Millenium: Part 3 - Luftslottet som sprängdes (2009)

Vergebung

Millenium: Part 3 - Luftslottet som sprängdes (2009) Vergebung

Oder: Eine rächt sie alle

Millenium: Part 3 - Luftslottet som sprängdes

Haare schön und viel Bling Bling

Nachdem Lisbeth Salander (Noomi Rapace) noch einmal knapp aber spektakulär dem Tod entronnen ist, wird sie mit schweren Verletzungen ins Spital geflogen, wo man ihr eine Kugel aus dem Kopf entfernt. Die junge Frau kämpft weiterhin um ihr Leben, denn Alexander Zalachenko (Georgi Staykov) hat ihre Axthiebe auf seinen Schädel ebenfalls überlebt und liegt im gleichen Spital. Aber nicht nur er und sein Begleiter Roland Niedermann (Mikael Spreitz), der blonde, schier unverwüstliche und brutale Riese, trachten nach ihrem Leben. Da gibt es noch diese älteren Herren, die sich im Geheimen treffen und sich davor fürchten, was Lisbeth erzählen könnte, wenn sie erst wieder vernehmungsfähig ist.

Millenium: Part 3 - Luftslottet som sprängdes

Wie geht's uns denn heute?

Während die Polizei darauf wartet, die wegen Mordes angeklagte Lisbeth in ein Gefängnis überführen und vernehmen zu können, arbeiten der Journalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) und die Millennium-Redaktion mit Hochdruck an der nächsten Ausgabe, mit der sie Lisbeths Unschuld beweisen wollen. Aber mit den grauen Herren, die alles daran setzen, Lisbeth in die Psychiatrie zu sperren, ist nicht zu spassen. Das wird spätestens dann klar, als sich der Verfassungsschutz einschaltet.


Kinofilm-Rating

Nach Verblendung und Verdammnis folgt mit Vergebung nun die Verfilmung des dritten Teils der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson. Und wie schon der zweite Teil, zeigt auch dieser Schwächen, die im ersten Film noch nicht so ersichtlich waren: Das Kinopublikum, das Stieg Larssons Bücher nicht gelesen hat, wird voraussichtlich grosse bis sehr grosse Mühe bekunden, der Handlung zu folgen. Das mag an der Handlung der Originalvorlage liegen, die für sich schon kompliziert ist, oder an den schier unzähligen Figuren, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen. Es könnte auch daran liegen, dass in Verblendung noch eine in sich eigentlich geschlossene Geschichte erzählt wird, währenddessen Teil zwei und drei eigentlich zwei Teile ein und derselben Geschichte sind.

Es erscheint aber auch ziemlich offensichtlich, dass bei den drei Filmen verschiedene Leute am Werk waren: Teil eins von Regisseur Niels Arden Oplev ist tatsächlich um einiges düsterer und auch klar packender als die beiden Teile von Regisseur Daniel Alfredson. Dies mag die Leserinnen und Leser erstaunen oder enttäuschen, die wissen, dass das nicht an der Romanvorlage, sondern an der Umsetzung liegt. Es wäre vermutlich besser herausgekommen, wenn nicht verschiedene Regisseure und Drehbuchautoren an der Verfilmung dieser drei Romane beteiligt gewesen wären.

Die durchwegs überzeugenden Darstellerinnen und Darsteller sind aber noch dieselben, und das vermag den Film zu retten: Noomi Rapace ist die perfekte Besetzung, und auch an Michael Nykvist kann "frau" sich dank seiner schauspielerischen Leistung gewöhnen, obwohl sein Aussehen nicht ganz den Erwartungen entspricht, um nur die beiden Hauptfiguren zu erwähnen.

Dieser letzte Teil der Trilogie ist kein schlechter Film, verdient aber wegen seines eher unübersichtlichen Plots nur die Wertung "Gut, aber...": Wer weder die Bücher gelesen noch die beiden Vorgängerfilme gesehen hat, wird an diesem Film keinen Gefallen finden. Selbst im letzten Fall könnte es schwierig werden, der Handlung zu folgen und insbesondere die Dimension der Verschwörung zu erfassen, die das Leben der jungen Lisbeth Salander auf so erschreckende Weise geprägt hat. Es gibt schlicht zu viele dieser grauen Herren, und die werden erst noch schlecht eingeführt. Für Fans der Bücher aber sollte es gehen mit der Übersicht. Hier könnte sich höchstens - wie immer - Enttäuschung über die stark vereinfachte Handlung breit machen.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (50 Bewertungen) | 5 Kommentare

3.53.5
31.03.2010 / ema