My Bloody Valentine 3-D (2009)

My Bloody Valentine 3-D (2009)

Oder: DAS ist hautnah dabei!

My Bloody Valentine 3-D

Da wurde ein Spital zweckentfremdet...

Alles begann mit einer Katastrophe: Bei einem Unfall in der Mine, welche der Hauptarbeitgeber im kleinen Dorf Harmony ist, werden fünf Minenarbeiter verschüttet. Sechs Tage später gelingt es der Rettungsmanschaft, endlich zu den Verschüttteten vorzudringen, doch bis auf den im Koma liegenden Harry Warden (Richard John Walters) sind alle ermordet worden. Warden wird ins nächste Spital gebracht, wo er ein Jahr lang dahinvetegiert. Doch dann, genau am Valentinstag, erwacht er aus seinem Koma und schlachtet mit seinem Pickel im Spital und in der nahe gelegenen Mine 22 Menschen ab, bevor er selber erschossen wird.

My Bloody Valentine 3-D

Diese Herzoperation war kein Erfolg.

Zehn Jahre sind seit den schrecklichen Vorkommnissen vergangen, und die kleine Gemeinde versucht, die Vergangenheit zu vergessen. Als aber Tom Hanniger (Jensen Ackles), der jetzige Inhaber der Mine, wieder ins Dorf zurückkehrt, um diese zu verkaufen, kommen alle Erinnerungen wieder hoch. Da durch die Verhökerung der Mine auch sehr viele Angestelte ihre Arbeit verlieren könnten, versuchen dies die Dörfler natürlich zu verhindern. Doch Hanninger will sich nicht davon abbringen lassen, selbst als Harry Warden - der gefürchtete Killer vom Valentinstag - wieder auftaucht und sich durch die Bevölkerung des kleinen Dorfes metzelt. Doch ist es wirklich Harry Warden? Der Killer ist wegen der Gasmaske nicht zu identifizieren. Ein grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.


Kinofilm-Rating

"Evolution ist ein langer Prozess und dauert oft Jahrzehnte, doch von Zeit zu Zeit gibt es wieder einen Sprung vorwärts." Dieser Satz von Professor X von X-Men kann durchaus auch auf das Horrorgenre umgemünzt werden. Nachdem Filme wie Cloverfield oder [REC] mit ihrer handgeführten Ego-Perspektive den Zuschauer mitten in die Handlung versetzten, bringt jetzt die sich immer mehr verbeitende 3D-Technologie den Terror von der Leinwand direkt zum Zuschauer. My Bloody Valentine 3D ist ein Remake des Horrorklassikers aus den Achtzigerjahren, der neben den grossen Friday the 13th- und Halloween-Filmen leider nicht den gleichen Bekanntheitsgrad erreicht, aber dennoch einen ikonenhaften Killer geschaffen hat. Die Regie führte Patrick Lussier, der bisher primär mit mässigen Sequels in Erscheinung getreten ist.

Im Falle von My Bloody Valentine 3D hat Lussier aber durchaus gute Arbeit geleistet und aus den wichtigsten Eckpunkten des Originals eines der besseren Remakes der letzen Jahre geschaffen. Bei der Story stützt er sich aber - im Gegensatz zum Original - weniger auf die einzelnen Charaktere, sondern hat vieles soweit vereinfacht, dass daraus ein Slasher geworden ist, der mehr auf eine brutale Handlung als auf Charakterentwicklung ausgerichtet ist. Das ist dann auch der Grund, weshalb die Figuren sehr platt und einseitig bleiben, und selbst wenn der Cast durchaus gutes Schauspiel abliefert, lassen sie einen mehrheitlich kalt.

Vom Filmischen her ist My Bloody Valentine 3D eine sehr düstere Angelegenheit geworden, welche von Anfang an mit blutigen Bildern, Regen und klaustrophobischen Minenschächten eine bedrückende Atmosphäre schafft. Dank dieser fällt auch die relativ gemächliche Erzählweise - zu Beginn jedenfalls - kaum auf, doch letztendlich ist es primär der neuen 3D-Technologie zu verdanken, dass man trotz des flachen Spannungsbogens bis zum Schluss dabei bleibt. Dieses neue Horrorerlebnis gibt dem ansonsten sehr linearen Slasher das gewisse Etwas, das neben der "Wer ist der Täter"-Suche faszinieren kann. Der ikonenhafte Killer sowie einige blutige Splattereffekte, kombiniert mit einigen wüsten Angriffen auf die Zivilisten, sorgen für die nötige Würze in der Suppe, und selbst wenn My Bloody Valentine 3D am Ende ein spektakuläres Finale vermissen lässt, wird es wenigstens sauber aufgelöst.

Fazit: My Bloody Valentine 3D ist sicher wegweisend, in welche Richtung sich die Filme entwickeln werden. Die neue 3D-Technologie ermöglicht ein völlig neues Erlebnis und neue Schockmomente. Dennoch bleibt My Bloody Valentine 3D eine sehr träge Angelegenheit, welche zwar gut mit der neuen Optik arbeitet, doch diese kaum nutzt, um eine Intensität aufzubauen. Letztendlich wird eine sehr gute, düstere, brutale und auch klaustophobische Geschichte erzählt, welche um einiges besser überzeugt als das Friday the 13th- oder das Last House on the Left-Remake. Doch sein grösster Bonus bleibt die neue 3D-Technologie, welche ihn jetzt noch deutlich aus der Masse heraushebt.

3.0 Sterne
3.0 Sterne (56 Bewertungen) | 25 Kommentare

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01.06.2009 / db