verschnaufpausen geben dem geplagten Opfer Zeit zur Regeneration und zugleich die Hoffnung, das böse Spiel wäre endlich beendet. Bis der blonde Teufel erneut zuschlägt und alles noch viel komplizierter wird.

Steve Shill, bisher hauptsächlich als Regisseur für Serien wie Dexter, The Tudors oder Law & Order: Criminal Intent bekannt, macht es dem Zuschauer sehr leicht. Viele Überraschungen kann sein als Horror-Thriller ausgeschriebener Film nicht verbuchen. Die Handlung tröpfelt vorhersehbar vor sich hin, Spannung kommt keine Sekunde auf und die schauspielerischen Leistungen sind für solch einen Film mässig bis solide. Beyoncé Knowles, natürlich auch mit für den Soundtrack verantwortlich, spielt die allzu hübsche Hausfraumutter, die hinter jedem weiblichem Rockzipfel im Büro des Gatten eine Bedrohung wittert. Ihr Gegenpart Ali Larter zeigt sich nicht als blondes Dummchen, sondern als Femme Fatale, die mit allen Mitteln versucht, ihr Ziel zu erreichen. Der Weg dahin ist oftmals ungewollt komisch und gipfelt in einem fulminaten Ende, an dem beide Frauen einen wahrlich grandiosen Krieg gegeneinander führen. Beyoncé fährt hier ordentlich die Krallen aus. Die letzte Viertelstunde des Films ist zugleich seine beste, hier wird einem ausgezeichnete Unterhaltung geboten, Frauenpower sei Dank.

Obsessed ist sicher ernsthaft gemeint, dabei aber ungewollt komisch. Die Schauspieler geben sichtlich alles, um aus dem lauen Drehbuch das Beste zu machen. Über weite Strecken plätschert die Story nur vor sich hin. Lediglich das Ende kann für richtig Spass und Überraschung sorgen und lässt letztlich das Fazit eines gelungenen B-Movies mit wenig Anspruch zurück.

2.9 Sterne
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29.04.2009 / jst