Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor (2009)

Verblendung

Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor (2009) Verblendung

Oder: Kill Bill auf Schwedisch

Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor

Schon wieder den Schlüssel vergessen?!

Der Wirtschaftsjournalist Michael Blomkvist (Michael Nyqvist) wurde wegen Verleumdung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und sieht sich seiner Glaubwürdigkeit als Journalist beraubt. Da erhält er von Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube), dem ehemaligen CEO des Vanger-Familienkonzerns, den Auftrag, den mutmasslichen Mord an Henriks Nichte Harriet (Julia Sporre) zu klären, die 1966, gerade mal 16-jährig, spurlos verschwand. Henrik vermutet, dass ein Mitglied des machtgierigen Vanger-Clans Harriet umgebracht hat.

Millenium: Part 1 - Män som hatar kvinnor

Wo schaltet man das Ding an?

Blomkvist ermittelt aber nicht ganz allein. Seine Recherchen werden insgeheim von Lisbeth Salander (Noomi Rapace) verfolgt, einer jungen, sehr rabiaten Frau mit geheimnisvoller Vergangenheit, die sich in seinen Computer eingehackt hat. Als es ihr im Gegensatz zu Blomkvist und der örtlichen Polizei gelingt, die geheimnisvollen Kombinationen aus Namen und Nummern in Harriets Tagebuch zu entziffern, kontaktiert sie Blomkvist. Das ungewöhnliche Duo kommt Verbrechen auf die Spur, die von weit grösserer Tragweite sind, als sie es sich vorgestellt haben, und bald werden sie von Jägern zu Gejagten.


Kinofilm-Rating

Verblendung ist die Verfilmung des ersten Bandes der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson, der erst 50-jährig nach einem Herzinfarkt kurz nach Abgabe der drei Romane verstarb. In all diesen mehrere hundert Seiten dicken Bestsellern ermittelt das ungewöhnliche Duo bestehend aus dem linken Wirtschaftsjournalisten Michael Blomkvist und der Hackerin Lisbeth Salander, die über einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn verfügt und blitzgescheit ist, im sozialen Umgang mit anderen Menschen aber - gelinde gesagt - einige Schwierigkeiten zeigt. Die Ursachen für ihr Verhalten, das deutet bereits der erste Film an, liegen in ihrer Vergangenheit, die jedoch bis zum dritten Teil der Trilogie weitgehend im Dunkeln bleibt.

Noomi Rapace ist die ideale Besetzung für Lisbeth Salander, diese zierliche Frau, die mit ihrem unergründlichen Blick und dem Hang zur Gewalttätigkeit so gar nicht dem Bild einer typischen Filmheldin entspricht. Auch Sven-Bertil Taube mimt den Patron des erfolgreichen Vanger-Konzerns sehr überzeugend. Eine lobende Erwähnung gebührt ausserdem Peter Andersson, der als Nils Bjurman, Lisbeths perverser Vormund, wahrlich keine dankbare Rolle erhalten hat: Er ist so glaubwürdig, dass man ihm die böse Rache seines Schützlings von Herzen gönnt. Nur Michael Nyqvist (As it is in Heaven) als Blomkvist könnte insbesondere die erwartungsvollen Romanleserinnen enttäuschen - nicht wegen seines durchaus vorhandenen Schauspieltalents, aber irgendwie stellt man sich einen Frauenhelden wie Larssons Blomkvist dann doch etwas anders vor.

Wie bei den meisten Romanverfilmungen wurde die Handlung stark gekürzt und der komplizierte Vanger-Stammbaum etwas gestaucht. Die Kürzung lässt den Fall als viel weniger komplex erscheinen als im Buch und bringt auch manchmal Anlass zur Irritation mit sich: Man erkennt nur am Wechsel der Jahreszeiten, wie viel Zeit vergeht im Laufe der Ermittlungen, zu Beispiel, wenn das Thermometer in einer Szene -20°C anzeigt und es kurz darauf in Strömen regnet. Die trotzdem noch 153 Minuten Laufzeit sind allerdings sehr gut zu ertragen, vermag der Film doch nebst der spannenden Handlung auch ästhetisch mit einwandfreier Kamera und akustisch mit passendem Soundtrack überzeugen.

Verblendung ist ein stimmiger, düsterer Krimi mit interessanten Hauptfiguren. Um bei den Familienverhältnissen des Vanger-Clans durchzublicken, braucht es einiges an Konzentration und für die "Verdauung" gewisser Filmszenen mit expliziter Gewalt eine nicht allzu zarte "Besaitung". Die Neugierde für die beiden geplanten und teilweise bereits gefilmten Fortsetzungen Verdammnis und Vergebung dürfte geweckt werden, insbesondere bei jenen, die Lisbeths Geheimnis noch nicht kennen.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (80 Bewertungen) | 11 Kommentare

3.53.5
16.10.2009 / ema