The Marsdreamers (2009)

The Marsdreamers (2009)

Oder: Einmal Mars und zurück, Halbtax.

The Marsdreamers

Willkommen auf dem Mars, Erdling.

"Würdest du zum Mars fliegen?" "Ja sofort, ohne zu zögern!" Wer macht solche Aussagen? Verrückte, Spinner oder gar Phantasten? Nein, seriöse Wissenschaftler, Architekten, Studenten sowie Ingenieure! Die Faszination am roten Planeten ist ungebrochen und wie auch bei Ufos oder Aliens verbinden viele den Nachbarplaneten mit Hoffnungen, Träumen und Sehnsüchten. Regisseur Richard Dindo hat solche Menschen in den USA getroffen und sich bei ihnen erkundigt, was sie mit dem Mars verbindet, ob sie hingehen würden und was eine Kolonie dort der Menschheit bringen könnte. Das Resultat sind zum Teil tiefgehende, aber auch humoristische und teilweise auch ironische Unterhaltungen, welche alle auf ihre eigene Art zum Nachdenken anregen werden.


Kinofilm-Rating

Menschen auf dem Mars? Vor rund hundert Jahren hätte dies niemand für möglich gehalten. Doch seither sind viele Jahre vergangen. Der Mensch war auf dem Mond, Star Trek hat gezeigt, dass es auch einen positiven Blick in die Zukunft gibt, und nachdem bereits einige Sonden auf dem roten Planeten gelandet sind, sieht das Unterfangen durchaus möglich aus. Doch wie steht es wirklich darum, können bzw. sollen Menschen unseren Nachbarplaneten kolonisieren, was würde dies bewirken und was wäre der Nutzen?

Diesen und weiteren Fragen ging Regisseur Richard Dindo nach und suchte dabei weniger nach wissenschaftlichen Antworten sondern eher nach philosophischen und erkundigte sich bei Anhängern der Mars Community und anderen Träumern, was sie davon halten und ob sie zum Mars gehen würden. Die gegebenen Antworten werden die Zuschauer klar spalten. Wird der Mensch, nur weil er eine Kolonie auf dem Mars aufbaut, zu einer besseren Person? Wird er die kulturellen Differenzen überwinden können, welche auf der Erde die Rassen unterteilen, und wird die Menschheit vom "egoistischen Einzelkind" wirklich zu etwas Grösserem? Solche und andere Fragen werden am Ende offen im Raum stehen gelassen und dürften wohl auch die eine oder andere Diskussion auslösen.

Doch ob man jetzt eher auf der Seite des kühlen Wissenschaftlers ist oder doch eher eine romantischere Sicht auf den Mars hat, The Marsdreamers ist eine sehr süffige Angelegenheit, die unterlegt mit sphärischer Musik, starken Originalbildern vom Mars und gut hineingeflochtenen, gefälschten Bildern von der Erde bestens unterhalten kann. Da verzeiht man ihm auch, dass Mikrofone ins Bild hängen, sich die Kameramänner gegenseitig ins Bild laufen und er zwischendurch eher unnötige Szenen enthält, wie zum Beispiel den tanzenden Wissenschaftler.

Fazit: The Marsdreamers hat einen goldrichtigen Titel, denn hauptsächlich kommen Menschen zu Wort, die vom Mars träumen und sich das Leben auf dem Mars durch die rosa Brille vorstellen. Dennoch fehlt es dem Film nicht an Substanz, und selbst wenn es oft Träumereien sind, seien es Konzepte einer Marskolonie oder wie das Leben da sein könnte, basiert einiges doch auf Wissenschaften. Diese Balance macht den kurzweilig inszenierten Dokumentarfilm zu einer durchaus interessanten Angelegenheit, welche auch regelmässig zum Schmunzeln anregt. Dennoch hätte es nicht geschadet, etwas mehr wissenschaftliche Fakten in den Film einzuflechten, damit wenigstens die Basisfakten abgedeckt wären. Dennoch, wer keine Berührungsängste mit Sci-Fi hat, wird an The Marsdreamers sicher seine Freude haben, denn auch wenn die eine oder andere Aussage nicht ganz den Nerv des Zuschauers trifft, einige werden sicher zum Nachdenken anregen.

4.6 Sterne
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4.54.5
10.08.2009 / db