Lippels Traum (2009)
Lippels Traum (2009)
Oder: Anke muss weg!
Philipp (Karl Alexander Seidel) ist ein junger Bursche, der es hervorragend hat mit seinem Vater (Moritz Bleibtreu) und von allen nur "Lippel" genannt wird. Als Papa für eine Zeit ins Ausland muss, wird eine Haushälterin engagiert. Frau Jakob (Anke Engelke) nennt Lippel nicht nur extra bei seinem vollen Namen, sondern stellt auch sonst den lockeren Ablauf im Hause Lippel auf den Kopf. Glücklicherweise hat ihm sein Vater ein dickes Buch dagelassen, in dem der Junge immer wieder Zuflucht sucht.
Dort, im heissen Wüstensand des Orients, träumt sich Lippel in ein gewaltiges Abenteuer am königlichen Palast, das er mit seinen neuen Schulkameraden bestehen muss. Doch auf dem Weg zum Glück stellen sich nicht nur bekannte Gesichter in anderen Rollen, sondern auch die nervige Haushälterin in den Weg. Erst wenn er diese Hexe besiegt und die reale Frau Jakob aus dem Haus gekriegt hat, kann Lippels Welt wieder so sein, wie er sie liebt. Doch die stellt sich als hartnäckige Gegnerin heraus. Im Traum und vor allem in der Realität...
DVD-Rating
Bücher, die den Leser in traumhafte Welten entführen, kennen wir nicht erst seit Die unendliche Geschichte. Die Filme dazu nehmen das Publikum jeweils mit in ferne Gegenden und lassen sie aufregende Abenteuer bestehen. Auch das bekannte Buch von Paul Maar, Lippels Traum, kommt nun als orientalisches Film-Abenteuer daher, in dem sich Turbane, Sichelmonde und geheimnisvolle Fremde die Klinke in die Hand geben.
Der junge Karl Alexander Seidel (Hände weg von Mississippi) kommt dabei als kecker und auch ein bisschen rebellischer Lippel sehr gut zur Geltung. Seine Konfrontationen mit der von Anke Engelke sehr gemein dargestellten Frau Jakob sind frech, witzig und erinnern an manch "Ungereichtigkeiten", die wir selber erleben mussten. Teller abräumen, denselbigen abwaschen, gesundes Gemüse essen oder Ähnliches. Das Leben kann richtig gemein sein...
"Jedes Kind das wohl erzogen, stützt sich nicht auf Ellenbogen"
Allerdings kommt Lippels Traum, trotz Staraufgebotes und orientalischen Touchs, nicht so richtig in Gang. Dazu ist die Geschichte zu durchschnittlich umgesetzt, lässt den pfiffigen Lippel nur selten so richtig Gas geben, und Moritz Bleibtreu oder auch Uwe Ochsenknecht kommen kaum zu der Entfaltung, die ihre Rollen eigentlich vorgesehen hätten.
Fazit: Lippels Traum ist ein durchschnittlicher Kinder- und Jugendfilm, mit dem man eigentlich kein grosses Publikum hinter dem Ofen hervorlocken kann. Zwar sind Wüstensand und Turbankrieger nett, aber unter einem "Abenteuer" versteht mancheiner sicherlich etwas anderes.
Wer sich für die Hintergründe von Lippels Traum interessiert, hat im Bonusmenü gleich zwei Möglichkeiten, an Informationen zu kommen: Der Audiokommentar (mit Anke Engelke) und das Interview mit dem "Vater" der Geschichte bringen einiges an Neuigkeiten an den Mann. Das Making-of ist für die Werbung gedacht, und ausserdem hat die DVD eine Hörfilmfassung anzubieten, die für Blinde und Sehbehinderte konzipiert ist.
Technisch gibt es ein etwas dunkles Bild zu bemängeln, das vor allem in den Nachtszenen seine Mühe hat, dem Geschehen zu folgen. Dafür ist der Ton kraftvoll und klar.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 12.03.2010
- Bildformat: 1.66:1 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: keine
- Extras: Making-of; Interview mit Paul Maar; Audiokommentar; Trailer



