Broken Embraces - Los abrazos rotos (2009)

Zerrissene Umarmungen

Broken Embraces - Los abrazos rotos (2009) Zerrissene Umarmungen

Oder: Krise auf Cruz und Pedro zum Vierten

Broken Embraces - Los abrazos rotos

Blondes have more fun!

Der blinde Harry Caine (Lluís Homar) hiess früher Mateo Blanco, lebt heute aber nur noch unter seinem Pseudonym. Bevor er sein Augenlicht verlor, war er Filmregisseur, und Judit (Blanca Portillo) war seine rechte Hand. Sie ist noch immer mit ihm befreundet. Mit Hilfe ihres Sohns Diego (Tamar Novas) schreibt Harry Bücher und Drehbücher. Davon kann er sich ein gutes Leben leisten, das er auch in vollen Zügen geniesst.

Eines Tages hört er vom Tod des Unternehmers Ernesto Martel (José Luis Gómez), und kurz darauf steht dessen Sohn, Ernesto junior (Rubén Ochiandano) in seinem Büro und will mit Harry einen Film drehen, der das Ansehen seines Vaters beschmutzen würde. Judit scheint über diesen Vorfall mehr schockiert als Harry. Diego hakt nach, bekommt von ihr aber keine Antwort.

Als er wenige Tage darauf Zeit mit Harry allein verbringt, fragt er diesen, was es mit diesem Ernesto Martel auf sich hat und Harry erzählt ihm alles über den Film, den er vierzehn Jahre davor gedreht hatte und dessen Hauptdarstellerin Lena (Penélope Cruz), Martels Mätresse, mit der ihn eine grosse Liebe verband.


DVD-Rating

Pedro Almodóvar ist ein Name, mir dem man sofort gewisse Stilmittel und Themen assoziiert: Knalliges Setdesign, starke Frauen, Bettgeschichten, Homosexuelle und stimmige Musik. Los abrazos rotos ist da keine Ausnahme. Trotzdem gehört seine letzte Arbeit eindeutig nicht zu seinen Besten. Dazu fehlt ihm eine ergreifende Story. Penélope Cruz darf zwar schöne Kleider und Perücken tragen, doch ihre Lena ist weit entfernt von der Qualität ihrer drei anderen Rollen in Almodóvar-Filmen. Und trotzdem bildet sie das Herz des Filmes, während der eigentliche Protagonist Lluis Homar wenig ausgereift ist. Überhaupt wirken die Figuren nicht so detailreich gezeichnet, wie man es vom Kultregisseur gewohnt ist. Dass diese Figuren eine lauwarme Story bevölkern, hilft dem Film auch nicht weiter.

Ein kleiner Trost sind die farbenfrohen Dekors, die passende Musikuntermalung und die an sich guten schauspielerischen Leistungen. Als Regisseur zeigt Pedro Almodóvar auch hier, dass seine Filme fast schon ein eigenes Genre sind, und so ist auch Los abrazos rotos visuell unverwechselbar. So zieht sich zum Beispiel die Farbe Rot wie ein roter Faden durch den Film, und es kann wieder heftig über den Symbolismus einiger Bilder diskutiert werden. Doch wo Almodóvar als Regisseur brilliert, versagt er hier als Drehbuchautor. Viele lose Handlungsstränge bleiben offen, die Struktur des Filmes lässt ihn immer wieder an Tempo verlieren, und der Humor fehlt völlig. Zu melodramatisch und Seifenopern-artig ist dieser Film ausgefallen und somit eine grosse Enttäuschung. Da es sich hier aber um das Werk eines kompetenten Filmemachers handelt, gibt es wesentlich Schlimmeres als sich diese DVD anzuschauen.

Die tollen Bilder gibt diese DVD mit kräftigen Farben und definierten Kontrasten wieder. Der Ton ist sauber und überzeugt vor allem, wenn die Musik im Vordergrund steht, mit räumlichem Klang. Nicht weniger als 10 Featurettes bieten einen Blick hinter die Kulissen, welcher fast ausschliesslich aus unspektakulärem B-Roll-Footage besteht. Trailer und Deleted Scenes sind ebenfalls vorhanden. Am interessantesten dürfte jedoch ein einstündiger Bericht der Berliner Premiere inklusive Pressekonferenz sein. Zudem gibt es einen sehr kuriosen Kurzfilm über eine der Filmfiguren.

4.4 Sterne 4.2 Sterne
4.4 Sterne (32 Bewertungen) | 0 Kommentare

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19.02.2010 / ema (Inhalt), ma (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 10.02.2010

  • Bildformat: 16:9 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: 10 Featurettes ; Trailer/Teaser ; Die Premiere in Berlin ; Deleted Scenes ; Kurzfilm "Die menschenfressende Stadträtin"