Männerherzen (2009)
Männerherzen (2009)
Oder: Männer sind auch nur Menschen
Fünf Muskelstemmer besuchen dasselbe Berliner Fitnessstudio. Auf den ersten Blick haben sie nichts gemeinsam. Schaut man genauer hin, klappt es bei allen fünf mit dem anderen Geschlecht nicht richtig. Meerschweinchenbesitzer Günther (Christian Ulmen) scheitert beim Internet-Dating. Der Musik produzierende Kotzbrocken Jerome (Til Schweiger) vernascht eine nach der anderen. Den soliden Werber Niklas (Florian David Fitz) graut es vor dem baldigen Eheleben mit seiner Gymi-Liebe. Die Freundin vom Dauerpraktikant Philipp (Maxim Mehmet) wurde überraschend schwanger. Und der S-Bahn-Chauffeur Roland (Wotan Wilke Möhring) brüskiert mit seinen Aggressionen die Noch-Ehefrau (Nadja Uhl).
Jeder versucht trotzdem im Leben klarzukommen. Der scheue Günther verguckt sich in eine Kassierin im Zoogrosshandel. Bohlen-Verschnitt Jerome freundet sich mit einem Schlagersänger (Justus von Dohnányi) an. Niklas hilft einer bildhübschen Fitnessinstruktorin bei ihrer Schauspielkarriere weiter. Phillipp will die eigene Bioburger-Bude eröffnen. Und Roland hilft dem Vater im Altersheim. Bei den Frauen finden all diese Bemühungen vorerst keinen Anklang...
DVD-Rating
Jeden Dienstag läuft auf dem deutschen Privatsender SAT1 eine seichte Komödie, die nicht viel zu bieten hat und darum von den meisten Kinogourmets gemieden wird. Mit der Angst, dass man Simon Verhoevens Männerherzen in dieselbe Schublade stecken könnte, geht man eher skeptisch an den Film heran und schraubt seine Erwartungen herunter. Umso überraschender ist es dann, wenn die tiefen Erwartungen übertroffen werden. Es ist nämlich eine sympathische Komödie geworden.
Den grössten Anteil am Gelingen des Filmes haben die verschiedenen Mannsbilder. Christian Ulmen gefällt als schusseliger Beamter, Til Schweiger überzeugt wieder einmal in einer Rolle, und sogar der eher ruhige Wotan Wilke Möhring gefällt als aggressiver U-Bahn-Fahrer Roland. Die Männerriege gefällt, während die Frauenseite weniger gut wegkommt. Jana Pallaske überzeugt selten in ihrer Rolle als werdende Mutter, sondern hat vornehmlich die Aufgabe, ihre grossen Augen ins richtige Bild zu rücken. Aber Männerherzen ist ein Film über Männer, und da müssen die Frauen nun mal hinten anstehen, obwohl sie eigentlich meist der Auslöser für die Taten der Männer sind.
Ein weiteres Plus des Filmes ist sein ausgeglichenes Drehbuch. Keine Figur wird priorisiert, es kommt niemand zu kurz, und durch die vielen verschiedenen Schauplätze wird einem auch nie langweilig. Auch die Geschichten sind alle auf dem gleichen Niveau. Beinahe nie muss man denken: "Oh Nein, jetzt kommt diese Geschichte wieder. Die ist langweilig".
Der Grund warum es dem Film dann doch nur auf vier Sterne reicht, ist die Tatsache, dass der Film beinahe keine Überraschungen bietet. Die Geschehnisse nehmen wir erwartet ihren Verlauf, und Verhoeven versäumt es, was wirklich Anderes in den Film hineinzubringen. Wären die sympathischen Darsteller nicht und einige Szenen, die wirklich zum Schiessen komisch sind ("sei Magnum"), könnte man den Film gleich am Dienstagabend auf SAT1 ausstrahlen. So hebt sich der Film von der Masse ab, ohne in höhere Sphären der deutschen Unterhaltungsfilme zu gelangen.
Die DVD gefällt mit einem starken Bild und einem sehr klaren Ton, der das Leben in Deutschlands Hauptstadt schön einfängt. Beim Bonusmaterial hat man sich auch nicht lumpen lassen: ein Audiokommentar von Regisseur Verhoeven, das obligate Making-of, ein Bruce-Berger-Special, neun Deleted Scenes (von denen ein paar zu Recht aus dem Film geflogen sind), Outtakes (von denen aber die wenigsten witzig sind), Casting Clips, ein Uhl/Ulmen-Special, welches die beiden zeigt, wie sie ihren Text lernen, zwei Musikclips, Fotogalerie und die Trailer zum Film lassen sich alle auf derselben Disc finden.
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3.6 Sterne (39 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 26.03.2010
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Horgeschädigte
- Extras: Audiokommentar; Fotogalerie; Kino-Trailer; Making-of; Musikvideo; Nicht verwendete Szenen; Teaser; verpatzte Szenen



